- 19.10.2026, 10:41:03
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Kleinwasserkraft im Wandel: Branche diskutierte Zukunft der Energieversorgung
Am 15. und 16. Oktober fand einer der wichtigsten Branchentreffs der Kleinwasserkraft in Feldkirch, Vorarlberg, statt. Neben den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit standen die Bedeutung der Kleinwasserkraft für die Versorgungssicherheit sowie aktuelle gesetzliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Branche im Mittelpunkt.
Versorgung durch Kleinwasserkraft: Art und Ort entscheidend
Der Beitrag der Kleinwasserkraft geht weit über die reine Stromerzeugung hinaus. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Zdrallek von der Bergischen Universität Wuppertal wies auf den netztechnischen Beitrag hin: Kleinwasserkraftwerke erbringen zahlreiche Systemdienstleistungen, die mit dem Rückbau von Großkraftwerken immer dringender benötigt werden. Sie ermöglichen lokale Inselnetze, stärken die Blackout-Vorsorge und entlasten durch die hohe Anzahl an Volllaststunden und die verbrauchsnahe Einspeisung das Stromnetz. Der Beitrag der Kleinwasserkraft liegt daher nicht nur in der Energiemenge, sondern auch in Art und Ort der Bereitstellung.
Trockenheit ist kein Argument gegen weiteren Ausbau
Eines der wichtigsten Themen der letzten Monate waren die ausgebliebenen Niederschläge. Unter dem Titel „Hydrologie und Niederschlagsentwicklung – Vergangenheit und Zukunft des Wasserhaushaltes in Österreich“ stellte Dr. Susanne Drechsel von Geosphere Austria Klimaszenarien und deren mögliche Auswirkungen auf die Kleinwasserkraft vor. Besonders im Sommerhalbjahr werden Trockenperioden zunehmen, der Norden und Osten Österreichs ist dabei stärker betroffen. Niederschlag wird in Zukunft noch variabler: Ausreißer sowohl nach oben und unten werden größer, und jene nach unten werden häufiger.
Für die Kleinwasserkraft bedeutet das verstärkte Anpassungsmaßnahmen. Dass lokal und zeitweise etwas weniger Strom produziert werden wird, ist jedoch wahrscheinlich. Ein Argument für weniger Ausbau ist das jedoch nicht, im Gegenteil: „Die Klimaszenarien sind ein Auftrag zum Handeln, nicht zum Abwarten. Mit Modernisierungen, Effizienzsteigerungen und neuen Anlagen kann die Kleinwasserkraft ihren Beitrag auch unter veränderten Bedingungen leisten.
”, so Dr. Paul Ablinger, Geschäftsführer des Vereins Kleinwasserkraft Österreich.
Zwischen neuen Chancen und zusätzlichen Belastungen
Auch aktuelle Gesetzesänderungen, die teils starke Effekte auf die Branche haben, wurden diskutiert. Besonders das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) stand im Fokus: neben neuen Belastungen für Kraftwerksbetreiber*innen in Form einer Infrastrukturabgabe ist das Gesetz insgesamt positiv zu sehen: Verbesserungen für Direktleitungen sowie neue Vermarktungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass die Kleinwasserkraft ihrem Versorgungsauftrag künftig noch besser nachkommen kann.
Neben dem ElWG wurden von den Tagungsteilnehmer*innen weitere Gesetzesmaterien diskutiert, vor allem die Erlösabschöpfung in Form des Energiekrisenbeitrags-Strom sowie das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG): ersteres wird aktuell auf Verfassungsmäßigkeit geprüft und letzteres sollte endlich Turbo in die Energiewende bringen, lässt eine Vielzahl an Möglichkeiten aber ungenutzt.
„Die Tagung hat gezeigt, dass die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen unsere Mitglieder sehr beschäftigen. Auch wenn beschlossene Gesetze vereinzelt positives bewirkt haben, wurde die Kleinwasserkraft insgesamt geschwächt. Wir werden auch weiterhin unsere Bemühungen dahin lenken, dass sie ihre Rolle künftig ihren Potenzialen und Möglichkeiten gemäß erfüllen kann.
“, so Ablinger.
„Der rege Austausch bei unserer Tagung erfreut uns jedes Jahr aufs neue. Die Branche zeigt damit, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen zusammenhält und nach vorne blickt. Wir sind zuversichtlich, dass die Kleinwasserkraft auch zukünftig ihre wichtige Rolle als dezentrale, erneuerbare und krisensichere Energiequelle beibehalten wird.
“, so Mag. Hannes Taubinger, Präsident des Vereins, abschließend.
Der diesjährige Austausch der Kleinwasserkraft-Branche wird durch den Hauptsponsor, die illwerke vkw AG und die Premiumsponsoren, die Tiroler Rohre GmbH und VERBUND ermöglicht.
Rückfragen & Kontakt
Kleinwasserkraft Österreich
Dr. Paul Ablinger
Telefon: 0664/88253348
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.kleinwasserkraft.at
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