• 02.11.2026, 10:00:04
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Grüne/Disoski zu Equal Pay Day: „Frauen sind keine Arbeitnehmerinnen zweiter Klasse“

Während Frauen im Erwerbsleben Hunderttausende Euro entgehen, blockiert die Bundesregierung weiter die Lohntransparenz

Wien (OTS) - 

„400.000 Euro brutto weniger verdienen Frauen durchschnittlich im Vergleich zu Männern – auf ein 40-jähriges Erwerbsleben hochgerechnet. Das ist Geld für ein Zuhause, für finanzielle Unabhängigkeit, für eine abgesicherte Pension. Und was macht die Bundesregierung? Sie streitet über Lohntransparenz, während Frauen weiter auf ihr Recht warten. Damit muss endlich Schluss sein. Frauen sind keine Arbeitnehmerinnen zweiter Klasse!“, kritisiert die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, anlässlich des Equal Pay Days am 5. November.

Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen bis Jahresende gratis. Bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung verdienen sie durchschnittlich rund 10.500 Euro brutto weniger pro Jahr als Männer. Über 40 Erwerbsjahre ergibt das bei gleichbleibendem Unterschied rechnerisch mehr als 400.000 Euro brutto. Österreich zählt beim Gender Pay Gap zu den drei EU-Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Bruttostundenlohnunterschieden.

„Österreich besingt sich als Heimat großer Töchter. Bei der Bezahlung gehört es zu den Schlusslichtern Europas. Das ist beschämend für ein Land, das sich bei der Gleichstellung so gerne als Vorreiter präsentiert. Und noch beschämender ist, dass diese Bundesregierung nicht einmal jene Maßnahmen zustande bringt, die längst europäisches Recht sein sollten“, sagt Disoski.

Die EU-Lohntransparenzrichtlinie soll Frauen ermöglichen, ungerechtfertigte Gehaltsunterschiede aufzudecken und dagegen vorzugehen. Österreich hätte sie bis zum 7. Juni umsetzen müssen. Doch fast fünf Monate später fehlt weiterhin die politische Einigung der Bundesregierung.

„Schluss mit den Ausreden, Schluss mit den Blockaden! Wer seine Beschäftigten fair bezahlt, hat keinen Grund, sich vor Lohntransparenz zu fürchten. Dass ausgerechnet bei den Rechten von Frauen plötzlich Bürokratie als Argument herhalten muss, ist absurd. Nicht die Offenlegung ungerechter Gehaltsunterschiede ist das Problem, sondern dass diese Unterschiede überhaupt bestehen. Die Bundesregierung muss die Richtlinie endlich umsetzen“, fordert Disoski.

Für Disoski steht die Verzögerung exemplarisch für die Frauen- und Gleichstellungspolitik der Bundesregierung: „Bei der Budgetkonsolidierung werden Frauen zur Kasse gebeten, bei ihren Rechten werden sie vertröstet. Frauen haben sich eine Politik verdient, die ihre Lebensrealität verbessert. Stattdessen bekommen sie eine Politik, die sie zusätzlich belastet. Dass ausgerechnet eine Bundesregierung mit SPÖ-Beteiligung diese Bilanz zu verantworten hat, ist besonders enttäuschend.“

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