• 22.10.2026, 15:30:34
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Effektive Budgetkürzungen für Universitäten verbauen Österreichs Zukunftsperspektiven

Stellungnahme des Senats der Technischen Universität (TU) Wien

Wien (OTS) - 

Die österreichische Bundesregierung hat am Samstag, 17. Oktober 2026, eine reale Reduktion des Budgets für Universitäten in Österreich für die Jahre 2028–2030 auf 16 Milliarden Euro beschlossen. Diese effektive Reduktion hat fatale Konsequenzen – für den heimischen Wissenschaftsbetrieb, für die Ausbildung der Studierenden und für den Wirtschaftsstandort. Die tägliche Arbeit unserer Kolleg_innen bewirkt viel – in der Forschung werden Modelle und Erfindungen entwickelt und Innovationen geschaffen, in der Lehre werden Fachkräfte, Lehrpersonal und Führungskräfte von morgen ausgebildet. Sowohl die Forschung und Innovation wie auch die Lehre sind essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft in herausfordernden Zeiten auf lange Sicht sicherzustellen.

Spitzenforschung und technologische Zukunftsfähigkeit gefährdet

An der Technischen Universität Wien forschen wir unter anderem an KI-Systemen und Quantentechnologien, um nur zwei unserer vielen zukunftsweisenden Forschungsfelder zu nennen. In diesen Bereichen liegen unsere Kolleg_innen an der Weltspitze und gestalten so Technologien mit, die unser aller Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten prägen werden. Diese Forschung ermöglicht es uns, diese Technologien in Österreich, Europa und weltweit mitgestalten zu können und Arbeitsplätze in zukunftsweisenden Feldern zu schaffen, anstatt blind fertige Produkte anderer Länder verwenden zu müssen, um nicht völlig den Anschluss zu verlieren.

Konkrete Auswirkungen der Budgetkürzungen auf Personal, Forschung und Lehre

Eine Kürzung des Universitätsbudgets für die Jahre 2028–2030 bedeutet:

  • in den kommenden vier Jahren werden die Stellen von Kolleg_innen, die aus dem Betrieb ausscheiden, in deutlich geringerem Ausmaß nachbesetzt werden können;
  • fast eine gesamte Kohorte an Prä-Doc-Universitätsassistent_innen kann nicht angestellt werden, welche somit kein Doktoratsstudium absolvieren können und als Unterstützung in der Lehre wegfallen;
  • bestehendes Personal muss die anfallende Mehrarbeit übernehmen: somit bleibt weniger Zeit für Forschung und die Aufrechterhaltung der Qualität in der Lehre.

Infolgedessen werden die über Jahre und Jahrzehnte aufgebauten internationalen Kooperationen gefährdet, die für Spitzenforschung so wichtig sind, und wir riskieren, in entscheidenden Forschungsgebieten den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. In der Lehre bedeuten geringere Qualität und schlechtere Betreuungsverhältnisse am Ende schlechtere Studierbarkeit, weniger Studienabschlüsse und stattdessen mehr Studienabbrüche.

Langfristige Konsequenzen für den Hochschul- und Wirtschaftsstandort Österreich

In den nächsten Jahren wird es daher bei dem veranschlagten Budget an Österreichs Universitäten vor allem für bestehendes Personal noch belastender und kompetitiver als es ohnehin schon ist – auch dadurch motiviert werden unvermeidbar viele talentierte Kolleg_innen einem Ruf an eine Universität im Ausland folgen oder in die Privatwirtschaft wechseln – mit negativen Konsequenzen für den Hochschulsektor in Österreich auf Jahrzehnte hinaus.

Für uns als Senat der TU Wien, für unsere Kolleg_innen sind die negativen Auswirkungen der Budgetkürzungen direkt spürbar. Für viele andere Menschen, die in Österreich leben, hat diese Entscheidung der Bundesregierung keine unmittelbaren Konsequenzen – aber die langfristigen Folgen an reduzierter Innovationskraft, einem verstärkten Fachkräftemangel und darüber hinaus weniger Arbeitsplätzen in der österreichischen Wirtschaft – die langfristigen Folgen dieser kurzsichtigen Politik werden in spätestens 10 Jahren alle Menschen, die in Österreich leben, mittragen müssen.

Senat fordert 18 Milliarden Euro für Universitäten

Wir fordern die Bundesregierung daher auf, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreichs und die Zukunftschancen von jungen Menschen zu sichern und ausreichende Budgetmittel von 18 Milliarden Euro für die Jahre 2028–2030 für die Universitäten bereitzustellen.

Prof. Bernhard Hofko
Vorsitzender des Senats der TU Wien

Rückfragen & Kontakt

Senat der Technischen Universität Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien
Tel.: +43 1 58801 40142
E-Mail: [email protected]
https://www.tuwien.at/tu-
wien/organisation/universitaetsleitung/senat/

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