- 28.10.2026, 09:23:32
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Energiesystem in grundlegendem Wandel: Sonnenenergie auf Wachstumskurs
APG-Factbox September: Im Erneuerbarenmix verschieben sich die Gewichte grundlegend.

Die in den Sommermonaten vorherrschende Trockenheit hielt auch im September (KW 36-39) in Österreich an und stellte für die Stromversorgung im Land durchaus eine Herausforderung dar.
Rückgang der erneuerbaren Erzeugung um mehr als ein Fünftel
Die erneuerbare Erzeugung verringerte sich im Vorjahresvergleich um 21 Prozent. Ausschlaggebend dafür war die weiter anhaltende Trockenheit mit einer drastischen Reduktion der Wasserkraft in der Höhe von 37 Prozent im Vergleich zum September 2025. Dieser Einbruch bei der Wasserkraft konnte nur zum Teil durch die Photovoltaik und zu einem geringen Anteil durch die Windkraft abgefedert werden. Die Photovoltaik steigerte sich im Vorjahresvergleich um 41 Prozent, während sich die Windkraft auf dem Vorjahresniveau bewegte (+ 1 Prozent gegenüber September 2025). Insgesamt konnten die Erneuerbaren nur 69 Prozent zur Stromverbrauchsdeckung beitragen, wohingegen im Vorjahres-September 87 Prozent der Last durch die erneuerbare Erzeugung gedeckt wurden.
Erneuerbaren-Mix: Photovoltaik gewinnt rasant an Bedeutung
Am gesamten Kuchen der Erneuerbaren lag der Anteil der Photovoltaik im September 2026 bei bereits 21 Prozent, während er 2025 erst bei 12 Prozent lag. Der Anteil der Wasserkraft an den Erneuerbaren reduzierte sich im Vorjahresvergleich hingegen von 70 Prozent auf 55 Prozent.
Der höhere Anteil der PV zeigt sich auch bei der Verbrauchsdeckung: Konnte die PV im Vorjahres-September nur 10 Prozent zur Stromverbrauchsdeckung beitragen, so deckte die PV in diesem September 15 Prozent des Verbrauchs (4.153 GWh)*. Im September 2025 entfielen 61 Prozent des Stromverbrauchs auf die Wasserkraft. Im September dieses Jahres hingegen konnten nur 38 Prozent Lastdeckung durch Wasserkraft erzielt werden.
„Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden Umbau unseres Energiesystems. Die Photovoltaik entwickelt sich von einer ergänzenden Technologie hin zu einem wesentlichen Baustein der Stromversorgung. Dank sinkender Technologie- und Produktionskosten, kurzer Errichtungszeiten sowie eines stetigen Ausbaus der installierten Leistung von derzeit rund 11.500 MW zählt sie zu den am schnellsten wachsenden erneuerbaren Energieträgern. Ihr dynamischer Ausbau trägt wesentlich dazu bei, die Klimaziele zu erreichen, die heimische Stromversorgung zu stärken und mit einem parallel stattfindenden Ausbau der Stromnetze und Speicher die Transformation des Energiesystems voranzutreiben“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
Ohne Importe keine vollständige Verbrauchsdeckung
Vor dem Hintergrund der stark reduzierten erneuerbaren Produktion blieben Importe auch im September unverzichtbar für die Versorgung. Österreich (Regelzone APG**, auf Basis der Fahrpläne) war mit einem Saldo in der Höhe von 1.158 GWh erneuet Strom-Import-Land und konnte an keinem einzigen Tag bilanziell Strom ins Ausland exportieren. Auch im September 2025 war das Land Strom-Importeur, allerdings fiel der Import-Saldo mit 511 GWh damals deutlich geringer aus und es konnte zumindest an fünf Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden. Damit betrug der Import-Saldowert dieses Septembers (1.158 GWh) weit mehr als das Doppelte vom Import-Saldowert von September 2025 (511 GWh). Seit über einem Jahr (mit Ausnahme Juni 2026) war Österreich Import-Land.
Die ausgeprägte Import-Abhängigkeit zeigt sich auch darin, dass Ende September bereits der Import-Saldowert des gesamten Vorjahres deutlich überschritten wurde. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Importe am Stromverbrauch von 11 Prozent im September 2025 auf 26 Prozent im September 2026.
29 Redispatch-Tage mehr als im Vergleichszeitraum 2025
Im Zeitraum von Jänner bis Ende September 2026 mussten an 29 Tagen mehr Redispatch-Maßnahmen gesetzt werden als im Vergleichszeitraum 2025. Durch das Abregeln erneuerbarer Erzeugung sind im September 2026 gesamt 1.099 MWh „verloren“ gegangen. Davon betroffen waren Laufwasser und Wind.
„Damit sich das Potenzial der Photovoltaik voll entfallen kann, braucht es Netze und Speicher – so kann der zur Mittagszeit produzierte Strom in die Abendstunden verlagert werden und preisdämpfend wirken. Voraussetzung für die optimale Nutzung des Potenzials von Photovoltaik sind ein leistungsfähiges Stromnetz, ausreichende Speicherkapazitäten sowie die intelligente Integration der erneuerbaren Erzeugung in das Energiesystem. Der Netzausbau wie auch die intelligente Vernetzung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch gewinnen somit enorm an Bedeutung und rücken verstärkt in den Fokus“, betont Gerhard Christiner.
* Dies ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz (inkl. Netzverluste, ohne Pumpstrom) in der Regelzone APG. Darin ist der Verbrauch, der durch eigenproduzierten PV-Strom gedeckt wird, nicht enthalten.
** Die Regelzone APG umfasst ganz Österreich mit Ausnahme je eines Korridors in Vorarlberg und Tirol.
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2035 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.
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