- 22.10.2026, 11:41:36
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COIN-2.0-Studie: ÖGB fordert besseren Schutz für Beschäftigte vor den Folgen der Klimakrise
Extremwetter, Hitze und steigende Lebenshaltungskosten zeigen: Die Folgen der Klimakrise treffen Arbeitnehmer:innen unmittelbar
Die heute präsentierte COIN-2.0-Studie der Universität Graz zeigt deutlich, welche enormen Kosten die Klimakrise bereits heute verursacht. Laut den Forschenden belaufen sich die klima- und wetterbedingten Schäden in Österreich zwischen 2017 und 2024 auf durchschnittlich 3,7 Milliarden Euro pro Jahr. Der ÖGB weist darauf hin, dass die Folgen der Klimakrise vor allem auch Beschäftigte betreffen.
„Die Klimakrise ist nicht abstrakt. Viele Arbeitnehmer:innen erleben ihre Auswirkungen unmittelbar am Arbeitsplatz und im Privatleben. Hitze, Unwetter oder Überschwemmungen gefährden die Gesundheit, erschweren die tägliche Arbeit und können Arbeitswege unterbrechen. Gleichzeitig führen Schäden an Wohnraum und steigende Lebenshaltungskosten zu zusätzlichen Belastungen für die Betroffenen“, sagt Martin Reiter, Leiter des Klimabüros im ÖGB.
Hitze wird zum drängenden Thema des Arbeitnehmer:innenschutzes
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen auch die Ergebnisse der ÖGB-Hitzeumfrage unter rund 4.000 Beschäftigten, die diesen Sommer durchgeführt wurde. Zwei Drittel der Befragten waren täglich oder häufig von Hitze betroffen. 70 Prozent arbeiteten bei Temperaturen von 28 Grad und mehr, zwölf Prozent sogar bei über 36 Grad. Fast 90 Prozent berichteten von gesundheitlichen Auswirkungen wie Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen oder Erschöpfung, aber auch von schwerwiegenden Folgen wie Dehydrierung, Hitzekrämpfen oder Hitzeschlägen.
„Die Klimastudie verweist auch auf die Folgen des extremen Hitzesommers. Auch die Ergebnisse der ÖGB-Hitzeumfrage sind alarmierend. Umso wichtiger ist es, nun wirksame Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten zu setzen, denn die Hitze wird bleiben“, so Dinah Djalinous-Glatz, ÖGB-Expertin für Arbeitnehmer:innenschutz.
Klimaschutz und Arbeitsschutz gemeinsam vorantreiben
Der ÖGB begrüßt, dass die Bundesregierung sowohl ein Klimagesetz als auch eine Modernisierung des Arbeitnehmer:innenschutzes angekündigt hat. Nun müsse rasch gehandelt werden. Der ÖGB fordert insbesondere eine Nachschärfung der Hitzeschutzverordnung sowie eine Modernisierung der Arbeitsstättenverordnung für einen wirksameren Hitzeschutz in Innenräumen.
„Die Klimastudie zeigt klar, dass Nicht-Handeln teuer ist. Deshalb brauchen wir sowohl konsequenten Klimaschutz als auch wirksame Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Klimapolitik, Arbeitsschutz und soziale Sicherheit müssen gemeinsam gedacht werden“, betont Reiter.
Der ÖGB fordert:
- eine rasche Nachschärfung der Hitzeschutzverordnung
- eine Modernisierung der Arbeitsstättenverordnung für einen wirksameren Hitzeschutz in Innenräumen
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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