• 04.11.2026, 08:49:02
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GBH-Muchitsch: Hände weg von unseren Feiertagen

IV-Ochsner will Feiertage streichen und Menschen länger arbeiten lassen – Muchitsch: „Wer schwer arbeitet, braucht seine Erholung. Alles andere ist respektlos.”

Wien (OTS) - 

Der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich, Kari Ochsner, will Feiertage streichen, die Arbeitszeit erhöhen und das gesetzliche Pensionsantrittsalter anheben. Abg. z. NR Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH), findet dafür klare Worte: „Wer aus dem bequemen Büro heraus den Menschen auf den Baustellen und in den Betrieben ihre Erholung und die Zeit mit der Familie wegnehmen will, handelt unanständig. Das tut man nicht. Das ist respektlos gegenüber allen, die jeden Tag schwer arbeiten.“

Erholung ist kein Luxus

Am Bau wird bei Hitze, Kälte und Regen gearbeitet. Schwere Lasten, früher Arbeitsbeginn, lange Anfahrtswege. Viele Kolleginnen und Kollegen sind auf Montage und unter der Woche gar nicht zu Hause. Für sie sind Feiertage oft die wenigen Tage, an denen die ganze Familie beisammen ist.

„Wer den ganzen Tag am Gerüst steht, im Graben arbeitet oder in der Werkstätte an der Maschine, der weiß, was ein freier Tag wert ist. Diese Menschen halten das Land am Laufen. Ihnen die Feiertage wegzunehmen, ist ein Schlag ins Gesicht“, so Muchitsch.

Dasselbe gilt für ein höheres Pensionsantrittsalter. Viele Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter schaffen schon heute körperlich nicht, bis zum gesetzlichen Pensionsalter durchzuarbeiten. Sie noch länger arbeiten zu lassen, ist keine Lösung. Das ist eine Pensionskürzung durch die Hintertür.

Mehr Arbeitsstunden gibt es längst – sie werden nur nicht bezahlt

Statt Feiertage zu streichen, soll die Industrie zuerst ihre eigenen Hausaufgaben machen. Laut Arbeiterkammer wurden 2025 fast 46 Millionen Mehr- und Überstunden weder bezahlt noch in Zeitausgleich abgegolten. Den Beschäftigten fehlen dadurch rund 2,5 Milliarden Euro. Dem Staat entgehen mehr als eine Milliarde Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Dieser Lohnraub ist auch unfairer Wettbewerb und bestraft jene Betriebe, die sich an die Regeln halten. „Wenn die Industrie mehr Arbeitsstunden will: Die gibt es längst. Sie müssen nur endlich bezahlt werden“, stellt Muchitsch klar.

Auch beim Fachkräftemangel liegt die Verantwortung bei den Unternehmen: Wer Fachkräfte sucht, muss Lehrlinge ausbilden und älteren Beschäftigten eine faire Chance geben. Wer stattdessen über das Streichen von Feiertagen redet, ist nicht in der Arbeitswelt angekommen.

Die Beschäftigten erwarten sich Lösungen gegen die Teuerung, sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen. Eine neue Debatte darüber, welcher Feiertag als Nächstes fallen soll, brauchen sie nicht.

Wer ist die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH)
Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) ist die österreichische Gewerkschaft für rund 240.000 Beschäftigte in der Bau-, Holz- und Steinbranche. Sie verhandelt Kollektivverträge, setzt sich für faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit ein und kämpft für faire öffentliche Vergaben sowie konsequent gegen Lohn- und Sozialdumping. Ziel ist der Schutz der Beschäftigten und fairer Wettbewerb für jene Betriebe, die sich an die Regeln halten. Bundesvorsitzender der GBH ist Josef Muchitsch. Weitere Informationen auf gbh.at.

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GBH-Presse
Thomas Trabi, M.A.
Telefon: 0664/614 55 17
E-Mail: [email protected]
gbh.at

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