- 20.10.2026, 12:26:32
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ÖGB: Pensionen sind keine Spielwiese der Versicherungswirtschaft
Monika Kemperle: „Gute Pensionen dürfen nicht vom Kontostand abhängen“
Die ÖGB Pensionist:innen weisen die Forderung des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) nach einem stärkeren Ausbau der privaten Altersvorsorge zurück. Anlass ist eine aktuelle Studie des WIFO, die im Auftrag des VVO erstellt wurde und für einen Ausbau der kapitalgedeckten Altersvorsorge eintritt. „Es überrascht nicht, dass die Versicherungswirtschaft mehr private Vorsorge fordert. Das ist schließlich ihr Geschäftsmodell. Umso wichtiger ist Transparenz darüber, dass die Studie von jener Branche beauftragt wurde, die von einem Ausbau privater Vorsorge unmittelbar profitieren würde“, sagt Monika Kemperle, Vorsitzende der ÖGB Pensionist:innen.
Gesetzliche Pension bietet Sicherheit statt Börsenrisiko
Österreich verfügt über eines der leistungsfähigsten Pensionssysteme Europas. Die gesetzliche Pension bietet Sicherheit für alle Menschen, unabhängig davon, ob sie genügend Geld haben, um zusätzlich privat vorzusorgen. „Die gesetzliche Pension ist keine Wette auf Kursentwicklungen an der Börse. Sie zahlt verlässlich aus, egal ob die Finanzmärkte steigen oder abstürzen. Genau deshalb hat sich das österreichische Umlagesystem bewährt. Wer die Altersvorsorge stärker auf Kapitalmärkte verlagern will, verlagert auch die Risiken auf die einzelnen Menschen“, betont Kemperle.
Gute Pensionen brauchen gute Arbeit
„Wer eine stärkere private Altersvorsorge fordert, verschweigt oft, dass sich viele Beschäftigte das schlicht nicht leisten können. Gute Pensionen dürfen nicht vom Kontostand abhängen. Statt die Menschen an Finanzmärkte zu verweisen, brauchen wir gute Arbeitsplätze, faire Löhne und bessere Chancen für ältere Arbeitnehmer:innen. Die gesetzliche Pension ist die solidarischste, gerechteste und verlässlichste Form der Altersvorsorge. Sie muss auch künftig das Fundament der Pensionssicherung in Österreich bleiben“, so Kemperle.
Der ÖGB fordert:
- ein Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen
- mehr alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze
- mehr Chancen für Frauen 50+ am Arbeitsmarkt
- keine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
- die Stärkung des öffentlichen Pensionssystems
- vermögensbezogene Steuern statt Belastungen für Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen
- private Vorsorge nur als freiwillige Ergänzung, nicht als Ersatz für die gesetzliche Pension
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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