• 23.10.2026, 12:56:03
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Kühberger: Die tierärztliche Versorgung am Land darf kein Luxus werden – wir müssen jetzt handeln

Wien (OTS) - 

Bis 2032 fehlen in Österreich bis zu 120 Nutztierärztinnen und -ärzte. Mit der Pensionierungswelle droht sich die Lage drastisch zu verschärfen, sieht Nationalratsabgeordneter und Landwirt Andreas Kühberger viele Herausforderungen, deren es Lösungen bedarf. Die entsprechende Petition wurde gestern im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt.

Die tierärztliche Versorgung im ländlichen Raum gerät zunehmend unter Druck. Zwar steigt die Gesamtzahl der Tierärztinnen und Tierärzte in Österreich, im Nutztierbereich sinkt jedoch die Zahl der Praktikerinnen und Praktiker sowie das verfügbare Arbeitsvolumen. Junge Absolventinnen und Absolventen zieht es überwiegend in städtische Kleintierpraxen. Für bäuerliche Betriebe heißt das schon heute: längere Wartezeiten, weitere Anfahrtswege und Lücken im Notdienst – besonders in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen.

“Wenn um zwei Uhr früh eine Kuh in Not ist, zählt jede Minute. Bereits heute berichten Betriebe von Lücken in der Notversorgung. Das ist keine Zukunftssorge, das ist leider bereits bäuerlicher Alltag”, beschreibt Andreas Kühberger die Situation an vielen Höfen.

Akuter Bedarf: Die Lücke ist schon da

Laut einer von der Österreichischen Tierärztekammer beauftragten Simulation fehlen bereits 2027 zwischen 32 und 55 Nutztierärztinnen und -ärzte. Bis 2032 steigt diese Zahl auf 85 bis 120, bis 2037 auf rund 140. Besonders betroffen sind periphere Regionen. Wie stark sich die Wege verlängert haben, zeigt ein Beispiel aus dem Bezirk Horn: Ein Tierarzt aus Eggenburg betreute 1998 noch ein Gebiet von rund 15 Kilometern, heute sind es 50.

Pensionierungswelle verschärft die Lage

Im Jahr 2029 erreichen mehr als 90 Personen gleichzeitig das Pensionsalter, weitere Spitzen folgen 2034 und 2035. Im Schnitt sind in den nächsten 14 Jahren rund 84 Pensionierungen pro Jahr zu erwarten. Besonders herausfordernd ist das im Nutztierbereich. “In wenigen Jahren geht eine ganze Generation von Großtierärzten in Pension. Wer erst dann reagiert, kommt zu spät. Die Weichen müssen heute gestellt werden”, betont Kühberger die Dringlichkeit raschen Handelns und führt weiter aus: “Unsere Tiere bei Krankheiten und Verletzungen so rasch und so gut als möglich zu versorgen, ist einer der wichtigsten Grundsätze für uns Bauern. Die Gesellschaft kann nicht auf der einen Seite immer höhere Tierwohlstandards fordern und uns Bauern dann in diesem, für das Tierwohl entscheidenden Punkt im Stich lassen.”

Petition fordert rasche Lösungen

Die Petition “Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zur Stärkung der Landwirtschaft und des Tierwohls” (16/PET) hat Kühberger gemeinsam mit ÖVP-Landwirtschaftssprecher Georg Strasser und ÖVP-Tierschutzsprecher Josef Hechenberger im Nationalrat eingebracht. Darin werden ein Maßnahmenpaket zur Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum in der Zukunft sowie kurzfristige Maßnahmen zur Abfederung des bereits vorhandenen Defizits gefordert.

“Wir müssen rasch und entschlossen handeln. Denn ohne Tierarzt gibt es kein Tierwohl, keine sichere Lebensmittelversorgung und keine Zukunft für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Die Versorgung am Land ist eine Frage der Fairness gegenüber dem ländlichen Raum”, stellt Kühberger abschließend klar. (Schluss)

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