• 22.10.2026, 17:12:02
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WKÖ-Trefelik: Handels-KV muss Arbeitsplätze und Betriebe sichern

Arbeitgeber-Chefverhandler betont konstruktives Gesprächsklima zum Verhandlungsauftakt – doch wirtschaftliche Lage des Handels ist herausfordernd

Wien (OTS) - 

„Die heutigen Gespräche waren von gegenseitigem Respekt und einem guten sozialpartnerschaftlichen Austausch geprägt. Das ist eine wichtige Basis für die weiteren Verhandlungen“, betont Rainer Trefelik, Chefverhandler auf Arbeitgeberseite und Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), nach der ersten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag (KV) für die Angestellten und Lehrlinge im österreichischen Handel. Gleichzeitig verweist Trefelik darauf, dass die schwierige wirtschaftliche Situation, in der sich der Handel befindet, in der aktuellen Forderung der Gewerkschaft GPA unberücksichtigt bleibt: „Wir wollen selbstverständlich die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertschätzen. Sie sind das Rückgrat des Handels. Aber die Gehälter müssen durch die Betriebe erst erwirtschaftet werden. Die wirtschaftlichen Kennzahlen müssen sich in den Lohnverhandlungen widerspiegeln.“

Wirtschaftliche Kennzahlen zeigen die angespannte Lage

Die Zahlen verdeutlichen die angespannte Lage: Im ersten Halbjahr verzeichnete der österreichische Handel ein reales Umsatzminus von -0,7 Prozent, die konjunkturelle Entwicklung des heimischen Einzelhandels rangierte nur auf Rang 25 von 27 EU-Ländern. Zugleich stiegen die Kosten – insbesondere bei den Fixkostenblöcken. Preissteigerungen auf Grund von Kostensteigerungen sind im Einzelhandel aber nur sehr beschränkt möglich gewesen. Während der Verbraucherpreisindex von 2023 bis 2026 um +9,8 Prozent stieg, erhöhten sich die Einzelhandelspreise im selben Zeitraum nur um +5,5 Prozent.

„Diese schwierige Situation schlägt sich in einer äußerst geringen Umsatzrentabilität nieder: Diese beträgt im Einzelhandel lediglich 2,6 Prozent, in der Gesamtwirtschaft hingegen 5,4 Prozent“, zeigt Trefelik den engen Spielraum der Branche auf.

Auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind bereits deutlich spürbar: So ist die Beschäftigung im Handel seit 2023 rückläufig, im ersten Halbjahr des Vorjahres sank sie um -1,6 Prozent, im zweiten Halbjahr um -1,4 Prozent und ersten Halbjahr heuer ging sie abermals um -0,3 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit im Handel im ersten Halbjahr 2026 um +5,4 Prozent, während die Zahl der offenen Stellen um -12,8 Prozent abnahm.

Und die Aussichten, durch Produktivitätssteigerungen gegenzusteuern, sind nur gering besser: Für das Gesamtjahr 2026 wird dem Handel vom Wifo ein Nullwachstum der Bruttowertschöpfung prognostiziert. „Diesen 0,0 Prozent stehen aber bereits ein 2,55 Prozent Gehaltsplus im Jahr 2026 gegenüber. Das heißt, die Einnahmen wachsen keineswegs im selben Tempo wie die Personalkosten, dazu kommen Kostensteigerungen bei Energie und Mieten. Lohnabschlüsse müssen daher wirtschaftlich verkraftbar bleiben“, unterstreicht Trefelik.

Arbeitsplätze sichern bleibt gemeinsames Ziel

Wichtig sei, Betriebe und damit auch Jobs zu sichern. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, Arbeitsplätze zu erhalten und weitere Insolvenzen und Schließungen zu verhindern. Dafür braucht es einen Abschluss mit Maß und Ziel, der die Interessen der Beschäftigten ebenso berücksichtigt wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen“, so Trefelik abschließend. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 3. November statt. (PWK571/DFS)

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