• 03.11.2026, 08:04:33
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GPA-Teiber zu IV-Ochsner-Gruselvorschlägen: „Hände weg von Feiertagen, Pensionen und Gesundheitsversorgung!“

Wer das Land nach vorn bringen will, investiert in Infrastruktur, Qualifizierung und bessere Rahmenbedingungen

Wien (OTS) - 

Mit scharfer Kritik reagiert die Gewerkschaft GPA auf Forderungen von IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner, ein bis zwei Feiertage zu streichen, die Arbeitszeit zu erhöhen, das gesetzliche Pensionsantrittsalter heraufzusetzen und Ambulanzgebühren einzuführen, wie sie im Interview mit der Tageszeitung „heute“ zu lesen sind. „Herr Ochsner dürfte entgangen sein, dass Halloween vorbei ist, darum bringt er wohl Vorschläge aus dem Gruselkabinett. Die Industriellenvereinigung soll ihren Angriff auf die Rechte von Beschäftigten sofort einstellen. Hände weg von Freizeit und Pensionen!“, sagt Gewerkschaft GPA-Vorsitzende Barbara Teiber: „Wer wirklich ‚das Land nach vorn bringen‘ will, muss in die Produktivität investieren: in Netze, in Aus- und Weiterbildung, in Planungssicherheit. Mehr Arbeiten für weniger Geld ist das falsche Rezept aus der Mottenkiste. Hat die Industriellenvereinigung jeglichen Anspruch ernstzunehmender Gestaltung unserer Wirtschaft verloren? Ist das Hinhauen auf Arbeitnehmerrechte alles, was ihnen noch einfällt?“

„Die Realität am Arbeitsmarkt ist, dass viele Menschen ab 55 gar keinen Job mehr finden oder gesundheitlich nicht durchhalten. In so einer Lage das Pensionsantrittsalter raufzuschrauben, ist kein Reformmut, sondern Zynismus“, so Teiber.

„Die Produktivität ist seit der letzten gesetzlichen Arbeitszeitverkürzung 1975 massiv gestiegen. Jetzt Feiertage und Freizeit streichen zu wollen, ist rückwärtsgewandt und nichts anderes als ein Griff ins Börsel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, betont Teiber: „Was wir brauchen, ist stärkere Kaufkraft, nicht weniger Freizeit.“

„Statt an Feiertagen und Pensionen zu sägen, fordern wir Zukunftsinvestitionen, einen massiven Ausbau der Energie- und Netzinfrastruktur und gute Fachkräfteausbildung. Da hätten Unternehmen ausreichend zu tun,“ so Teiber. „Genau das hebt die Produktivität und stärkt die Industrie – nicht das Streichen von Erholungstagen“.

Zur geforderten Ambulanzgebühr sagt Teiber: „Wer wirklich Doppelgleisigkeiten und Überlast bekämpfen will, muss Primärversorgung und telefonische Erstberatung stärken, nicht neue Hürden für Patientinnen und Patienten aufbauen. Das schadet am Ende denen, die sich Gesundheitskosten am wenigsten leisten können.“

Teiber abschließend: „Österreich kommt nicht nach vorn, wenn wir Beschäftigte länger, billiger und mit weniger Freizeit arbeiten lassen. Es kommt nach vorn, wenn wir klug investieren, Fachkräfte qualifizieren und Rahmenbedingungen verbessern. Plumpe Angriffe auf wohlerworbene Rechte zaubern vielleicht Industriekapitänen in Ochsners Zielgruppe ein Lächeln auf die Lippen, bringen dem Standort aber nichts.“

Rückfragen & Kontakt

Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
Daniel Gürtler
Tel.: 05 0301-21225
Mobil: 0676/817 111 225
E-Mail: [email protected]
Web: www.gpa.at

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