- 19.10.2026, 12:02:32
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BIO AUSTRIA zur EU-Bio-Verordnung: Chance auf Verbesserungen droht ungenutzt zu bleiben
Obfrau Barbara Riegler appelliert an die Trilog-Verhandler:innen, wichtige Anpassungen für die Bio-Tierhaltung auf den Weg zu bringen
Bei den morgigen Trilog-Verhandlungen zur Änderung der EU-Bio-Verordnung drohen wichtige Verbesserungen für die biologische Tierhaltung unter den Tisch zu fallen. BIO AUSTRIA appelliert an die Verhandler:innen von Europäischer Kommission, Rat und Europäischem Parlament sich gemeinsam auf tragfähige Lösungen zu einigen, um die Biobäuerinnen und Biobauern in ihrer täglichen Arbeit für hochwertige Lebensmittel und Nachhaltigkeit besser zu unterstützen.
Knackpunkt in den Verhandlungen ist ein Änderungsvorschlag zu den Weidebestimmungen. Der aktuelle Vorschlag des Europäischen Parlaments stellt das Weideprinzip grundsätzlich in Frage und ist nicht mehrheitsfähig. Da dieser gemeinsam mit anderen Bestimmungen für die Tierhaltung im Paket verhandelt wird, sind dadurch auch weitere Verbesserungen blockiert. Damit drohen nicht nur Lösungen für praktische Herausforderungen bei der Weidehaltung, sondern auch notwendige Nachbesserungen etwa in Bezug auf die Überdachung von Ausläufen und die sogenannte „Summenregelung“ für Stallbauten auf der Strecke zu bleiben.
„Ich appelliere dringend an die Verhandler:innen, die Chance auf wichtige Verbesserungen zu ergreifen. Ziel muss es sein, die EU-Bestimmungen praxistauglicher zu gestalten. Gleichzeitig gilt es, die Integrität von Bio-Lebensmitteln zu wahren und das Vertrauen der Konsument:innen zu stärken. Die Vorgaben zur Überdachung des Auslaufs müssen dringend flexibler werden und stärker auf klimatische Bedingungen eingehen. Nur so kann dem Tierwohl besser Rechnung getragen werden. Andernfalls belasten hohe Kosten für bauliche Anpassungen die Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft. Bei den Weidebestimmungen gilt es sich auf eine praktikablere Umsetzung des Weideprinzips zu konzentrieren. Dabei müssen etwa das Parasitenmanagement oder verhaltensbiologischen Aspekte bei der Jungviehweide stärker berücksichtigt werden können. Vorschläge für ein regionaltypisches Weidemanagement und eine stärkere Berücksichtigung tierphysiologischer Bedürfnisse liegen bereits auf dem Tisch. Sie werden vom europäischen Bio-Sektor unterstützt. Ich appelliere daher insbesondere an die Verhandler:innen des Europaparlaments, diese Vorschläge aufzugreifen. Nur so lässt sich ein Scheitern des Trilogs verhindern
“, betont BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler.
Hintergrund
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen legte im Dezember 2025 einen Vorschlag zur gezielten Weiterentwicklung des EU-Bio-Rechts vor, um Bio mit seinen vielfältigen sozioökonomischen und ökologischen Vorteilen zu stärken. Der Rat verabschiedete seine Position zur Änderung der EU-Bio-Verordnung im Juli, das Europäische Parlament im September. Am 20. Oktober findet die erste und einzige vorgesehene Trilog-Verhandlung statt, bei der sich alle drei Institutionen auf einen endgültigen Text einigen sollen.
Die rechtliche Grundlage der biologischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in der Europäischen Union stellt die „Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen“ dar. Zu diesem Basisrecht gibt es ca. 50 Durchführungsbestimmungen (Sekundärrecht) sowie zahlreiche Auslegungen.
Über BIO AUSTRIA
BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern. Zudem hat der Verband knapp 500 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen unter www.bio-austria.at
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