- 05.03.2010, 12:33:27
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Kritik an Andritz-Bilanz: Zerstörung von Natur statt Umwelttechnologie
Weihbischof Kräutler zu neuem Andritz-Projekt: "Ein Verbrechen an der Natur"
Wien (OTS) - Greenpeace und ECA Watch veröffentlichen anlässlich
der heute präsentierten Jahresbilanz 2009 der Andritz AG eine
alternative Bilanz des österreichischen Unternehmens. Die Zahlen der
Umweltschützer sprechen eine andere Sprache, als die des Konzerns.
Denn international hat sich die Andritz AG zu einer Marke entwickelt,
die unmittelbar mit Umweltzerstörung und sozialer Verelendung in
Verbindung gebracht wird. Derzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit der
Umweltorganisationen die geplante Beteiligung der Andritz AG am
Staudammprojekt "Belo Monte" in Brasilien. "Wo Andritz draufsteht,
ist häufig Naturzerstörung und Vertreibung drin!", kritisiert ECA
Watch-Sprecher Ulrich Eichelmann.
Aktuell bemüht sich die Andritz AG um das Staudammprojekt "Belo
Monte" im brasilianischen Regenwald, das auf den breiten Widerstand
von Umweltgruppen und der indigenen Bevölkerung vor Ort stößt. Am
Rio Xingu soll der drittgrößte Staudamm der Welt entstehen. Der dort
ansässige österreichische Weihbischof Erwin Kräutler spricht sich
vehement gegen den geplanten Staudamm aus. "Dieses Projekt ist ein
Verbrechen an der Natur und an den Menschen. Die Andritz AG sollte
sich auf keinen Fall daran beteiligen. Der Profit darf nicht über
alles gestellt werden", appelliert Kräutler.
Allerdings sind es ingesamt vier äußerst umstrittene Projekte, die
die Andritz AG derzeit in Vorbereitung. Neben dem Projekt "Belo
Monte" gibt es in Brasilien noch einen Staudamm am Rio Madeira. Auch
ist das Unternehmen noch immer nicht aus dem Ilisu-Staudammprojekt in
der Türkei ausgestiegen. Und im tasmanischen Urwald soll eine
Zellstofffabrik mit Andritz-Technik ausgestattet werden.
Eine Bilanz dieser Projekte macht deutlich, wie hoch die Auswirkungen
auf Mensch und Umwelt sind:
- 15.000 - 20.000 Menschen sollen im Amazonas-Regenwald umgesiedelt werden - Weit über hundert Fischarten könnten im Amazonas für immer ausgerottet werden - 200 Millionen m3 Erde müssten dort ausgehoben werden (mehr als beim Panamakanal) - 80.000 bis 100.000 Schildkröten könnten am weltweit größte Schildkröten-Brutplatz im Amazonas betroffen sein - 60.000 Menschen sollen in der Türkei umgesiedelt, enteignet und kaum entschädigt werden - die historische Stadt Hasankeyf würde mit zahlreichen anderen historischen Fundstätten einfach geflutet werden - 200.000 Hektar Regenwald sollen alleine in Australien geopfert werden - Täglich sollen in Australien 64.000 m3 hochgiftiger Abwässer ins Meer gepumpt werden
"Beim höchst umstrittenen Bau des Ilisu-Staudamms am Tigris im
Südosten hat die Andritz AG unter Beweis gestellt, dass
internationale ethische Standards für das Unternehmen keine Rolle
spielen", erklärt Niklas Schinerl von Greenpeace. Im Juli 2009 haben
Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie alle europäische Banken
wegen der katastrophalen ökologischen, kulturellen und soziologischen
Folgen ihren Rückzug aus dem Staudammprojekt erklärt. Die Andritz AG,
die wiederholt behauptet hat, sich unter diesen Umständen aus dem
Projekt ebenfalls zurück zu ziehen, ist bis heute nicht davon
abgerückt diesen Staudamm zu bauen.
Greenpeace und ECA Watch fordern von der Andritz AG einen Rückzug
aus den fatalen Staudamm-Projekten im Amazonas und in der Türkei und
sprechen sich ebenso gegen die geplante Zellstofffabrik in Tasmanien
aus "Wer sich in Österreich mit Umweltpreisen schmückt, darf anderswo
die Rodung des Urwaldes, die Umsiedlung und Enteignung von Menschen
und die Ausrottung ganzer Tier- und Pflanzenarten nicht in Kauf
nehmen", sind sich Schinerl und Eichelmann einig.
Weitere Informationen:
www.greenpeace.at/andritz_bilanz
Rückfragehinweis:
DI Ulrich Eichelmann, ECA Watch, +43 676 662 15 12
Niklas Schinerl, Greenpeace CEE, +43 664 612 67 04
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99
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