Greenpeace an ÖBB-Führung: Hände weg vom Lech!

ÖBB-Chefetage muss drohende Enteignungen von Bergbauern stoppen

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen ÖBB-Aufsichtsratsitzung verlangt die Umweltorganisation Greenpeace von der ÖBB-Führung, die bevorstehende Enteignung von mehr als hundert Vorarlberger Bergbauern zu stoppen. Damit die ÖBB ihre Pläne, das Wasserkraftwerk Spullersee auszubauen, verwirklichen kann, wird auf die Bauern Druck ausgeübt. So sollen diese dazu gebracht werden, ihre Wasserrechte an den Lech-Quellflüssen abzugeben. Die unmittelbare Folge wäre ein massiver Angriff auf das noch weitestgehend natürliche Lechtal. "Dieser Wasserklau muss gestoppt werden", fordert Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. "Herr DI Klugar hat dieses Verbrechen an Mensch und Natur bisher nicht gestoppt. Darum fordern wir jetzt die neue ÖBB-Führung auf, hier Taten zu setzen. Hände weg vom Lech!", so Westerhof weiter.

Die ÖBB-Bau AG beabsichtigt, einigen Zubringerbächen des Lechs das Wasser abzuziehen. Werden die Pläne ausgeführt, dann landen 24 Millionen Kubikmeter Wasser nicht mehr im Lech, sondern fließen stattdessen über das Kraftwerk Spullersee in den Rhein. "So wird einem der letzten noch weitgehend intakten alpinen Flüsse wortwörtlich das Wasser abgegraben. Die erzeugte Menge Strom macht hingegen lediglich ein Vierzigstel des ÖBB-Strombedarfes aus. Die wenigen Kilowattstunden sind es nicht wert, dem letzten wilden Alpenfluss das Wasser zu nehmen", rechnet Westerhof vor.

Der Lech ist europaweit Referenz für ein alpines Wildflusssystem mit natürlichen und naturnahen Gewässerabschnitten, Au-Landschaften und Schluchten. Er ist durch nationales und internationales Naturschutzrecht streng geschützt - das Projekt würde gegen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie, EU-Vogelschutzrichtlinie, Aarhus-Konvention und Alpenkonvention verstoßen. Die geplante Erweiterung des Spullersee-Kraftwerks würde einen Präzedenzfall für den weiteren rücksichtslosen energiewirtschaftlichen Ausbau des Lechs und seines Einzugsgebietes schaffen.

Derzeit verfügen zwei Alpgemeinschaften mit über Hundert Bauern über die Wasserrechte für die betroffenen Lechquellen. Diese Bauern sollen jetzt zwangsenteignet werden. Wird diese Enteignung eingeleitet, so ist das ein unwiderruflicher Schritt. Dann wird es kaum noch zu verhindern sein, dass dem Lech Millionen von Kubikmetern an Wasser entzogen werden. "Wir rufen anlässlich der heutigen Aufsichtsratssitzung den Vorstand und den Aufsichtsrat der ÖBB eindringlich dazu auf, die Notbremse zu ziehen und von den Enteignungs-Plänen und darüber hinaus vom Projekt Spullersee Abstand zu nehmen", so Westerhof.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99

Rückfragen & Kontakt:

DI Jurrien Westerhof, Klima- und Energiesprecher Greenpeace,
Tel.: +43 664 612 67 01
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace,
Tel.: +43 664 612 67 18

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001