• 25.10.2026, 12:17:32
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ÖGB-Schuberth zu Bonin: Beschäftigte dürfen nicht die Rechnung für die Krise zahlen

Kritik an Benya-Formel, Lohnabschlüssen und Pensionen geht an Lebensrealität der Beschäftigten vorbei

Wien (OTS) - 

ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth weist die Aussagen von IHS-Direktor Holger Bonin in der heutigen ORF-„Pressestunde“ zurück. Die Kritik an Kollektivverträgen und Benya-Formel sowie Forderungen nach einem höheren Pensionsantrittsalter gehen aus Sicht des ÖGB an der Lebensrealität der Beschäftigten vorbei. Auch bei den Spritpreisen dürfe die Verantwortung nicht einseitig bei den Arbeitnehmer:innen abgeladen werden.

Benya-Formel sichert faire Beteiligung am Wohlstand

Bonins Kritik an angeblich zu hohen Lohnabschlüssen greift zu kurz. In Österreich werden Kollektivverträge seit jeher nach Branchen verhandelt. Die jeweilige wirtschaftliche Lage wird dabei berücksichtigt. Gleichzeitig mussten die Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre massive Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation ausgleichen.

„Wer die Benya-Formel angreift, greift direkt die Beschäftigten an. Jeder Angriff auf die kollektivvertragliche Lohnentwicklung ist ein Angriff auf ihre Kaufkraft, ihre Leistung und ihren gerechten Anteil am Wohlstand. Wer den Beschäftigten faire Lohnabschlüsse streitig macht, will, dass sie die Rechnung für andere bezahlen. Das werden wir nicht hinnehmen“, sagt Schuberth.

Weitere Lohnzurückhaltung wäre aus Sicht des ÖGB auch wirtschaftlich kontraproduktiv. Niedrigere Reallöhne bedeuten weniger Kaufkraft und damit weniger privaten Konsum. Gerade in einer schwachen Konjunktur braucht Österreich aber Nachfrage und keine weitere Schwächung der Einkommen.

Spritpreisbremse: Nicht nur Beschäftigte in die Pflicht nehmen

Auch Bonins Kritik an der Spritpreisbremse macht es sich zu einfach. Österreich kann die Weltmarktpreise für Öl nicht bestimmen. Sehr wohl kann die Politik aber Maßnahmen setzen, damit Mineralölkonzerne nicht durch überhöhte Margen zusätzlich an steigenden Preisen verdienen.

„Wer gegen die Spritpreisbremse argumentiert, muss auch erklären, warum die Beschäftigten die volle Last der Krise tragen sollen, während die Gewinnmargen der Ölkonzerne unangetastet bleiben. Entlastung und faire Preise sind kein Widerspruch“, betont Schuberth.

Höheres Pensionsantrittsalter bedeutet für viele längere Arbeitslosigkeit

Kritisch sieht der ÖGB auch Bonins Forderungen bei den Pensionen. Das Antrittsalter für die Korridorpension wird bereits schrittweise von 62 auf 63 Jahre angehoben. Eine weitere Erhöhung sowie ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter ignorieren die Situation älterer Arbeitnehmer:innen am Arbeitsmarkt.

„Ein höheres Pensionsantrittsalter schafft noch keinen einzigen altersgerechten Arbeitsplatz. Wenn ältere Menschen keine Beschäftigung finden, bedeutet später in Pension zu gehen vor allem eines: längere Arbeitslosigkeit statt längerer Beschäftigung“, so Schuberth.

Auch eine Schwächung der gesetzlichen Pension zugunsten kapitalgedeckter Modelle lehnt der ÖGB ab. Damit würden Risiken der Alterssicherung stärker von der Solidargemeinschaft auf die einzelnen Beschäftigten verlagert.

Der ÖGB fordert:

  • Faire Kollektivvertragsabschlüsse, die Kaufkraft sichern und Beschäftigte angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligen.
  • Wirksame Maßnahmen gegen überhöhte Spritpreise und Margen, statt die Belastungen einseitig auf Arbeitnehmer:innen abzuwälzen.
  • Gute und altersgerechte Arbeitsplätze statt höherem Pensionsantrittsalter, damit Menschen gesund bis zur Pension arbeiten können.

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at

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Mag. Peter Leinfellner
Telefon: +436503636399
E-Mail: [email protected]

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