• 20.10.2026, 09:49:34
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Netze knüpfen, die tragen: Was unsere Städte zusammenhält

Städte sind soziale Orte im Wandel. Wie Stadtmarketing Lebenswelten verbinden und mehr Menschen erreichen kann, war Thema der 15. Denkwerkstadt von Stadtmarketing Austria in Steyr.

v.l.n.r.: Markus Vogl (Bürgermeister von Steyr), Constanze
Wolfgring (Stadtplanerin & Historikerin), Bettina Ludwig (Kultur-
und Sozialanthrophologin), Daniela Limberger und Edgar Eller
(Dachverband Stadtmarketing Austria, KuratorInnen der
Denkwerkstadt), Robert Misik (Journalist & Autor)
Leonding (OTS) - 

Wie Menschen arbeiten, wohnen und einander begegnen, verändert sich. Dabei finden nicht alle Lebenswelten gleichermaßen Beachtung. Stadtmarketingverantwortliche aus ganz Österreich hinterfragten deshalb ihren Blick auf die Stadtgesellschaft: Welche Perspektiven fehlen? Und über wen sprechen wir, ohne mit ihnen zu reden?

Eine demokratiepolitische Aufgabe

„Im Wandel unserer Städte ist die verbindende Rolle des Stadtmarketings wichtiger denn je. Wir bringen Menschen zusammen, stärken Beziehungen und sollten verstärkt auch den Kontakt zu jenen suchen, die wir bisher weniger im Blick hatten“, sagt Vizepräsidentin Daniela Limberger, die gemeinsam mit Vorstandsmitglied Edgar Eller das Programm der Denkwerkstadt kuratiert hat.

Eller ergänzt: „Menschen dürfen nicht das Gefühl bekommen, in ihrer Stadt nicht mehr vorzukommen. Das ist auch eine demokratiepolitische Aufgabe. Und sie wird eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Branche sein.“

Mitmachen beginnt beim Gehört-Werden

Ein Ansatz für mehr Zugehörigkeit liegt darin, Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst etwas beizutragen. Neben der Frage nach ihren Bedürfnissen steht deshalb jene, was sie einander geben können und welche Strukturen das ermöglichen. „Gemeinschaft ist keine Ergänzung, sie ist immer Infrastruktur“, lautet der von der Kultur- und Sozialanthropologin Bettina Ludwig eingebrachte Gedanke.

Beteiligung braucht außerdem Zugänge, die zum Alltag der Menschen passen. Zeit, Geld, Betreuungspflichten oder Sprache können Hürden bilden. „Aufsuchen statt einladen“, ein von der Stadtplanerin und Historikerin Constanze Wolfgring vorgestellter Zugang, setzt deshalb dort an, wo Menschen leben und einander begegnen.

Dafür müssen auch vertraute Vorstellungen von gesellschaftlichen Gruppen hinterfragt werden. Robert Misiks zeitgemäßer Blick auf den Begriff der Arbeiterklasse eröffnete schließlich neue Perspektiven auf Menschen, die in der Stadtplanung und im Stadtmarketing bislang möglicherweise zu wenig erreicht werden.

Über vertraute Kreise hinaus

Die Ansätze wurden bei der 15. Denkwerkstadt von Stadtmarketing Austria vom 11. bis 14. Oktober 2026 im Museum Arbeitswelt in Steyr vertieft. Erfahrungen engagierter lokaler Akteurinnen und Akteure und Einblicke in Steyrs Arbeitergeschichte ergänzten die Diskussionen. Eine gemeinsame Erkenntnis: Tragfähige Verbindungen brauchen Zeit, persönlichen Kontakt und die Bereitschaft, über vertraute Kreise hinauszugehen.

Rückfragen & Kontakt

Dachverband Stadtmarketing Austria
Mag. Michael Gsaller
Telefon: +436605071255
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.stadtmarketing.eu

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