- 23.10.2026, 16:05:02
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FCG-Pensionist:innen: Kapitaldeckung ist kein Synonym für Nachhaltigkeit
Willi Waldner: „Entscheidend ist nicht die Größe des Kapitalstocks, sondern welche sichere Pension nach Kosten und Inflation tatsächlich bei den Menschen ankommt.“
Der gestrige KURIER-Beitrag zur langfristigen Pensionsfinanzierung verweist auf eine internationale Vergleichsstudie des Beratungsunternehmens Marsh (vormals Mercer), in der Österreich bei der Nachhaltigkeit seines Pensionssystems am Ende des Rankings liegt.
Dies zeigt, wie dringend eine sachliche Debatte über die Zukunft unseres Pensionssystems ist. Die Finanzierung der Pensionen muss nachhaltig gesichert werden. Eine stärkere Kapitaldeckung ist dafür jedoch kein automatischer Königsweg. Entscheidend ist nicht die Höhe des veranlagten Kapitals, sondern die Pension, die Menschen im Alter tatsächlich erhalten.
„Nachhaltigkeit muss sich daran messen lassen, ob Menschen auch künftig eine ausreichende, verlässliche und kaufkraftgesicherte Pension erhalten – nicht bloß daran, wie viel Kapital angesammelt wird“, erklärt Willi Waldner, Bundesvorsitzender der FCG-Pensionist:innen.
Chile und Deutschland zeigen die Grenzen der Kapitaldeckung
Chile musste sein weitgehend kapitalgedecktes Pensionssystem reformieren, weil die Leistungen für viele Menschen nicht ausreichten. Auch die deutsche Riester-Rente konnte die Probleme bei Kosten, Verbreitung und sozialer Absicherung nicht überzeugend lösen. Kapitaldeckung ist daher kein Selbstläufer.
Auch in Österreich müssen die tatsächlichen Ergebnisse der Pensionskassen im Mittelpunkt stehen. Veranlagungsrisiken, Gebühren und Inflation können die Leistungen und ihre Kaufkraft erheblich beeinträchtigen.
Wer trägt die Risiken – und wer profitiert?
„Wer mehr kapitalgedeckte Vorsorge verlangt, muss offenlegen, welche Nettorenditen nach sämtlichen Kosten und Inflation realistisch sind, wer Verluste trägt und welche Pension tatsächlich zu erwarten ist“, fordert Waldner. Zusätzliche Kapitalveranlagung garantiert weder höhere Pensionen noch automatisch mehr heimische Investitionen und Arbeitsplätze.
Gesetzliche Pension als tragende Säule sichern
Die FCG-Pensionist:innen halten an der gesetzlichen, umlagefinanzierten Pension als Fundament der österreichischen Alterssicherung fest. Demografische Herausforderungen und die langfristige Finanzierung müssen sachlich diskutiert werden. Sie dürfen aber nicht automatisch als Argument für eine Verlagerung auf die Finanzmärkte dienen.
„Kapitaldeckung ist nicht automatisch nachhaltiger als Umlage – sie verteilt die Risiken anders. Ein fairer Vergleich muss beide Systeme vollständig betrachten. Für uns gilt: Sicherheit vor Rendite und Transparenz vor Expansion“, betont Waldner abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter
Mag. Denis Strieder, BA
Pressereferent
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