- 20.10.2026, 11:30:33
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Arbeitskräftemangel und Langzeitarbeitslosigkeit: Mit Schumann, Göschl und Miloradović auf „Expedition Arbeitsmarkt“
Die Tour bei der Jobmesse PERSPEKTIVE 2026 zeigte, wie Soziale Unternehmen Menschen beim Wiedereinstieg unterstützen und passende Arbeitskräfte für Wiener Betriebe finden.
„Ohne Job-TransFair wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin“, sagt Edwin C.: Der 56-Jährige war zwei Jahre arbeitslos – heute ist er fix angestellt. Individuelle Beratung, Unterstützung und Training on the Job haben ihm den Weg zurück ins Berufsleben ermöglicht. Hossain N. fand mit Unterstützung der Volkshilfe Wien TAV Betriebe bereits innerhalb von zehn Monaten eine feste Anstellung – und das mit über 60 Jahren! Heute kann er wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen.
Wie solche Wege zurück in Beschäftigung gelingen und wie Betriebe gleichzeitig dringend benötigte Arbeitskräfte finden können, stand im Mittelpunkt der „Expedition Arbeitsmarkt“ bei der heutigen Jobmesse PERSPEKTIVE 2026 im MAK – Museum für angewandte Kunst.
Ältere Arbeitsuchende brauchen Perspektiven
Gerade für ältere Arbeitsuchende ist die Situation am Arbeitsmarkt im Moment herausfordernd: Von den 155.968 Arbeitsuchenden in Wien (inkl. Schulungsteilnehmer:innen) sind 36.551 älter als 50 Jahre. Österreichweit sind 103.237 arbeitsuchende Personen 50 Jahre oder älter – ein Anstieg um 5,6% gegenüber dem Vorjahr.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann: „Wir wissen, wie schwierig es für Menschen ab 55 Lebensjahren ist, wieder einen Job zu finden. Mit der Aktion 55plus schaffen wir 5.000 nach Kollektivvertrag entlohnte Jobs, um genau jener Altersgruppe den Wiedereinstieg zu erleichtern. Arbeit zu haben, bedeutet nicht nur Geld dafür zu bekommen, sondern Teilhabe und Unabhängigkeit. Aus Gesprächen mit Betroffenen weiß ich, wie wichtig das ist.“
Gleichzeitig steigt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich: In Wien sind 26.482 Personen seit mehr als einem Jahr weder in Beschäftigung noch in Schulung (alle Zahlen Stand September 2026, Quelle AMS).
Soziale Unternehmen bauen Brücken in den Arbeitsmarkt
Soziale Unternehmen sind wichtige Begleiter auf dem Weg zurück in den Job: Sie beraten, qualifizieren und beschäftigen Arbeitsuchende und bereiten sie auf konkrete Arbeitsplätze in Wiener Wirtschaftsbetrieben vor. So finden Kooperationsbetriebe passende Mitarbeiter:innen für ihre offenen Stellen.
AMS Wien-Geschäftsführer Winfried Göschl: „In Wien ist es uns gemeinsam mit den Sozialen Betrieben gelungen, den Anteil der Langzeitbeschäftigungslosigkeit an der Gesamtarbeitslosigkeit zu senken. Wir richten unseren Fokus jetzt verstärkt auf ältere Arbeitslose: Vor allem Frauen über 50 sind uns hier wichtig, deren Anteil steigt, weil sie aufgrund des steigenden Pensionsalters jetzt länger im Erwerbsleben verbleiben. Die gute und bewährte Kooperation und die gemeinsamen Strategien mit den Sozialen Unternehmen ist auch hier einer der stärksten Hebel, um Menschen eine langfristige Perspektive zu geben.“
Qualifizierung eröffnet Chancen in Zukunftsbranchen
Ausbildungen und Umschulungen eröffnen neue berufliche Perspektiven und tragen wesentlich dazu bei, den Arbeitskräftebedarf in Zukunftsbranchen zu decken – etwa in der Pflege oder bei Green Jobs.
