Greenpeace: Kritik an Schokoladepralinen

Nur wenige empfehlenswerte Produkte für Valentinstag

Wien (OTS) - Der Greenpeace-Einkaufsratgeber marktcheck.at hat diesmal anlässlich des bevorstehenden Valentinstages Schokoladepralinen unter die Lupe genommen: Von insgesamt 38 getesteten Produkten wurden nur vier - und zwar von der Firma Zotter - sowohl fair als auch umweltfreundlich und tiergerecht hergestellt. Einige der überprüften Waren enthielten zudem problematische Zusatzstoffe, und die Mehrheit davon ist viel zu aufwändig verpackt.

Das Team von marktcheck.at hat die Schokopralinen auf die gleichen Kriterien hin überprüft wie die Nikoloschokoladen im vergangenen November: Umweltfreundlichkeit (Inhaltsstoffe, Transport, Verpackung, Gentechnik), artgerechte Tierhaltung und soziale Aspekte. Die Bilanz ist äußerst unerfreulich, denn nur vier Produkte, alle von der Firma Zotter, erzielten bei den genannten Kriterien ein "Hervorragend" oder zumindest "Gut" - ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Schokoherstellern wie Ferrero, Guylian, Heindl, Hofbauer, Lindt, Manner, Mars, Milka, Nestlé, Storck und Suchard, die im November letzten Jahres bereits mit ihren Nikoloprodukten enttäuschten. Und auch diesmal erreichten ihre Schokopralinen in den Kategorien Ökologie, Soziales und Tierschutz nur ein "Kritisch" oder gar "Ungenügend".

"Immer mehr Konsumenten bevorzugen faire, umweltfreundlich und tiergerecht hergestellte Produkte, doch die Mehrheit der Schokoladehersteller verschläft diesen Trend auch weiterhin. Und manche Firmen verarbeiten in ihren Produkten sogar nach wie vor höchst entbehrliche chemische Zusatzstoffe", kritisiert die Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.

Die Schokoladepralinen "I love Milka Pralinés" (30 Stück, Nuss-Nougat und Erdbeer-Rahm), "Nestlé After Eight", "Palace Melanie" und "Suchard Désirs" enthalten den problematischen Lebensmittelzusatzstoff Polyglycerin-Polyricinoleat bzw. E 476, der als Emulgator eingesetzt wird. Tierversuche haben jedoch gezeigt, dass diese Substanz in höheren Dosen zu Nieren- und Lebervergrößerungen führen kann und überdies auch die Durchlässigkeit der Darmwand beeinträchtigt. Doch gerade beim Genuss von Schokolade kann die erlaubte Tagesdosis leicht erreicht oder gar überschritten werden. Die Produkte "Manner Feine Pralinés" und "Heindl Alles Gute" beinhalten wiederum die Farbstoffe Chinolingelb bzw. E 104 sowie Cochenillerot bzw. E 124. Beide Substanzen können an der Ausbildung eines hyperkinetischen Syndroms beteiligt sein und müssen ab Juli 2010 in der Europäischen Union mit "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden. In den USA etwa ist
E 104 für die Produktion von Lebensmitteln inzwischen ganz verboten.

"Solche Substanzen haben in Pralinen nicht das Geringste zu suchen. Die Firma Heindl hat uns auch bereits zugesichert, dass sie ihre Kollektion 'Alles Gute' ab sofort ohne die beiden Farbstoffe herstellen will. Manner und weitere Erzeuger, deren Produkte E 476 enthalten, haben hingegen noch nicht auf unsere Anfragen reagiert", schildert Greenpeace-Sprecherin Sprinz. "Bewussten Konsumenten rate ich also dringend, diese Süßigkeiten im Regal stehen zu lassen, sich bei den Herstellern zu beschweren und beim Einkauf auf faire Bioschokolade zu setzen", empfiehlt Claudia Sprinz den Konsumenten abschließend.

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Claudia Sprinz, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126731

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