- 22.10.2026, 16:00:32
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ÖGfE-Schmidt: Für viele Menschen bedeutet die EU Frieden und Demokratie – für andere bleibt sie umstritten
59 Prozent denken bei der EU an Frieden, nur 38 Prozent an Gerechtigkeit | FPÖ-Sympathisant:innen skeptisch | Umfrage
„Frieden, Freiheit und Demokratie – die tragenden Säulen der europäischen Zusammenarbeit – werden auch heute von einer Mehrheit in Österreich mit der europäischen Integration in Verbindung gebracht. Allerdings gilt dies nicht für alle Teile der Bevölkerung: Jene Befragte, die der FPÖ nahestehen, würden dieser Sichtweise dezidiert widersprechen“, kommentiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage.
Die EU wird in Österreich am häufigsten mit „Freiheit“ und „Frieden“ assoziiert – sechs von zehn Befragten verbinden die Union „sehr stark“ bzw. „stark“ mit diesen Begriffen, während vier von zehn dies „weniger stark“ oder „gar nicht“ tun. „Demokratie“, „Schutz und Sicherheit“ sowie „Solidarität und Zusammenhalt“ werden ebenfalls mehrheitlich genannt.
„Wohlstand und hoher Lebensstandard“ sind Begriffe, die in etwa gleichem Ausmaß mit der EU bzw. nicht mit der EU assoziiert werden.
Mehrheitlich nicht mit der EU in Zusammenhang gesetzt werden hingegen „soziale Absicherung vor Risiken“ sowie „Gerechtigkeit und Fairness“ – knapp sechs von zehn Befragten denken in diesem Zusammenhang weniger stark oder gar nicht an die Union.
„Der Mehrheit in Österreich ist durchaus bewusst, welche Werte es sind, die die Europäische Union von anderen globalen Playern unterscheidet. Die EU wird als stabiler Anker in einer stürmischen Welt geschätzt“, so Schmidt. „Die Tatsache, dass Wohlstand, soziale Absicherung und Fairness in diesem Zusammenhang weniger häufig genannt werden, spiegelt die aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen wider sowie die Zweifel, ob Europa die darauf notwendigen Antworten geben kann.“
In der Beurteilung der EU zeigt sich eine deutliche Polarisierung innerhalb der Bevölkerung. Gerade deklarierte Sympathisant:innen der FPÖ nehmen in den meisten Bereichen eine diametral andere Sichtweise ein als Anhänger:innen anderer Parteien oder Nichtdeklarierte. So assoziieren fast drei Viertel von ihnen die EU eher oder gar nicht mit Frieden, in Bezug auf den Begriff Freiheit sind es sieben von zehn. Noch weniger wird die EU mit Demokratie in Verbindung gebracht – 80 Prozent in der FPÖ-Anhängerschaft tun dies eher nicht oder gar nicht – und auch bei allen anderen abgefragten Begriffen sind acht von zehn Sympathisant:innen der Freiheitlichen Partei (eher) nicht der Meinung, dass sie auf die EU zutreffen.
„Die betont EU-ablehnende Positionierung der FPÖ zeigt Wirkung: Positive Bewertungen der Union finden sich unter ihren Anhängerinnen und Anhängern kaum. Dass wir es mit derart unterschiedlichen Sichtweisen in der Bevölkerung zu tun haben, sollte zu denken geben. Es würde sich lohnen, nicht nur übereinander, sondern wieder stärker miteinander zu reden und sich auf die Suche nach einem gemeinsamen Nenner zu machen“, schließt Schmidt.
Hintergrund:
Die aktuelle Umfrage wurde von market von 21. bis 24. September 2026 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 1000 Personen online, österreichische Bevölkerung, 16 bis 80 Jahre, repräsentativ für Alter, Geschlecht, Region und Bildung. Maximale statistische Schwankungsbreite +/- 3,16 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte. Fehlende Werte auf 100 Prozent = „weiß nicht / keine Angabe“.
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Mag. Paul Schmidt
Telefon: (+43-1) 533 49 99
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oegfe.at
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