• 22.06.2026, 12:06:32
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ÖH begrüßt Holzleitner-Plan für Zukunft der Hochschulen

Die “strategischen Weichenstellungen” greifen viele wesentliche Forderungen von Studierenden auf. Weiterhin keine Sicherheit in der Budgetfrage.

Wien (OTS) - 

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner hat heute ihre Pläne für die Zukunft der österreichischen Hochschullandschaft präsentiert, die sich aus den Arbeitsgruppen der Hochschulstrategie 2040 bisher ergeben haben. Die ÖH ist weiterhin in allen acht Arbeitsgruppen vertreten. Begrüßenswert ist aus sich der ÖH, dass viele langjährige Forderungen der Studierenden in die strategischen Weichenstellungen eingeflossen sind.

Die Senate, in denen Studierende mit am Tisch sitzen, sollen künftig mehr Gewicht bekommen. Gleichzeitig sollen Studierendenvertreter_innen im Senat künftig gestärkt werden, die steile Hierarchie zwischen Professor_innen und den weiteren Senatsmitgliedern soll aufgehoben werden. Hochschuldemokratie zu stärken ist immer ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden darauf Acht geben, dass wir Studierende auch die Mitspracherechte bekommen, die uns zustehen”, kommentiert es Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz. Auch die Begrenzung des Einflusses der Universitätsräte auf zentrale Kontroll- und Aufsichtsratsfunktionen begrüßt die ÖH. Sie seien im Kern keine demokratisch legitimierten Steuerungsorgane ohne Bezug zum Alltag an der Hochschule. Die zentralen Entscheidungen sollen nach der Studierendenvertretung in der Hand der Senate liegen.

Maßnahmenmix für flexibles Studium gefordert

Ein zentraler Ansatz für eine zukunftsfähige Hochschullandschaft liegt in der stärkeren Flexibilisierung von Studienstrukturen, um unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht zu werden. Gerade weil ein Großteil der Studierenden neben dem Studium arbeitet oder Betreuungspflichten trägt, sind Modelle gefragt, die individuelle Studienverläufe ermöglichen und die Studierbarkeit nachhaltig verbessern. „Ein Studium ist schon ein Marathon. Für arbeitende Studierende wird es aber zum Hürdenlauf mit Zusatzgewicht. Was es braucht, sind Gestaltungsspielräume, die den unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht werden und Studieren verlässlich planbar machen“, betont Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz. Erste Ansätze in dieser Richtung sind zu begrüßen, dürften jedoch nicht auf starre Teilzeitmodelle beschränkt bleiben. Die ÖH fordert flexible, individuell anpassbare Lösungen, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Studierenden orientieren:

  • Erweiterung des Kursangebots und mehr Lehrveranstaltungen zu Randzeiten
  • Ausbau der hybriden Lehre
  • Reduktion von Anwesenheitspflichten
  • Mehr Toleranzsemester für arbeitenden Studierende
  • Ausbau der kostenlosen Kinderbetreuung am Campus

Ein weiterer zentraler Problembereich im österreichischen Wissenschaftssystem sind die nach wie vor weit verbreiteten befristeten Beschäftigungsverhältnisse, die insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs stark belasten. Viele junge Wissenschaftler sehen sich dadurch mit unsicheren Karriereperspektiven konfrontiert, die langfristige Planung erschweren und die Attraktivität des Forschungsstandorts schwächen. Ohne verlässliche und transparente Karrierewege droht zudem ein Verlust hochqualifizierter Jungwissenschafter_innen an das Ausland. „Die derzeitige Praxis der Kettenarbeitsverträge im Wissenschaftssystem verhindert planbare wissenschaftliche Karrieren und führt dazu, dass wir talentierte Forscher_innen verlieren, bevor sie ihr Potenzial in Österreich entfalten können. Hier braucht es endlich strukturelle Reformen und klare Perspektiven“, betont Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.

ÖH pocht weiterhin auf verlässliche Finanzierung

Diese Maßnahmen sind zwar grundsätzlich begrüßenswert, sie greifen jedoch zu kurz, wenn gleichzeitig das Budget gekürzt wird. Erst kürzlich forderten ÖH, uniko und Personalvertreter_innen erneut Klarheit in der Budgetfrage. Eine Petition der ÖH überschreitete 60.000 Unterschriften. Fotos der Aktion mit uniko und GÖD können hier abgerufen werden.

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