• 22.10.2026, 11:18:32
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Kreislauffähig mal zwei – Der Campus Türkenschanze der BOKU University wächst

Die Bundesimmobiliengesellschaft modernisiert das „Modul“ für die BOKU University und errichtet mit dem Construction Innovation Lab einen Forschungsneubau „zum Zuschauen“.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, BIG
Geschäftsführerin Christine Dornaus und BOKU-Rektorin Eva
Schulev-Steindl mit einer Visualisierung des CILA
Wien (OTS) - 

Wissenschaftsministerium, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und BOKU University präsentierten die Siegerprojekte für zwei zentrale Vorhaben am Campus Türkenschanze: die Adaptierung des ehemaligen Modul-Gebäudes für die Nutzung durch die BOKU und den Neubau des Construction Innovation Lab (CILA). Die beiden Siegerprojekte stehen für unterschiedliche Ansätze des kreislauffähigen Bauens.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner: „Wir investieren erneut in eine moderne Forschungsinfrastruktur auf europäischem Top-Niveau. Davon profitieren Studierende, Forschende, Lehrende und Mitarbeitende gleichermaßen. Das Projekt kombiniert modernste Bedingungen für Forschung und Lehre mit nachhaltigem Bauen und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Klar ist: Wer heute in Wissenschaft investiert, stärkt die Innovationskraft unseres Landes und schafft Chancen für morgen.“

Eva Schulev-Steindl, Rektorin der BOKU University: „Mit der Realisierung der zwei Gebäude macht die BOKU University in räumlicher Hinsicht einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Das eine als hochmodernes Forschungsgebäude, das andere als Kommunikationsdrehscheibe und Servicecenter – beide spielen eine wichtige Rolle in der Ausgestaltung des BOKU-Campus an der Türkenschanze. Ich freue mich, dass vom neuen Platzangebot sowohl Forschende, Lehrende, Mitarbeitende und Studierende profitieren werden.“

Christine Dornaus, Geschäftsführerin der BIG: „Das Modul wird erwachsen: Aus der ehemaligen Tourismusschule wird ein Universitätsgebäude für die BOKU. Wir nutzen, was bereits da ist, erhalten das charakteristische Erscheinungsbild und schaffen neuen Raum für Forschung und Lehre. Mit dem Construction Innovation Lab entsteht parallel ein ganz neues Forschungsgebäude, in dem kreislauffähiges Bauen nicht nur erforscht, sondern auch beim Bau umgesetzt wird. Beide Projekte zeigen, wie wir zusammen mit dem Wissenschaftsministerium und der BOKU University den Campus Türkenschanze weiterentwickeln – durch die behutsame Modernisierung des Bestands unter Wahrung seiner charakteristischen Architektur und einen materialeffizienten Neubau.“

Bestehendes weiterdenken – das ehemalige Modul-Gebäude kommt zur BOKU

Aus dem Wettbewerb (Verhandlungsverfahren für die Generalplanung) für die Adaptierung des ehemaligen Modul ging das Wiener Büro Riepl Kaufmann Bammer als Sieger hervor. Das in den 1970er-Jahren errichtete Gebäude der Postmoderne basiert auf einem Grundriss mit achteckigen Modulen und wurde zuvor als Tourismusschule genutzt. Es liegt im Zentrum des Campus Türkenschanze unmittelbar zwischen den derzeit 13 Gebäuden und wird aus seinem Bestand heraus weiterentwickelt. Auf rund 19.000 m² Nettoraumfläche werden hier künftig derzeit dislozierte Institute und Einrichtungen an einem Standort zusammengeführt. Der Baubeginn ist für März 2029 vorgesehen, der Unibetrieb soll 2031 starten.

