- 16.10.2026, 10:21:02
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ÖGB zum Welternährungstag: Gesundes Essen muss für alle Beschäftigten leistbar und zugänglich sein
Gemeinschaftsverpflegung in Betrieben, Kantinen und Mensen fördert Gesundheit, Zusammenhalt und ausgewogene Ernährung – als Teil der Betrieblichen Gesundheitsförderung.
Anlässlich des Welternährungstags weist der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) darauf hin, dass gesunde Ernährung kein Privileg sein darf. Beschäftigte brauchen im Arbeitsalltag Zugang zu leistbaren, ausgewogenen und frisch zubereiteten Mahlzeiten. Betriebliche Kantinen, Mensen und andere Formen der Gemeinschaftsverpflegung leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Sie fördern nicht nur eine gesunde Ernährung, sondern schaffen auch Raum für soziale Begegnung und Austausch unter Kolleg:innen. Gleichzeitig braucht es ein verantwortungsvolles Verpflegungsangebot, das Lebensmittelverschwendung vermeidet und gesunde Alternativen zu Snack- und Automatenverpflegung in den Mittelpunkt stellt.
Gesundheit braucht gute Arbeitsbedingungen
Doch gesunde Ernährung allein reicht nicht aus. Gesundheit am Arbeitsplatz entsteht nicht nur durch gutes Essen, sondern vor allem durch Arbeitsbedingungen, die körperliche und psychische Belastungen reduzieren. Maßnahmen wie Obstkörbe, Yogakurse oder Ernährungsworkshops können sinnvolle Ergänzungen sein, ersetzen aber keine gesundheitsgerechte Arbeitsorganisation. Betriebliche Gesundheitsförderung muss körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden gleichermaßen berücksichtigen und dort ansetzen, wo Belastungen entstehen.
„Wer Beschäftigte langfristig stärken will, muss Arbeitszeit, Führung und Arbeitsorganisation in den Blick nehmen“, sagt Julia Stroj, Expertin im Referat für Gesundheits- Sozialversicherungspolitik im ÖGB. Neben Bewegungs- und Ernährungsangeboten braucht es daher planbare Arbeitszeiten, transparente Kommunikation, wertschätzende Führung und eine Arbeitsorganisation, die Überlastung reduziert. „Das fünfte Antistressseminar bringt wenig, wenn Stress im Betrieb strukturell erzeugt wird“, betont Stroj. „Nachhaltige Gesundheitsförderung setzt dort an, wo Belastungen entstehen.“
Beschäftigte wirksam einbinden
Beschäftigte und Betriebsrät:innen müssen von Beginn an eingebunden werden. Befragungen, offene Gesprächsrunden oder Gesundheitszirkel helfen dabei, Belastungen sichtbar zu machen und passende Lösungen zu entwickeln. „Beschäftigte wissen selbst am besten, was sie in ihrem Arbeitsalltag belastet. Ihre Erfahrungen müssen in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen einfließen“, so Stroj.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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