- 22.10.2026, 16:16:03
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KV Handel: Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis beendet
Gewerkschaft GPA fordert +3,8 Prozent Gehalt, planbare Arbeitszeiten und echte Anerkennung für Mehrleistung
Die erste Verhandlungsrunde für die 420.000 Handelsangestellten ging heute nach fünf Stunden ergebnislos zu Ende. Die Gewerkschaft GPA fordert eine Erhöhung der Gehälter um 3,8 Prozent sowie Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. „Wir fordern eine faire Gehaltserhöhung, planbare Arbeitszeiten und echte Anerkennung für die Mehrleistung“, betont Linda Keizer, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA. Seitens der Arbeitgeber wurde kein Angebot vorgelegt.
„Der Einsatz der Beschäftigten hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich das Wachstum im Handel wieder positiv entwickelt. Die Kaufkraftverluste der letzten Jahre spüren nicht nur die Beschäftigten im Geldbörsel, sondern auch der Handel in den Kassen“, führt Keizer in Bezug auf den weiterhin schwächelnden Inlandskonsum aus. „Wer mehr Konsum fordert, kann die Gehaltsentwicklung von fast einer halben Million Beschäftigter dabei nicht ignorieren“, ergänzt die Gewerkschafterin.
„Gleichzeitig beobachten wir, dass die Anforderungen im Alltag massiv zugenommen haben. Der Arbeitsdruck steigt, während die Personaldecken immer knapper werden. Für Kund:innen bedeutet das fehlende Ansprechpersonen und längere Wartezeiten, für Beschäftigte permanenten Zeitdruck und wachsende Belastung“, schildert Martin Müllauer, Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA und Betriebsratsvorsitzender des MORAWA Bucheinzelhandels.
Kurzfristige Dienstplanänderungen gehören genauso wie regelmäßige Mehrarbeit im frauendominierten Handel zum Alltag. „Für den Betrieb sichert diese Flexibilität das laufende Geschäft. Für die Beschäftigten bedeutet sie fehlende Planbarkeit und Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Müllauer weiter. Die Gewerkschaft GPA fordert deshalb einen Zuschlag für Mehrarbeit ab der ersten Stunde sowie für kurzfristiges Einspringen. Auch die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche steht im Fokus.
„Freiwilligkeit bleibt für viele Beschäftigte im Handel leider weiterhin eine Illusion. Deshalb braucht es auch bei der Arbeitszeit klare Grenzen“, appelliert Linda Keizer. Die Gewerkschaft fordert deshalb eine verpflichtende 5-Tage-Woche, aber auch die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche.
„Wie auch die Arbeitgeber heute betont haben, sind hochwertige Beratung und Betreuung der entscheidende Wettbewerbsvorteil des stationären Handels. Aber gute Beratung braucht Menschen, die im Handel eine Zukunft sehen“, so Keizer weiter. „Wir können die Verhandlungen nutzen, um den Handelsangestellten wie der Branche eine echte Zukunftsperspektive zu geben. Das setzt aber Verhandlungen auf Augenhöhe und auf Basis der wirtschaftlichen Faktenlage voraus“, betont die Gewerkschafterin. „Wenn eine Abgeltung der Teuerung pauschal ausgeschlossen wird, während bereits jetzt eine Milliarde Gewinnausschüttungen geplant sind, hat das wenig mit Wertschätzung zu tun“, kritisiert Keizer abschließend.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 3. November statt.
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