• 09.03.2010, 10:57:33
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Greenpeace an ÖBB-Führung: Hände weg vom Lech!

ÖBB-Chefetage muss drohende Enteignungen von Bergbauern stoppen

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen ÖBB-Aufsichtsratsitzung
verlangt die Umweltorganisation Greenpeace von der ÖBB-Führung, die
bevorstehende Enteignung von mehr als hundert Vorarlberger Bergbauern
zu stoppen. Damit die ÖBB ihre Pläne, das Wasserkraftwerk Spullersee
auszubauen, verwirklichen kann, wird auf die Bauern Druck ausgeübt.
So sollen diese dazu gebracht werden, ihre Wasserrechte an den
Lech-Quellflüssen abzugeben. Die unmittelbare Folge wäre ein massiver
Angriff auf das noch weitestgehend natürliche Lechtal. "Dieser
Wasserklau muss gestoppt werden", fordert Greenpeace-Sprecher Jurrien
Westerhof. "Herr DI Klugar hat dieses Verbrechen an Mensch und Natur
bisher nicht gestoppt. Darum fordern wir jetzt die neue ÖBB-Führung
auf, hier Taten zu setzen. Hände weg vom Lech!", so Westerhof weiter.

Die ÖBB-Bau AG beabsichtigt, einigen Zubringerbächen des Lechs das
Wasser abzuziehen. Werden die Pläne ausgeführt, dann landen 24
Millionen Kubikmeter Wasser nicht mehr im Lech, sondern fließen
stattdessen über das Kraftwerk Spullersee in den Rhein. "So wird
einem der letzten noch weitgehend intakten alpinen Flüsse
wortwörtlich das Wasser abgegraben. Die erzeugte Menge Strom macht
hingegen lediglich ein Vierzigstel des ÖBB-Strombedarfes aus. Die
wenigen Kilowattstunden sind es nicht wert, dem letzten wilden
Alpenfluss das Wasser zu nehmen", rechnet Westerhof vor.

Der Lech ist europaweit Referenz für ein alpines Wildflusssystem
mit natürlichen und naturnahen Gewässerabschnitten, Au-Landschaften
und Schluchten. Er ist durch nationales und internationales
Naturschutzrecht streng geschützt - das Projekt würde gegen
Flora-Fauna-Habitatrichtlinie, EU-Vogelschutzrichtlinie,
Aarhus-Konvention und Alpenkonvention verstoßen. Die geplante
Erweiterung des Spullersee-Kraftwerks würde einen Präzedenzfall für
den weiteren rücksichtslosen energiewirtschaftlichen Ausbau des Lechs
und seines Einzugsgebietes schaffen.

Derzeit verfügen zwei Alpgemeinschaften mit über Hundert Bauern
über die Wasserrechte für die betroffenen Lechquellen. Diese Bauern
sollen jetzt zwangsenteignet werden. Wird diese Enteignung
eingeleitet, so ist das ein unwiderruflicher Schritt. Dann wird es
kaum noch zu verhindern sein, dass dem Lech Millionen von Kubikmetern
an Wasser entzogen werden. "Wir rufen anlässlich der heutigen
Aufsichtsratssitzung den Vorstand und den Aufsichtsrat der ÖBB
eindringlich dazu auf, die Notbremse zu ziehen und von den
Enteignungs-Plänen und darüber hinaus vom Projekt Spullersee Abstand
zu nehmen", so Westerhof.

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Klima- und Energiesprecher Greenpeace,
Tel.: +43 664 612 67 01
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace,
Tel.: +43 664 612 67 18

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99

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