Marko Miloradović, Geschäftsführer des waff, weist auf Möglichkeiten am dynamischen Wiener Arbeitsmarkt hin: „Wir können und wollen es uns nicht leisten, wertvolle Potenziale und Fähigkeiten liegen zu lassen. Deshalb ist es wichtig, Langzeitbeschäftigungslose gezielt zu unterstützen, aus- und weiterzubilden und in Arbeit zu bringen. Mit Unterstützungsangeboten wie der Joboffensive 50plus, Jobs PLUS Ausbildung oder der Joboffensive für Jugendliche heben wir Talente und schaffen Win-win-Situationen für beide Seiten.“
Speziell für Frauen eröffnet der Einstieg in Berufe, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind, neue Perspektiven. ABZ*AUSTRIA begleitet sie dabei, etwa mit dem FiT-Programm. „Arbeitsuchende Frauen profitieren besonders vom Ein- bzw. Umstieg in technische oder handwerkliche Berufe. Da ist das FiT-Programm mit seinen breit gefächerten Ausbildungsmöglichkeiten ein echter Game-Changer“
, erläutert Daniela Schallert, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA. Die Qualifizierung eröffnet Frauen den beruflichen Einstieg in gefragten Branchen und hilft zugleich, den Fachkräftebedarf zu decken.
Ist auch nach Jahren der Arbeitslosigkeit ein Neustart möglich?
„Ja“, ist Regina Rieder, FAB-Geschäftsfeldleiterin Wien/Niederösterreich, überzeugt. FAB begleitet in seinen Beratungseinrichtungen erfolgreich langzeitarbeitslose Menschen. Im Projekt Schritt für Schritt sind Teilnehmende durchschnittlich seit 8 Jahren nicht mehr in Beschäftigung. „Auf dem Weg zurück benötigen Menschen Zeit, eine verlässliche Bezugsperson, Vertrauen und Unterstützung ohne Druck. Im geschützten Rahmen unterschiedlicher Trainings- und Beschäftigungsangebote sind Erfolgserlebnisse möglich“
, so Rieder.
Das gemeinsame Projekt von FAB, Caritas und Volkshilfe Wien ist ein gutes Beispiel dafür, wie die organisationsübergreifende Verschränkung von Angeboten neue Möglichkeiten bietet, um auf die Bedürfnisse langzeitbeschäftigungsloser Menschen flexibel und effizient antworten zu können. Als Dachverband bietet arbeit plus Wien seinen Mitgliedern Raum für die Entwicklung innovativer Ansätze und treibt zukunftsorientierte Lösungen voran, die arbeitsuchenden Menschen wertvolle Perspektiven in einer sich rasch ändernden Arbeitswelt eröffnen.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann zeigte sich von der Jobmesse PERSPEKTIVE 2026 beeindruckt: „Mein Dank gilt zuerst arbeit plus Wien für die Organisation dieser Messe, und den 18 sozialen Unternehmen, die ausstellen. Ebenso danke ich dem AMS Wien, dem waff, dem Sozialministeriumservice, der MA 40 und dem Fonds Soziales Wien. Arbeitsmarktpolitik gelingt nur im Zusammenspiel. Soziale Unternehmen sind das Rückgrat der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Sie sind dort, wo es ums Eingemachte geht. Dort, wo aus Programmen und Paragrafen konkrete Chancen für konkrete Menschen werden. Oder anders gesagt: Wir schreiben die Überschriften, Sie schreiben die Geschichte.“
Auf der heute stattfindenden Jobmesse PERSPEKTIVE 2026, veranstaltet von arbeit plus Wien in Kooperation mit AMS Wien und waff können arbeitsuchende Wiener:innen von 9.30 bis 16.30 Uhr im MAK – Museum für angewandte Kunst die Angebote von 18 Wiener Sozialen Unternehmen sowie waff, Sozialministeriumservice, MA 40, Fonds Soziales Wien und AMS Wien kennenlernen und sich auf über 300 Jobs bewerben.
arbeit plus. Dachverband – Soziale Unternehmen Wien
Der Dachverband vertritt seit 2001 Wiener Organisationen, die langzeitbeschäftigungslose Menschen beraten, qualifizieren und beschäftigen. Die Interessenvertretung repräsentiert mehr als 60 Betriebe und Beratungseinrichtungen, hinter denen 30 Trägerorganisationen stehen.
Rückfragen & Kontakt
arbeit plus Wien
Mag.a Eva Schober
Telefon: Tel. 01-720 38 80-15
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.arbeitplus-wien.at
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