Die vorhandene Grundstruktur schafft gute Voraussetzungen für die universitäre Nutzung. Zugleich wird sich das Haus stärker zum Campus öffnen. Ein „Campus Walk“ wird zentrale Bereiche im Haus verbinden und das Gebäude zugleich mit dem Campus verknüpfen; neue Lern-, Arbeits- und Veranstaltungsflächen werden den Austausch stärken. Ergänzt werden ein Café, ein Nahversorger und ein Dachgarten mit Blick über Wien.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht der möglichst umfassende Erhalt der vorhandenen Gebäudestruktur. Auch vor dem Hintergrund der laufenden Unterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt bleibt das charakteristische Erscheinungsbild erhalten. Die Aluminiumfassade wird abgenommen, gereinigt und anschließend wieder montiert; währenddessen wird die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt, zu einem wesentlichen Teil in einer vorgefertigten Holzbauweise. Zusätzliche Fenster an ausgewählten Stellen werden mehr Tageslicht ins Gebäude bringen, bestehende Verglasungen werden zur Verbesserung der Energieeffizienz erneuert.

Insgesamt sollen Bauteile und Materialien aus dem Bestand aufbereitet und wiederverwendet werden, weitere Re-Use-Bauteile können aus anderen Rückbauprojekten einfließen. Neue Elemente werden mit Blick auf spätere Demontage und Wiederverwendung geplant.

Begrünte Dächer, Regenwassernutzung und entsiegelte Freiräume werden ebenfalls zu einem ressourcenschonenden und klimaangepassten Betrieb beitragen. Die klimaresiliente Bepflanzung des Dachgartens wird gemeinsam mit der BOKU entwickelt; eine Pergola mit Photovoltaik-Modulen wird dort zusätzlich einen geschützten Aufenthaltsbereich schaffen.

Im Construction Innovation Lab wird Forschung doppelt sichtbar

Den Architekturwettbewerb für das Construction Innovation Lab (CILA) entschied das Wiener Büro GC Architektur für sich. Das neue Forschungsgebäude mit rund 2.000 m² Nettoraumfläche bildet künftig den oberen Abschluss des Campus Türkenschanze. Der Baubeginn ist für August 2028, die Übergabe und Inbetriebnahme durch die Universität für 2030 vorgesehen. Das materialeffiziente Tragwerk des CILA folgt der konstruktiven Logik des Gebäudes und macht sichtbar, woran geforscht wird: an ressourcenschonenden Tragwerken, kreislauffähigen Konstruktionen und innovativen Verfahren im Bauwesen. Zugleich ermöglicht die transparente Gestaltung Einblicke von außen in das Roboterlabor inklusive Aufspannfeld, so wird die Forschungsarbeit unmittelbar erlebbar.

Das CILA wird Flächen für Material-, Tragwerks- und geotechnische Prüfungen sowie für robotergestützte Herstellungsversuche umfassen. Herzstück wird eine Werkhalle mit dem größten Aufspannfeld Wiens, in der bis zu 20 Meter lange Träger untersucht werden können. Das technisch anspruchsvolle Laborgebäude ist dafür auf hohe Traglasten ausgelegt. Die Tragstruktur ist vorgefertigt, mit lösbaren Verbindungen konstruiert und auf Demontage sowie Wiederverwendung ausgerichtet. Geothermie, Photovoltaik, ein kompakter Baukörper und begrünte Dachflächen unterstützen einen energieeffizienten und klimaresilienten Betrieb. Die bestehende Durchwegung zwischen Peter-Jordan-Straße und Hartäckerstraße wird attraktiver und barrierefrei gemacht; der Baumbestand, insbesondere die ortsbildprägenden Platanen und Föhren, soll weitgehend erhalten bleiben.

Die Gesamtinvestitionskosten für beide Projekte belaufen sich auf 166 Mio. Euro. Davon investiert die BIG als Eigentümerin und Bauherrin 143 Mio. Euro in die beiden Gebäude, die vom Wissenschaftsministerium in Form von Mieten refinanziert werden; die restlichen 23 Mio. Euro entfallen auf Einrichtung und sonstige Einmalkosten, die ebenso durch das Wissenschaftsministerium finanziert werden.

Rückfragen & Kontakt

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
Emilie Brandl
Telefon: +43 664 807 45-1130
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.big.at/kurzprofil

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