- 01.03.2010, 09:33:27
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Protest in Graz: Nein zur Kohlekraft in Voitsberg!
Greenpeace und BI fordern einen Stopp der Inbetriebnahme des ÖDK III
Graz (OTS) - Greenpeace protestiert heute in Graz gemeinsam mit
rund fünfhundert Einwohnern von Voitsberg und Umgebung sowie der
Bürgerinitiative "Zukunft Voits-berg" gegen die geplante
Wiederinbetriebnahme des Kohlekraftwerkes ÖDK III.
Im Rahmen dieses Protestes werden die Umweltaktivisten der in Graz
tagenden Bundesregierung wie auch der steirischen Landesregierung
eine Petition überreichen, in der sie ihre Kritik am Kohlekraftwerk
zusammengefasst haben. Zudem werden Aktivisten von Greenpeace einen
rauchenden Schornstein als Symbol errichten, um mit diesem Hinweis
auf ihr Klima schädigendes Potenzial einen raschen Ausstieg aus der
Kohlekraft von Landes- und Bundesregierung zu fordern.
"Voitsberg braucht saubere Luft und saubere Energie", appelliert
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl, "und Österreich kann sich mit
seiner aktuellen Klimabilanz ganz einfach kein weiteres
Kohlekraftwerk leisten." Die Bundesregierung steht wegen ihrer
Klimapolitik auch innerhalb der Europäischen Union heftig in der
Kritik. Ganze hundert Millionen Tonnen CO2 liegt Österreich innerhalb
der fünfjährigen Kioto-Phase von 2008 bis 2012 über seinem
ursprünglichen Klimaziel.
Weltweit betrachtet zählen Kohlekraftwerke zu den größten
CO2-Schleudern und stellen damit eine enorme Bedrohung für das Klima
dar. Ein Steinkohlekraftwerk erzeugt pro Kilowattstunde Strom etwa
achthundert bis tausend Gramm Kohlendioxid (CO2) - also gleich drei
Mal so viel wie ein Gaskraftwerk und unendlich Mal so viel wie
Sonnen- oder Windenergie. "Kohlekraftwerke sind wahre Klimakiller",
kritisiert Niklas Schinerl. "So würde das Kohlekraftwerk Voitsberg
III die heimische Klimabilanz mit knapp zweieinhalb Millionen Tonnen
CO2 mehr massiv weiter belasten", so Schinerl.
Das 2006 aufgrund seiner Unwirtschaftlichkeit stillgelegte
Braunkohlekraftwerk in Voitsberg wurde 2008 von Mirko Kovats Firma
A-Tec Industries gekauft. Er will dieses Kraftwerk nun zu einem
Steinkohlekraftwerk umbauen und wieder in Betrieb nehmen. Der
Widerstand dagegen ist aber groß, nachdem die Bewohner von Voitsberg
und Umgebung bereits seit Jahren unter einer schlechten Luftqualität
zu leiden haben. Voitsberg zählt zu den Bezirken mit der höchsten
Feinstaubbelastung in Österreich und ist somit
Feinstaubsanierungsgebiet. Durch die Schließung des
Braunkohlekraftwerkes ist der Feinstaubausstoß im Bezirk während der
letzten Jahre allerdings spürbar zurückgegangen.
Von Bundesminister Berlakovich erwartet Greenpeace, einem
zusätzlichen Kohlekraft-werk in Österreich eine Absage zu erteilen
und sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für einen
raschen Ausstieg aus der Kohlekraft in Österreich einzu-setzen.
Ähnliches gilt für die steirische Landesregierung: "Wenn
Landeshauptmann Voves an dem Projekt festhält, verdeutlicht er damit
nur, dass ihm Klimaschutz und die Gesundheit der Voitsberger keine
Anliegen sind", kommentiert Schinerl abschließend.
Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Klima- & Energiesprecher Greenpeace
Tel.: +43 664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: +43 664 6126718, http://www.greenpeace.at/voitsberg
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/99
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