- 20.10.2026, 09:59:04
- /
- OTS0048
Haubner: Kampf gegen Antisemitismus ist Kampf um Zukunft unserer Demokratie
Präsentation des Buches "Nach so viel Schmerz und Pein. Erste Briefe nach dem Holocaust" im Palais Epstein
Tief erschütternde Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden versammelt der Band "Nach so viel Schmerz und Pein. Erste Briefe nach dem Holocaust", der nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner als Vorsitzender des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und der Verein "Freunde von Yad Vashem Österreich" luden am Montagabend zur Präsentation des Buches ins Palais Epstein ein.
Haubner: Ein Buch, das Geschichte unmittelbar spüren lässt
"Es gibt Bücher, die uns Geschichte unmittelbar spüren lassen", sagte Zweiter Nationalratspräsident Haubner in den Eröffnungsworten zur Buchpräsentation. "Das Buch 'Nach so viel Schmerz und Pein' ist ein solches Buch." Die Briefe darin seien Lebenszeichen von Menschen, die nach der Hölle des Holocaust versuchten, herauszufinden, ob es noch jemanden gäbe, der ihnen antworten könnte. Erleichterung und Verzweiflung, Hoffnung und Trauer, Sehnsucht und Ungewissheit, alles das komme darin zum Ausdruck. In einer Zeit, in der die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen immer weniger würden, leiste das Buch einen wichtigen Beitrag dazu, die Menschen hinter den abstrakten Zahlen des Holocaust sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben und damit die Erinnerung an sie wach zu halten, so Haubner.
Die historische Verantwortung Österreichs gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus ende aber nicht beim Gedenken, sagte Haubner. Sie verpflichte auch dazu, aus der Erinnerung an die Opfer des Holocaust Konsequenzen für das heutige Handeln zu ziehen. Dazu gehöre vor allem der entschiedene Kampf gegen den Antisemitismus. Antisemitismus bedrohe nicht nur Jüdinnen und Juden. Er sei ein direkter Angriff auf das Fundament jeder Demokratie und ihrer Werte, sagte der Zweite Nationalratspräsident. "Wie wir unsere Demokratie schützen, entscheidet mit darüber, wie wir morgen leben werden", schloss Haubner seine Eröffnungsrede.
Auch Rainer Nowak rief als Vorsitzender der "Freunde von Yad Vashem Österreich" zum Kampf gegen den Antisemitismus auf, der teilweise wieder erschreckende Formen annehme. Der neu gegründete Verein wolle seinen Beitrag dazu leisten, indem er die Arbeit einer der wichtigsten Forschungsstätten zur Geschichte des Holocaust einer breiten Öffentlichkeit bekannt mache. Dafür ersuche er um breite Unterstützung.
Manuel Herder berichtete als geschäftsführender Gesellschafter des Herder Verlags über die Herausforderungen für die Umsetzung des Projekts, das eine "editorische Großtat" sei, die nur mit der Beteiligung und Unterstützung vieler Menschen möglich gewesen sei. Das Buch sei auch ein wichtiger Baustein für eine Erinnerungskultur, die bald gänzlich ohne lebende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auskommen müsse.
Die Schauspielerin und Sängerin Ruth Brauer-Kvam und der Schauspieler Markus Meyer lasen anschließend aus den Briefen. Durch den Abend führte Milli Segal, Generalsekretärin der "Freunde von Yad Vashem Österreich". Für die musikalische Umrahmung sorgte der Violinist Aliosha Biz.
Sammlung wichtiger Dokumente aus der Zeit nach dem Holocaust
Die von der Forschungseinrichtung Yad Vashem zusammengestellte Auswahl von Briefen von Überlebenden des Holocaust erschien 2016 auf Hebräisch und Englisch. Unter dem Titel "Nach so viel Schmerz und Pein. Erste Briefe nach dem Holocaust", wurde sie heuer vom Herder Verlag einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht. Die Herausgabe besorgten Robert Rozett und Iael Nidam-Orvieto vom Internationalen Institut für Holocaust-Forschung Yad Vashem. Neben Yad Vashem beteiligten sich der Herder Verlag und der Deutsche Freundeskreis von Yad Vashem an der Erarbeitung dieser aktuellen Ausgabe.
Unmittelbar nach der Befreiung aus den Konzentrationslagern wandten sich Überlebende des Holocaust in ersten Briefen an Eltern, Kinder, Ehepartnerinnen und Ehepartner oder Freundinnen und Freunde. Einige Briefe wurden auf Deutsch verfasst und sind damit erstmals im Original der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Sprachen, die von den Überlebenden verwendet wurden, waren Hebräisch, Jiddisch, Niederländisch, Slowakisch, Polnisch, Russisch und Englisch. (Schluss) sox
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments.
Rückfragen & Kontakt
Pressedienst der Parlamentsdirektion
Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272
[email protected]
www.parlament.gv.at/Parlamentskorrespondenz
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA






