- 30.10.2026, 07:10:02
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Wirtschaftsbund zu Klimaziel 2040: Von der Industrie bis zum Familienbetrieb zahlt die ganze Wirtschaft drauf
WB-Graf: Wirtschaftsbund warnt seit Langem vor nationalem Alleingang. Breiter Schulterschluss der Wirtschaft unterstreicht Notwendigkeit einer Korrektur
Der Österreichische Wirtschaftsbund warnt erneut eindringlich vor einem österreichischen Alleingang beim Klimaziel 2040 und fordert eine Korrektur des Klimagesetzes. Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf betont, dass die Debatte weit über die Industrie hinausreicht: „Wer glaubt, ein vorgezogenes Klimaziel betreffe nur die großen Industriebetriebe, verkennt die Struktur unserer Wirtschaft. Getroffen werden der Installateur, die Bäckerei, der Frächter, der Tourismusbetrieb und der Handel, um nur einige zu nennen. Das sind Betriebe, die Österreich mittragen und schon jetzt mit hohen Kosten und schwacher Konjunktur kämpfen.“
Klimaziel 2040 wird zum Stresstest für den Standort
Ein vorgezogenes Klimaziel setzt Industrie und Mittelstand gleichermaßen unter Druck. Die Wettbewerbsfähigkeit ist durch die hohe Abgabenlast und die hohen Kosten für den Faktor Arbeit ohnehin bereits eine große Herausforderung. „Ein Familienbetrieb mit zwölf Mitarbeitern kann nicht nebenbei in wenigen Jahren seinen Fuhrpark, seine Heizung und seine Produktion umstellen und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben. Und auch ein Industriebetrieb, der Hunderte Millionen in die Transformation investiert, braucht dafür Zeit und Planungssicherheit. Wenn die Politik das Tempo künstlich anzieht, gerät der gesamte Standort unter Druck“, so Graf.
Klimaschutz ja, Sonderweg nein
Der Wirtschaftsbund bekennt sich zur Klimaneutralität. Viele Betriebe investieren bereits aus eigenem Antrieb in Photovoltaik, Effizienz und neue Technologien. Entscheidend ist aber, dass Österreich im europäischen Gleichschritt vorgeht. „Klimaschutz funktioniert nur, wenn er von der Wirtschaft mitgetragen wird und nicht gegen sie gemacht wird. Ein nationales Zieldatum, das uns gegenüber unseren Nachbarn benachteiligt, schafft kein Gramm CO₂-Einsparung mehr für Europa, aber sehr wohl weniger Aufträge und Arbeitsplätze bei uns“, hält Graf fest. Statt eines früheren Zieldatums fordert der Wirtschaftsbund daher, das Klimagesetz am europäischen Zielpfad auszurichten und Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Transformation tatsächlich möglich machen. Dazu zählen schnellere Genehmigungsverfahren für Netze, Speicher und Erneuerbare, Technologieoffenheit statt Verboten sowie Anreize statt neuer Berichtspflichten. Ebenso braucht es leistbare Energie, damit Investitionen in Österreich und nicht anderswo getätigt werden.
Gemeinsam für einen realistischen Weg
„Ob Industriebetrieb, Gewerbe oder Familienunternehmen: Ein nationaler Alleingang trifft alle. Wir wollen gemeinsam mit der Bundesregierung einen Klimaschutz gestalten, der Emissionen senkt und zugleich Wohlstand und Arbeitsplätze in Österreich sichert. Mit einer Jahreszahl im Gesetz wurde noch keine einzige Tonne CO₂ eingespart. Das schaffen nur die Betriebe, wenn man sie lässt“, so Graf abschließend.
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