- 06.11.2026, 12:08:03
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FPÖ – Ragger: „Mehr Geld für Pflegebetten ist noch keine Pflegereform!“
Freiheitlicher Pflegesprecher fordert „Daheim statt Heim“, Ausbau mobiler Pflege und stärkere Unterstützung pflegender Angehöriger
„Die Pflegepolitik darf sich nicht darauf beschränken, immer mehr Geld in bestehende Heimstrukturen zu investieren. Entscheidend muss sein, welche Form der Pflege für den einzelnen Menschen tatsächlich die beste ist“, erklärte heute der freiheitliche Nationalratsabgeordnete und Pflegesprecher Mag. Christian Ragger zur von SPÖ-Landesrätin Beate Prettner angekündigten Erhöhung der Pflegeheimfinanzierung für 2027.
In Kärnten stehen in 79 Altenwohn- und Pflegeheimen rund 5.800 Pflegeplätze zur Verfügung. Die angekündigte Erhöhung des Sockelbetrages verursacht Mehrkosten von 18,5 Millionen Euro. „Selbstverständlich brauchen unsere Pflegeheime eine solide Finanzierung. Wo mobile Pflege eine bedarfsgerechte Alternative darstellt, ist sie aber häufig deutlich kostengünstiger als ein Pflegeheimplatz. Genau hier liegt enormes Potenzial: Wenn wir Menschen ermöglichen, länger daheim bei ihren Angehörigen zu bleiben, können wir Kosten sparen und diese Mittel gezielt einsetzen, um noch mehr Pflegebedürftige individuell zu versorgen und ihre Angehörigen zu entlasten. Was Landesrätin Prettner seit Jahren vernachlässigt, ist die konsequente Stärkung dieser Alternativen. Unser Grundsatz lautet: Daheim statt Heim!“, betonte Ragger.
Dafür brauche es vor allem ein funktionierendes, flächendeckendes Case Management. „Jeder Pflegefall muss individuell betrachtet werden. Gemeinsam mit den Betroffenen und unter Einbindung ihrer Angehörigen muss ermittelt werden, welche Form der Pflege am besten geeignet ist. Der Wille und die Interessen der Pflegebedürftigen müssen dabei im Mittelpunkt stehen“, so Ragger. Die Freiheitlichen fordern daher einen konsequenten Ausbau der mobilen Dienste sowie eine grundlegende Neuausrichtung der Pflegefinanzierung. „Wir wollen künftig nicht danach finanzieren, wo jemand gepflegt wird, sondern danach, was er tatsächlich benötigt. Dazu gehören bundesweit unser Pflegescheck in Höhe von 2.500 Euro jährlich für individuell benötigte Pflege- und Betreuungsleistungen, eine Erhöhung des Pflegegeldes um 50 Prozent ab Pflegestufe 3 bei häuslicher Pflege und eine bessere Absicherung pflegender Angehöriger.“
„Angesichts der demografischen Entwicklung müssen wir künftig mehr Menschen versorgen und gleichzeitig den Kostenanstieg eindämmen. Das gelingt nicht allein mit höheren Zahlungen für Pflegebetten, sondern nur mit einer bedarfsgerechten Pflegepolitik. So viel Pflege daheim wie möglich und so viel stationäre Pflege wie notwendig!“, so Ragger abschließend.
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