• 02.11.2026, 13:12:32
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Seniorenbundpräsidentin Korosec: „Endlich Anreize für die Beschäftigung älterer Menschen schaffen“

Dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit erfordert Maßnahmen

Wien (OTS) - 

Die Situation älterer Menschen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt verschärft sich weiter. Monat für Monat steigt die Zahl der über 50-Jährigen ohne Beschäftigung. Im Oktober lag die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe um 4,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit, von der viele Ältere betroffen sind: ein Anstieg um 10,5 Prozent.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir ein strukturelles Problem haben. Wer über 60 seinen Arbeitsplatz verliert, hat auf dem Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance. Gleichzeitig haben rund 30 Prozent der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten keinen einzigen Mitarbeiter über 60. Das ist angesichts des viel beklagten Fachkräftemangels nicht nachvollziehbar“, sagt Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec. „Wer fordert, dass Menschen länger arbeiten sollen, muss auch dafür sorgen, dass sie länger arbeiten können.“

Da Appelle, Ältere nicht zu kündigen oder einzustellen, nicht fruchten, seien Maßnahmen nötig, damit sich etwas verändert, sagt Korosec. Der Seniorenrat hat das WIFO beauftragt, ein Bonus-Malus-System für Betriebe zu erstellen.

„Mein Zugang ist ein Anreiz-System. Das Prinzip: Ein Betrieb, der mehr Ältere beschäftigt als der Durchschnitt, soll belohnt werden. In letzter Konsequenz könnte das auch bedeuten: Ein Betrieb, der unterdurchschnittlich wenige beschäftigt, muss einen finanziellen Beitrag leisten“, sagt Korosec.

Arbeitslosigkeit sei auch nicht bloß eine Zahl in einer Statistik. Hinter jeder Zahl stehe ein Mensch: „Es geht um Einzelschicksale.“

Die Beschäftigung älterer Menschen sei auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit: „Wer über Fachkräftemangel klagt, muss bereit sein, den Expertenpool zu nutzen. Ältere bringen Erfahrung, Fachwissen, Verlässlichkeit und Kompetenz mit. Dieses Potenzial dürfen wir nicht länger ungenutzt lassen.“

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Seniorenbund
Karin Leitner
Telefon: 0664/8170404
E-Mail: [email protected]

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