- 06.11.2026, 13:58:33
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WKÖ-Schneider-Lugger zu KI an Österreichs Schulen: Umsetzung muss noch konkreter werden
Mit KI-Strategie liegt Orientierungsrahmen vor - WKÖ fordert klare Kompetenzziele, Unterstützung für Lehrkräfte und Einbindung von berufsbildenden Schulen und Berufsschulen
Die KI-Strategie des Bildungsministeriums greift wesentliche Fragen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Schulen auf. Aus Sicht der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fehlen dabei jedoch konkrete Zeitpläne, eine nachvollziehbare Finanzierung und überprüfbare Ziele. Auch veränderte Anforderungen in der Ausbildung und Berufsausübung müssen noch stärker berücksichtigt werden.
„Die Strategie beschreibt viele Aufgaben zutreffend. Entscheidend ist aber, wie daraus konkrete Verbesserungen im Unterricht werden. Schulen brauchen Klarheit darüber, welche Kompetenzen vermittelt werden sollen, welche Anwendungen zur Verfügung stehen und welche Unterstützung sie erhalten“, betont Melina Schneider-Lugger, Leiterin der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Zwtl.: Grundkompetenzen müssen gesichert sein
Die KI-Strategie betont zu Recht den eigenständigen Aufbau von Grundkompetenzen: Lesen, Schreiben, Rechnen und fachliches Verständnis bleiben Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bildungsweg und Berufseinstieg. Der Einsatz von KI muss diesem Kompetenzaufbau dienen und an seiner tatsächlichen Lernwirkung gemessen werden.
„Wer KI-Ergebnisse beurteilen soll, braucht eigenes Wissen. Junge Menschen müssen grundlegende Aufgaben auch selbstständig bewältigen können. Ausbildungsbetriebe müssen sich darauf verlassen können, dass diese Basis nach der Pflichtschulzeit vorhanden ist“, so Schneider-Lugger. Dafür brauche es konkrete Lernziele und aussagekräftige Leistungsnachweise, die eigenständige Fähigkeiten ebenso sichtbar machen wie den kompetenten Einsatz von KI.
Zwtl.: Anforderungen der Arbeitswelt verbindlich aufgreifen
Die Strategie sieht vor, Erkenntnisse aus der Arbeitswelt zu berücksichtigen. Wie dieser Austausch organisiert wird und wie rasch die Ergebnisse in den Schulen ankommen, muss noch konkretisiert werden. Der Praxis-Blick der Wirtschaft sollte regelmäßig in die Weiterentwicklung von Kompetenzanforderungen eingebunden sein.
„KI verändert bereits heute die beruflichen Aufgaben. Lehrpläne, Unterrichtsmaterialien und die Fortbildung des Lehrpersonals müssen damit Schritt halten können. Dafür braucht es einen verlässlichen Austausch mit den Betrieben und klare Verfahren, um neue Anforderungen zeitnah aufzugreifen“, erklärt die WKÖ-Bildungsexpertin. Besondere Aufmerksamkeit benötigen dabei die Berufsschulen sowie berufsbildende mittlere und höhere Schulen. In der dualen Ausbildung müssen schulische und betriebliche Ausbildungsinhalte aufeinander abgestimmt werden - allgemeine Hinweise auf KI-Kompetenz reichen dafür nicht aus.
Zwtl.: Schulen brauchen Unterstützung und klare Verbindlichkeiten
Auch bei der Qualifizierung von Lehrpersonen und Schulleitungen muss die Umsetzung über das Bereitstellen von Informationen und freiwilligen Angeboten hinausgehen. Erforderlich sind verbindliche Kompetenzziele, praxisnahe Fortbildungen in ausreichendem Maß und Zeit für die Anwendung im Unterricht. Eine klare rechtliche Orientierung soll verhindern, dass jeder Schulstandort dieselben Fragen im Alleingang lösen muss. Auch Berufsschulen brauchen Zugang zum Marktplatz Lernapps.
Bei der angestrebten Verwaltungsentlastung spricht sich die WKÖ dafür aus, zunächst Aufgaben und Abläufe zu vereinfachen. Mehrfacherfassungen und unnötige Berichtspflichten sollten beseitigt werden. Ob KI tatsächlich entlastet, ist unter Berücksichtigung des zusätzlichen Schulungs-, Prüf- und Betreuungsaufwands zu bewerten.
„Ein Strategiepapier allein verändert den Schulalltag noch nicht. Jetzt braucht es einen konkreten Umsetzungsplan mit Zuständigkeiten, Ressourcen und überprüfbaren Ergebnissen. Der Maßstab muss dabei sein, ob junge Menschen besser beim Kompetenzerwerb unterstützt und auf Ausbildung und Beruf vorbereitet werden“, so Schneider-Lugger abschließend. (PWK603/HSP)
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