• 21.10.2026, 09:43:02
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Anton-Benya-Preis 2026: Wer Fachkräfte will, der muss sie ausbilden

26 Preisträger:innen vor den Vorhang geholt; ÖGB fordert Ausbildungsfonds

Wien (OTS) - 

Der Anton-Benya-Preis wurde 1972 ins Leben gerufen, um Persönlichkeiten und Projekte auszuzeichnen, die sich verdient gemacht haben um die Facharbeit. „Eine Initiative, die nichts an Aktualität verliert: Gute Fachkräfte fallen schließlich nicht vom Himmel – wer sie will, der muss sie auch ausbilden“, sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bei der Preisverleihung gestern Abend im Festsaal des Wiener Rathauses. 27 herausragende Projekte und Einzelpersonen wurden gewürdigt.

Von der ersten Frau, die in Österreich den Beruf der Straßenerhaltungsfachfrau erlernte und heute bei Schneepflugmeisterschaften der männlichen Konkurrenz davonfährt über ein innovatives E-Learning-Modell für Lehrlinge und Unternehmen, die seit mehr als sieben Jahrzehnten Lehrlinge ausbilden bis zu Persönlichkeiten, die Lehrwerkstätten auch für Jugendliche mit Startschwierigkeiten etablierten – die Palette der Preisträger:innen ist groß und zeigt eines, so Katzian: „Wer sich in der Lehrausbildung engagiert, der kann sich auch über Erfolge freuen.“ Nur Jammern über den Fachkräftemangel sei zu wenig, erinnert der ÖGB-Präsident an den Rückgang der Lehrstellen in Österreich: Ihre Zahl sinkt kontinuierlich, mit rund 14 Prozent bildet nicht einmal ein Fünftel der Unternehmen Lehrlinge aus.

Ausbildungsfonds könnte jährlich 1,8 Milliarden Euro für die Lehrausbildung bringen

Deswegen fordert der ÖGB einen Ausbildungsfonds, der einem einfachen Prinzip folgt: Alle Unternehmen leisten einen Beitrag von einem Prozent ihrer Bruttolohnsumme in einen gemeinsamen Fonds. Ausbildungsbetriebe werden gefördert und erhalten Kosten für die Ausbildung von Lehrlingen aus dem Fonds zurück, während Betriebe, die nicht ausbilden, aber alle Voraussetzungen dafür erfüllen würden, sich an der Finanzierung beteiligen. „Vergleichsweise wenige Betriebe finanzieren einen Großteil der Ausbildung. Gleichzeitig profitieren viele Unternehmen von fertig ausgebildeten Fachkräften, ohne selbst auszubilden“, sagt Katzian: „Das ist weder fair noch wird der Fachkräftebedarf damit gelöst.“

Nach aktuellen Berechnungen der ÖGB-Expert:innen könnten durch den Ausbildungsfonds jährlich rund 1,8 Milliarden Euro für die Lehrlingsausbildung lukriert werden. Der Ausbildungsfonds wäre also ein Win-win-Modell, so Katzian abschließend: „Alle Unternehmen sollen einen Beitrag leisten und nicht nur jene, die bereits Verantwortung übernehmen, so wie die mit dem Anton-Benya-Preis 2026 Ausgezeichneten, denen ich herzlich gratuliere und aufrichtig danke!“

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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