- 27.10.2026, 10:58:02
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ÖGB-Ausbildungsfonds würde 1,8 Milliarden für Lehrlingsausbildung bringen
ÖGJ-Huemer: Wer Fachkräfte will, muss ausbilden – Ausbildungsfonds schafft faire Finanzierung
„Made in Austria – Stolz auf unsere Fachkräfte“ - mit dieser Kampagne wirbt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer derzeit für mehr Wirtschaftspatriotismus. Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) begrüßt es, wenn junge Fachkräfte und die Chancen einer Lehre vor den Vorhang geholt werden. Doch wer die heimische Fachkräfteausbildung stärken will, muss mehr bieten als Kampagnen und schöne Worte.
„Wer Fachkräfte will, muss in ihre Ausbildung investieren. Es kann nicht sein, dass immer weniger Betriebe ausbilden und gleichzeitig über fehlende Fachkräfte geklagt wird“, sagt ÖGJ-Vorsitzende Jennifer Huemer.
Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) fordert daher erneut die Einführung eines Ausbildungsfonds. Nach aktuellen Berechnungen der ÖGB-Expert:innen könnten dadurch jährlich rund 1,8 Milliarden Euro für die Lehrlingsausbildung bereitgestellt werden.
Alle profitieren von Fachkräften – alle sollen beitragen
Der Ausbildungsfonds folgt einem einfachen Prinzip: Alle Unternehmen leisten einen Beitrag von einem Prozent ihrer Bruttolohnsumme in einen gemeinsamen Fonds. Ausbildungsbetriebe werden gefördert und erhalten Kosten für die Ausbildung von Lehrlingen aus dem Fonds zurück, während Betriebe, die nicht ausbilden, aber alle Voraussetzungen dafür erfüllen würden, sich an der Finanzierung beteiligen.
„Heute finanzieren vergleichsweise wenige Betriebe einen Großteil der Ausbildung. Gleichzeitig profitieren viele Unternehmen von fertig ausgebildeten Fachkräften, ohne selbst auszubilden. Das ist nicht gerecht und auch nicht zukunftsfit“, so Huemer.
Mit den errechneten rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr stünden ausreichend Mittel zur Verfügung, um mehr Lehrstellen zu schaffen, die Ausbildungsqualität zu stärken und die Fachkräftesicherung auf eine langfristige Basis zu stellen.
Wer Fachkräfte will, muss in Ausbildung investieren
Für die ÖGJ ist klar: Die Fachkräftesicherung darf nicht länger von jenen Betrieben allein getragen werden, die ausbilden. Der Ausbildungsfonds sorgt dafür, dass sich alle Unternehmen an dieser gesellschaftlichen Aufgabe beteiligen.
„Gut ausgebildete Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Sie werden in den Betrieben ausgebildet. Deshalb ist es nur fair, dass alle Unternehmen einen Beitrag leisten und nicht nur jene, die bereits Verantwortung übernehmen“, betont Huemer.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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