• 03.11.2026, 11:24:33
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SPÖ-Bayr: Europa muss ukrainischen Kindern eine Zukunft geben

Wien (OTS) - 

Seit mehr als viereinhalb Jahren führt Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Besonders schwer trifft der Krieg die Kinder: Sie verlieren ihr Zuhause, ihre vertraute Umgebung und oft auch den unmittelbaren Kontakt zu ihren Vätern und anderen Familienangehörigen. Millionen mussten fliehen und in anderen europäischen Ländern ein neues Leben beginnen. Andere bleiben in der Ukraine und wachsen unter Bomben und in ständiger Angst auf. Ihre Situation steht heute, am 3. November 2026, im Mittelpunkt der Tagung des Parlamentarischen Netzwerks zur Situation der Kinder der Ukraine in Wien. SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, hat das seit mehr als zwei Jahren bestehende Netzwerk nach Wien eingeladen. Ziel ist es, die europäische Zusammenarbeit im Kinderschutz zu stärken. ****

„Für ukrainische Kinder ist die Flucht und die Ankunft in Sicherheit nicht das Ende ihrer Reise, sondern erst der Anfang. Kinder müssen lernen, dazugehören, akzeptiert werden und sich entfalten können. Eine gute Zukunft ist keine Belohnung für besondere Widerstandskraft. Sie ist ein Recht jedes Kindes“, betonte Bayr in ihrer Eröffnungsrede. Bayr trifft im Zuge der Konferenz auch die stellvertretende Außenministerin der Ukraine, Mariana Betsa, zu einem Austausch.

Ein besonders dringendes Thema ist das Schicksal der von Russland verschleppten ukrainischen Kinder. Sie wurden ihren Familien entrissen und häufig auch ihrer ukrainischen Identität beraubt. Ihre Rückführung ist eine zentrale humanitäre und menschenrechtliche Aufgabe. „Jedes dieser Kinder hat eine Familie, die auf sie wartet. Ihre Rückkehr ist nicht verhandelbar. Und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, betont Bayr, die auch Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des österreichischen Nationalrats ist. Die internationale Gemeinschaft müsse alles daransetzen, die Kinder ausfindig zu machen, ihre Rückkehr zu ermöglichen und ihre Rechte zu schützen.

Für jene Kinder, die in Österreich und anderen europäischen Ländern Schutz finden, braucht es langfristige Perspektiven. In Österreich leben rund 95.000 Ukrainerinnen und Ukrainer, fast ein Drittel davon ist jünger als 20 Jahre. Entscheidend sind rechtliche Sicherheit, Sprachförderung, Zugang zu Bildung und eine psychosoziale Betreuung. „Traumata machen nicht an Landesgrenzen halt. Psychologische Unterstützung in ukrainischer Sprache muss die Regel und nicht die Ausnahme sein“, unterstreicht Bayr. Integration dürfe zudem niemals bedeuten, die eigene Identität aufgeben zu müssen.

Auch die Kinder, die weiterhin in der Ukraine leben, dürfen nicht aus dem Blick geraten. Viele lernen in Kellern und U-Bahn-Stationen, während über ihnen Drohnen und Raketenangriffe den Alltag bestimmen. Ihr Recht auf Bildung, Sicherheit und eine unbeschwerte Kindheit bleibt massiv bedroht.

Als Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats bekräftigt Bayr, dass die Kinder der Ukraine ganz oben auf der europäischen Agenda bleiben. „Lang andauernde Krisen brauchen funktionierende Systeme. Unsere Aufgabe ist es, aus kurzfristiger Nothilfe langfristige Strukturen zu machen und aus dem Zuhören konkrete politische Maßnahmen entstehen zu lassen“, so Bayr abschließend. (Schluss) eg/mb

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