• 03.11.2026, 10:31:02
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FCG/GPA zum Equal Pay Day: Gleichstellung darf nicht beim Gehaltszettel enden!

Carearbeit muss finanziell anerkannt werden – für echte Gleichstellung

Wien (OTS) - 

Jedes Jahr wird zum Equal Pay Day über Gehaltsunterschiede diskutiert. Die Forderungen sind bekannt: mehr Lohntransparenz, mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Vollzeitbeschäftigung. Doch eine entscheidende Frage bleibt offen: Wer bezahlt dafür, dass unsere Gesellschaft auf unbezahlte Arbeit angewiesen ist?

Immerhin werden laut Zeitverwendungsstudie der Statistik Austria in Österreich insgesamt rund 25,7 Millionen Stunden unbezahlte Arbeit am Tag geleistet, wovon rund zwei Drittel auf Frauen entfallen.

„Kinder betreuen, Angehörige pflegen, den Familienalltag organisieren: Diese Arbeit hält das tägliche Leben am Laufen. Sie wird überwiegend von Frauen geleistet – mit gravierenden Folgen für Einkommen, Karrierechancen und Pensionen“, betont Karin Zeisel, Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter in der Gewerkschaft GPA. Seit Jahren wird diskutiert, wie Frauen mehr verdienen können. Viel zu selten gehe es darum, wie jene Frauen abgesichert werden, die einen erheblichen Teil ihrer Arbeitskraft unbezahlt leisten.

Care Arbeit muss finanziell abgegolten werden

Frauen sollen mehr Stunden arbeiten, denn Teilzeit ist eine Armutsfalle. Diese Forderung ist nicht neu. Und sie stimmt. Gleichzeitig lässt die Angleichung des Frauenpensionsalters die Arbeitslosigkeit unter Frauen steigen. Für die Christlichen Gewerkschafter ist daher klar: Es braucht nicht einfach mehr Arbeitsstunden oder Erwerbsjahre, sondern eine gerechtere Verteilung der Verantwortung.

Meist sind es Frauen, die nach der Karenz in Teilzeit zurückkehren. Mit entsprechenden Einbußen bei den Pensionsbeiträgen. Auch die Pflege von Eltern und Schwiegereltern übernehmen überwiegend Frauen. Oft ist das nur mit Teilzeitarbeit vereinbar. Wieder auf Kosten ihrer Pension. „Es wird Zeit, einen finanziellen Ausgleich für betreuungs- und pflegebedingte Erwerbseinschränkungen einzuführen, damit Frauen sich ihre Pension auch leisten können.“, fordert Markus Hiesberger, FCG/GPA-Bundesgeschäftsführer.

Solange Teilzeit als individuelles Problem betrachtet wird und Kinderbetreuung sowie Pflege nicht ausreichend abgesichert sind, bleibt die Forderung nach mehr Vollzeit für viele realitätsfern. Darin sind sich die Christlichen Gewerkschafter:innen einig.

„Frauen brauchen keine weiteren Belehrungen darüber, dass Teilzeit ihre Pension schmälert. Sie brauchen ein System, das verhindert, dass gesellschaftlich wesentliche Arbeit zu persönlicher Altersarmut führt. Lohntransparenz und faire Karrierechancen bleiben wichtig. Doch echte Gleichstellung verlangt auch, unbezahlte Arbeit wirtschaftlich anzuerkennen“, betonen Zeisel und Hiesberger anlässlich des Equal Pay Days.

Ihr gemeinsamer Appell: „Nicht Frauen sind zu teuer. Unbezahlte Carearbeit ist für unsere Wirtschaft bisher zu billig. Das muss sich ändern.“

Rückfragen & Kontakt

FCG/GPA
Mag. Gertraud Kreiml, MA
Telefon: 0676/817111395
E-Mail: [email protected]
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