- 31.10.2026, 07:59:03
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Greenpeace zum Ende der Weltnaturkonferenz: Große Arbeit liegt noch vor uns
Selbstbestimmung indigener Völker noch unklar und Finanzmittel noch unsicher – Greenpeace fordert Naturschutzoffensive von Minister Totschnig
Die Weltnaturkonferenz COP17 ging heute nach zähen Verhandlungen bis in die frühen Morgenstunden zu Ende. Die Vertragsstaaten haben sich auf einen gemeinsamen Weg geeinigt, wie die globalen Biodiversitätsziele bis 2030 noch erreicht werden könnten. Die zwei zentralen Knackpunkte der Verhandlungen waren die Ausgestaltung des Artenschutzfonds “Cali Fund” sowie die Rechte indigener Völker. Ihre Selbstbestimmung blieb im Abschlusstext unzureichend verankert, da offene Fragen zu ihrer eigenständigen Repräsentanz im neuen Gremium für indigene und lokale Bevölkerungen (SB8j) auf die nächste Konferenz vertagt wurden. Die Umweltorganisation fordert von Bundesminister Norbert Totschnig und der gesamten Bundesregierung eine Naturschutzoffensive für Österreich. Sie muss den gesetzlichen Pflichten ressortübergreifend konsequent nachkommen.
Ursula Bittner, Artenschutzexpertin bei Greenpeace in Österreich
„Die Beschlüsse der COP17 in Jerewan sind ein klarer Arbeitsauftrag: Die Weltgemeinschaft will den Artenverlust bis 2030 stoppen, doch die eigentliche Arbeit fängt damit jetzt erst an. Für Österreich bedeutet das, dass die Bundesregierung umgehend eine Naturschutzoffensive starten muss - und das ressortübergreifend. Das heißt unter anderem: Schluss mit umweltschädlichen Subventionen, das Ende des Zubetonierens und eine verlässliche Finanzierung durch ausreichend Biodiversitätsmittel. Statt den Schutz unserer Natur durch Deregulierung auszuhöhlen, muss Umweltminister Totschnig endlich umsteuern. Dazu gehört auch die rasche Erhöhung der streng geschützten Flächen auf mindestens zehn Prozent.“
Fehlendes Geld für globalen Artenschutz: EU setzt auf Scheinlösungen
Damit der vereinbarte Fahrplan für den Schutz der Artenvielfalt nicht scheitert, braucht es ausreichend finanzielle Mittel. Der Artenschutzfonds Cali-Fund stellte in Jerewan einen der Hauptstreitpunkte dar. Er ist nach wie vor weitgehend leer, weil sich Unternehmen ihrer Verantwortung entziehen. Statt den nötigen Druck aufzubauen, treibt die Europäische Union private Finanzierungsmodelle wie Biodiversitätszertifikate voran. Parallel fließen Milliarden-Subventionen weiterhin in die Zerstörung der Natur. Die Staatengemeinschaft hat sich selbst zum Ziel gesetzt, jährlich rund 500 Milliarden US-Dollar an naturschädlichen Subventionen abzubauen und in den Schutz der Artenvielfalt umzulenken. Hier muss jetzt rasch gehandelt werden.
Naturschutzoffensive für Österreich gefordert
Auch Österreich steht vor einer Mammutaufgabe beim Naturschutz. Laut aktuellem Nationalbericht sind von 37 heimischen Naturschutzzielen 24 nicht auf Kurs und noch kein einziges erfüllt. Jeden Tag werden in Österreich 6,5 Hektar wertvoller Boden versiegelt – das entspricht der Fläche von mehr als neun Fußballfeldern. Dem strengen Schutz unterstehen lediglich 2,9 Prozent des Landes. Österreich schüttet außerdem noch immer 5,7 Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen aus, während dem Biodiversitätsfonds nur mehr 5 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Eine Analyse der österreichischen Naturschutzziele und Bildmaterial finden Sie hier: act.gp/4sy0Hm5
Unter Verwendung der angegebenen Credits stehen die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick
- Anlass: Abschluss der UN-Weltnaturkonferenz COP17 in Jerewan (Armenien).
- Ergebnis: Konferenz endet mit unzureichenden Beschlüssen zu Finanzmitteln, Rechte Indigener noch unklar, Österreich bei Naturschutz weiter säumig.
- Hauptforderung: Naturschutzoffensive in Österreich, Stopp des Bodenverbrauchs, Erhöhung streng geschützter Flächen auf 10 Prozent, Ende naturschädlicher Subventionen, Ablehnung von EU vorgeschlagenen Biodiversitätszertifikaten.
- Adressat:in: Bundesminister Norbert Totschnig / Österreichische Bundesregierung
- Quelle / Material: Greenpeace Österreich / act.gp/4sy0Hm5
Rückfragen & Kontakt
Ursula Bittner
Artenschutzexpertin
Greenpeace in Österreich
Tel.: +43 664 960 64 29
E-Mail: [email protected]
Magnus Reinel
Pressesprecher
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 8817 2210
E-Mail: [email protected]
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