• 06.11.2026, 11:22:04
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SPÖ-Lindner zu Notarzt-Plänen: Vergebene Jahrhundert-Chance lässt tausende Steirer*innen in Versorgungswüste zurück

SPÖ-Nationalratsabgeordneter fordert sofortigen regionalen Krisengipfel

Wien (OTS) - 

Seit fast einem Jahrzehnt warnt der Liezener SPÖ-Abgeordnete Mario Lindner inzwischen vor dem massiven Versorgungsnotstand im Notarzt-Bereich in den Gemeinden der Steirischen Eisenstraße. Insbesondere seit einer Reihe tragischer Unfälle in den letzten Jahren machten Lindner, aber auch regionale Bürgermeister*innen, Einsatzorganisationen und Einwohner*innen, mit Petitionen und offenen Briefen auf die mangelnde Notarzt-Versorgung in der Region aufmerksam und forderten langfristige Lösungen ein. Aufgrund dieses Drucks und angesichts der geplanten Schließung des Notarzt-Stützpunkts Waidhofen/Ybbs kam es in den vergangenen Monaten schließlich zu Verhandlungen über eine bundesländerübergreifende Notarzt-Lösung zwischen der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich. „Die Zusammenarbeit dieser drei Bundesländer hätte eine Jahrhundert-Chance geboten, um endlich für Sicherheit im Notfall für die Steirische Eisenstraße, aber auch für unsere Nachbarregionen in Niederösterreich und Oberösterreich zu sorgen. Was aber heute als Ergebnis dieser Verhandlungen präsentiert wurde, ist mehr als nur eine massive Enttäuschung: Damit werden tausende Steirer*innen in der Versorgungswüste zurückgelassen“, kritisiert Lindner. Insbesondere darüber, dass sich die Gemeinden Eisenerz, Radmer, Wildalpen, Landl und Teile von Admont im nun präsentierten Modell weiterhin nicht auf einen bodengebundenen Notarzt-Stützpunkt verlassen können, zeigt sich Lindner extrem enttäuscht: „Ich weiß nicht, ob sich die steirische Landesregierung hier über den Tisch ziehen hat lassen oder ihr die Lage in unserer Region einfach egal ist. Aber es scheint leider naheliegend, dass es bei diesem Ergebnis nicht um die bestmögliche Versorgung unserer Bevölkerung gegangen ist!“ ****

Schon Ende 2025 erledigte das Rote Kreuz Liezen unter Einbindung internationaler Expert*innen die Aufgabe der Landespolitik und legte ein umfassendes, wissenschaftlich fundiertes Konzept über die verschiedenen Möglichkeiten zur Ausgestaltung einer 3-Länder-Lösung vor. Beim Vergleich möglicher Standorte für den geplanten Notarzt-Stützpunkt sprach dabei vor allem die Analyse von Überschneidungen und Doppelabdeckungen mit anderen, bereits bestehenden Versorgungsgebieten klar für einen Notarzt-Stützpunkt in Altenmarkt bei St. Gallen. Auch hinsichtlich der Versorgungsfairness, also der Abdeckung aller drei beteiligten Bundesländer, zeigte diese Analyse einen klaren Vorteil eines Notarzt-Stützpunkts in Altenmarkt.

Für Lindner ist klar, dass insbesondere die steirische Landesregierung mit dem heute präsentierten Modell die regionale Bevölkerung im Regen stehen lässt. „Das können und werden die Menschen in unserer Region und vor allem in der Steirischen Eisenstraße nicht akzeptieren. Es geht schließlich um nichts weniger als darum, dass sich unsere Mitbürger*innen in Eisenerz oder in Landl darauf verlassen können, dass sie im Notfall die Hilfe erhalten, die sie verdienen!“

Der SPÖ-Abgeordnete aus Liezen fordert daher von allen Beteiligten umgehend und ohne Vorbehalte einen regionalen Krisengipfel zur Notarzt-Versorgung. Vor allem die steirische Landesregierung dürfe sich dabei nicht aus der Verantwortung stehlen und müsse der regionalen Bevölkerung Rede und Antwort stehen: „Jetzt müssen Bürgermeister*innen, Einsatz- und Rettungsorganisationen, die betroffenen Ortsstellen und die Landespolitik an einen Tisch. Denn wir haben immer noch die Möglichkeit, diese Jahrhundert-Chance wirklich zu nutzen: So, dass alle drei Bundesländer gleichberechtigt und zu je einem Drittel abgedeckt werden. So, dass wir teure Doppel- und Mehrfachversorgungen vermeiden. Und vor allem so, dass unterversorgte Regionen endlich von einem bodengebundenen Notarzt-Dienst abgesichert werden“, so Lindner abschließend. (Schluss) sp/lw

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