- 20.10.2026, 13:03:33
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ÖGB: Nicht die Menschen müssen härter werden, sondern die Arbeit besser
Djalinous-Glatz: Psychische Gesundheit ist keine Privatsache – Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz müssen konsequent verhindert werden
Arbeitsdruck, Personalmangel, ständige Erreichbarkeit, Gewalt und Belästigung belasten die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer:innen in Österreich. Der ÖGB erneuert daher seine Forderung, dass nicht die Beschäftigten immer belastbarer, sondern die Arbeitsbedingungen besser werden müssen.
„Psychische Gesundheit ist keine Privatsache. Wir dürfen die Verantwortung nicht auf die Beschäftigten abschieben und ihnen sagen, sie müssten einfach widerstandsfähiger werden. Wir müssen Arbeit so gestalten, dass Menschen langfristig gesund arbeiten können“, sagt Dinah Djalinous-Glatz, ÖGB-Expertin für Arbeitnehmer:innenschutz, im Zuge der Jobmesse PERSPEKTIVE 2026.
Gewalt ist kein Berufsrisiko
Besonders dringend ist der Schutz vor Gewalt und Belästigung. Laut AUVA wurden 2025 rund 1.750 Arbeitsunfälle infolge von Gewalt registriert, rund 65 Prozent mehr als 2021. Psychische Gewalt, verbale Übergriffe und sexuelle Belästigung sind dabei nicht erfasst.
„Niemand darf Angst haben müssen, in die Arbeit zu gehen. Gewalt und Belästigung sind kein Berufsrisiko. Arbeitgeber sollen solche Vorfälle bestmöglich verhindern - bevor etwas passiert“, fordert Djalinous-Glatz.
Gute Arbeitsbedingungen halten Menschen im Job
Auch die Unternehmen selbst müssen größtes Interesse daran haben, dass ihre Beschäftigten in einem sicheren Umfeld arbeiten, betont Djalinous-Glatz: „Für die Betriebe bedeutet es, dass sie ihre Mitarbeiter:innen halten, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und krankheitsbedingte Ausfälle reduzieren können. Wer gute Arbeitsbedingungen bietet, investiert auch in die Zukunft des eigenen Betriebs. Und auch die öffentliche Hand profitiert. Wenn Menschen gesund bleiben, gibt es für die Krankenversicherung weniger Krankenstände und für die Pensionsversicherung weniger Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen.“
Für die ÖGB-Expertin steht fest: „Wir müssen handeln, bevor Menschen krank werden. Gute Prävention schützt Beschäftigte und sorgt dafür, dass Menschen ihren Beruf langfristig gesund ausüben können.“
Der ÖGB fordert:
- Psychische Belastungen an der Ursache bekämpfen und den Arbeitnehmer:innenschutz an die heutige Arbeitswelt anpassen.
- Verbindliche Präventionskonzepte gegen Gewalt und Belästigung in den Betrieben.
- Eine ausreichend ausgestattete Arbeitsinspektion, die Schutzvorschriften konsequent kontrollieren kann.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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