• 18.10.2026, 11:00:33
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Krafttraining: Gesundheitschancen deutlich größer als Verletzungsrisiken

Sportmedizinische Einordnung der aktuellen Verletzungszahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit

Wien (OTS) - 

Die aktuellen Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV), wonach im Jahr 2025 rund 3.300 Menschen in Österreich nach Unfällen beim Kraftsport in Spitälern behandelt werden mussten, verdeutlichen die Bedeutung einer gezielten Verletzungsprävention. Gleichzeitig ist aus sportmedizinischer Sicht eine differenzierte Einordnung wichtig: Der gesundheitliche Nutzen eines regelmäßigen und richtig durchgeführten Krafttrainings überwiegt die damit verbundenen Risiken deutlich.

Steigende Verletzungszahlen richtig einordnen

Die Zahl der beim Kraftsport verletzten Personen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Gleichzeitig erfreut sich Krafttraining zunehmender Beliebtheit und wird von immer mehr Menschen regelmäßig ausgeübt.

Ein Anstieg der absoluten Verletzungszahlen bedeutet nicht automatisch, dass auch das individuelle Verletzungsrisiko gestiegen ist. Um dieses beurteilen zu können, müssten die Verletzungen in Relation zur Zahl der Trainierenden und insbesondere zu den tatsächlich absolvierten Trainingsstunden gesetzt werden.

Entscheidend ist daher nicht allein die Zahl der Verletzungen, sondern das Verletzungsrisiko im Verhältnis zur sportlichen Aktivität.

Krafttraining ist Gesundheitsvorsorge und Verletzungsprävention

Die positiven Auswirkungen des Krafttrainings sind wissenschaftlich umfassend belegt. Regelmäßiges Krafttraining stärkt Muskeln und Knochen, verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit, unterstützt den Stoffwechsel und wirkt dem altersbedingten Muskelabbau entgegen.

Darüber hinaus ist gezieltes Krafttraining selbst eine wichtige Maßnahme zur Verletzungsprävention. Es verbessert die Belastbarkeit und Stabilität des Bewegungsapparates und kann das Verletzungsrisiko im Alltag und in zahlreichen Sportarten deutlich reduzieren.

Gerade im höheren Lebensalter trägt Krafttraining wesentlich zur Erhaltung der Mobilität, zur Sturzprävention und zur langfristigen Selbstständigkeit bei. Angesichts zunehmender Bewegungsarmut und einer älter werdenden Bevölkerung kommt ihm daher eine besondere präventivmedizinische Bedeutung zu. Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche.

Die gesundheitlichen Nachteile unzureichender muskulärer Aktivität dürfen in der öffentlichen Diskussion über Verletzungszahlen nicht übersehen werden.

Verletzungen durch richtiges Training vermeiden

Wie bei jeder sportlichen Aktivität können auch beim Krafttraining Verletzungen auftreten. Durch eine geeignete Trainingsgestaltung und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen lässt sich das Verletzungsrisiko jedoch reduzieren. Entscheidend sind insbesondere:

  • Technik und Anleitung: Übungen korrekt erlernen und kontrolliert ausführen, insbesondere zu Beginn unter qualifizierter Anleitung.
  • Individuelle Belastungssteuerung: Trainingsgewichte und Trainingsumfang schrittweise an die persönliche Leistungsfähigkeit anpassen.
  • Gezieltes Aufwärmen: Den Körper durch allgemeines Aufwärmen und spezifische Aufwärmsätze auf die Belastung vorbereiten.
  • Ausreichende Regeneration: Erholungsphasen berücksichtigen und dauerhafte Überlastungen vermeiden.
  • Sicheres Trainingsumfeld: Geräte richtig verwenden, Gewichte sichern und körperliche Warnsignale ernst nehmen.

Hohe Trainingsgewichte sind dabei nicht grundsätzlich problematisch. Entscheidend sind die individuelle Belastbarkeit, eine korrekte Bewegungsausführung und ein systematischer Trainingsaufbau.

Besonders bei jungen Trainierenden sollten übertriebener Ehrgeiz und unrealistische Trainingsvorbilder kritisch hinterfragt werden. Langfristiger Trainingserfolg entsteht durch Kontinuität und eine angemessene Belastungssteigerung und nicht durch das Streben nach möglichst hohen Gewichten.

Mehr Krafttraining – aber richtig!

Die aktuellen Zahlen des KFV sollten vor allem als Anlass verstanden werden, die Qualität der Trainingsbetreuung und die Aufklärung über sichere Trainingsmethoden weiter zu verbessern. Ziel muss es sein, möglichst viele Menschen zu regelmäßigem Krafttraining zu motivieren und gleichzeitig vermeidbare Verletzungen zu reduzieren.

„Krafttraining ist nicht risikofrei, aber der Verzicht darauf kann langfristig erhebliche gesundheitliche Nachteile haben. Wir brauchen daher nicht weniger Krafttraining, sondern mehr richtiges Krafttraining. Denn gezieltes Muskeltraining stärkt nicht nur unsere Gesundheit, sondern kann auch Verletzungen vorbeugen.“

Rückfragen & Kontakt

PR-Referent Dr. Robert FRITZ

ÖGSMP – Österreichische Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention
E-Mail: [email protected]
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