- 05.10.2016, 10:54:53
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- OTS0092
Wie „Fakten Helfen“-Initiative Öffentlichkeit hinters Licht führen will
Stellungnahme der Ärztekammer uminterpretiert. Stellungnahme des ÖIF wegen Befangenheit wertlos.
Utl.: Stellungnahme der Ärztekammer uminterpretiert. Stellungnahme
des ÖIF wegen Befangenheit wertlos. =
Wien (OTS) - „Täuschung der Öffentlichkeit“ muss sich die von der
Bischofskonferenz geförderte Aktion Leben im Rahmen des
parlamentarischen Ausschusses am 6.10. vorwerfen lassen. –Sie hatte
ein Bürgerpetition mit der Forderung nach mehr Daten zum
Schwangerschaftsabbruch gestartet (was von Fachkräften als Angriff
auf die Fristenlösung bezeichnet wurde, weil es bereits ausreichend
zuverlässige Daten gibt). Nun behauptet die Aktion Leben, die
Ärztekammer und das Österr. Institut für Familienforschung würden sie
unterstützen. (Zitat: „Am 6.10.2016 wird die aktion-leben
Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ wieder auf der Tagesordnung des
Parlamentarischen Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen
stehen: Seit der letzten Sitzung wurden zwei weitere Stellungnahmen
eingeholt. Sowohl die Österreichische Ärztekammer als auch das
Österreichische Institut für Familienforschung halten die Einführung
einer Abbruch-Statistik für sinnvoll“). Die Ärztekammer distanzierte
sich aber prompt von dieser Darstellung: („Am Freitag erläuterte die
Ärztekammer, dass man sich lediglich "grundsätzlich" für
Datenerhebung ausspreche, die Initiative jedoch nicht aktiv
unterstütze. Im Bereich Schwangerschaftsabbruch gebe es bereits "gute
Daten.")
http://www.ots.at/redirect/standard1
Geforderte Daten schon vorhanden
In der Meldung bestätigt die Ärztekammer also das Vorliegen
ausreichender Zahlen und Fakten – was das Anliegen der Petition ad
absurdum führt. U.a. erhebt und publiziert die Landesklinik Salzburg
seit Jahren umfangreiche Daten zum Schwangerschaftsabbruch nach
höchsten wissenschaftlichen Standards: „Wir machen Auswertungen nicht
nur über die Gesamtzahl, sondern tätigen auch Detailauswertungen wie
Alter der Frauen, Schwangerschaftsdauer in welcher der Abbruch
durchgeführt wurde, Anzahl Kinder etc.“, erklärt DDr. Fiala vom
Gynmed Ambulatorium. Diese Daten existieren seit über 10 Jahren, sind
vollständig, werden aber nicht zur Kenntnis genommen.
http://www.ots.at/redirect/salzburg11
Stellungnahme des ÖIF befangen
Manipulativ agiert die Aktion Leben auch bei der Hinzuziehung des
Österr. Instituts für Familienforschung: Deren Leiter Prof. Mazal ist
im Vorstand der Aktion Leben und tritt für eine Abschaffung der
Fristenlösung ein. Er ist Mitglied des Cartellverbandes über seine
Mitgliedschaft in der katholischen Studentenverbindung Nibelungia.
Der ÖCV hat im Verfassungskonvent 2004 ein generelles
Abtreibungsverbot gefordert „Diese grundsätzliche Infragestellung der
Fristenlösung disqualifiziert eine sachliche Stellungnahme des
Institutes“, so Fiala. Darüberhinaus verschweigt die Stellungnahme,
dass in allen Ländern Westeuropas, in denen der
Schwangerschaftsabbruch legal ist, die Kosten dafür von den
Sozialversicherung übernommen werden. „Eine Kostenübernahme ist die
einzige Maßnahme, in deren Folge genaue Zahlen erhoben werden
würden“, so Fiala.
Statistiken verhüten nicht
Im Bundesland Salzburg etwa werden Schwangerschaftsabbrüche nur von
der Landesklinik durchgeführt. Hier liegen alle Zahlen vor. Trotz
bester Datenlage hat sich die Prävention und deshalb die Zahl der
Schwangerschaftsabbrüche in Salzburg nicht verbessert. Denn „die
wirksamste Möglichkeit, die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche zu
reduzieren, ist die Verbesserung der Prävention“, so Fiala.
Wie der österr. Verhütungsreport zeigt, könnten in Österreich
jährlich 10.000 Schwangerschaftsabbrüche durch Kostenübernahme von
wirksamen Verhütungsmitteln (z.B. der Spirale) verhindert werden.
www.verhuetungsreport.at
Aber genau dagegen wehrt sich die Aktion Leben bzw. die hinter ihr
stehende Bischofskonferenz hartnäckig.
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160310_OTS0176
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