- 16.10.2026, 06:00:33
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Start der Weltnaturkonferenz: Greenpeace fordert Finanzbeteiligung Österreichs an globaler Artenvielfalt
Weltnaturkonferenz startet am Montag in Armenien – Greenpeace fordert verlässliche globale Finanzierung für Biodiversität statt Greenwashing
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor Beginn der morgigen UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP17) vor dem Zusammenbruch zentraler Ökosysteme. Die globale Bestandsaufnahme der UN-Biodiversitätskonvention zeigt unmissverständlich: Machen wir so weiter, verfehlt die Weltgemeinschaft ihre Naturschutzziele für 2030 meilenweit. Ein wesentlicher Grund dabei ist die gewaltige Finanzierungslücke.Greenpeace fordert die Verhandler:innen auf, das Ruder auf der Konferenz herumzureißen und die nötigen Milliarden für den Schutz unserer Lebensgrundlagen bereitzustellen. Auch Umweltminister Totschnig muss sich aufgrund der globalen Miterantwortung Österreichs bei der Finanzierung des globalen Biodiversitätsschutz beteiligen.
Ursula Bittner, Biodiversitäsexpertin bei Greenpeace Österreich dazu:
„Wir erleben derzeit das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Mit dem einzigen Unterschied: Diesmal sind wir Menschen selbst die Ursache. Wenn die Artenvielfalt kollabiert, verlieren wir nicht nur faszinierende Tiere und Pflanzen. Wir zerstören die Quellen für unser sauberes Wasser, unsere frische Luft und gesunde Nahrung. Die Artenkrise ist keine abstrakte Umweltdebatte, wir vernichten damit unsere eigene Lebensgrundlage.”
Milliardenloch beim Naturschutz: Mehr öffentliche Gelder und kein Greenwashing
Um Ökosysteme weltweit wirksam zu schützen, einigten sich die Staaten auf die Finanzierung von 700 Milliarden US-Dollar jährlich. 200 Milliarden davon sollen von den Staaten und 500 Milliarden Dollar, durch den Abbau von naturschädlichen Subventionen kommen. Doch die Realität ist ernüchternd: Die Geberländer verfehlen bisher selbst die versprochenen 20 Milliarden US-Dollar bis 2025 meilenweit. Um das Loch zu füllen, setzt die Politik auf verfehlte Markt-Mechanismen wie den Handel mit Biodiversitäts-Zertifikaten oder freiwillige Abgaben von Großkonzernen. Greenpeace kritisiert dieses Auslagern auf den Markt scharf: Zertifikate und freiwillige Zahlungen erlauben Agrar- und Industriekonzernen lediglich das Greenwashing eigener Umweltschäden. Anstatt die Naturzerstörung mit Alibi-Aktionen zu kaschieren, müssen die Hauptverursacher für den Schutz der Artenvielfalt zahlen.
Mogelpackung und fehlende Kontrollen bei Schutzgebieten
Ein zentraler Prüfstein der Konferenz ist das sogenannte 30x30-Ziel: Bis 2030 müssen mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen weltweit geschützt werden. Reine „Papier-Parks“ nützen der Natur jedoch nichts. Nötig sind streng kontrollierte Schutzzonen mit echten Fangverboten in den Meeren und einem konsequenten Ende der Rodungen in geschützten Wäldern. Auch Österreich hat hier massiven Nachholbedarf: Während auf dem Papier rund 29 Prozent der Bundesfläche als Schutzgebiete ausgewiesen sind, stehen unter wirklich strengem Schutz gerade einmal 2,9 Prozent. Greenpeace fordert Bundesminister Norbert Totschnig auf, den Naturschutz in Österreich zu priorisieren sowie auf der Weltnaturkonferenz voranzugehen und sich bei der internationalen Finanzierung zu beteiligen. “Es wäre äußerst peinlich für Österreich mit leeren Händen nach Jerewan zu reisen. Das Verfehlen der globalen Naturschutzziele können wir uns nicht mehr leisten. Minister Totschnig steht in der Pflicht, einen fairen finanziellen Beitrag Österreichs zuzusichern”, so Bittner.
Hintergrundinformationen zur Weltnaturkonferenz finden Sier hier: act.gp/CBD2026
Bildmaterial finden Sie unter: act.gp/47exKlo
Unter Verwendung der angegebenen Credits stehen die Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Ursula Bittner ist für Greenpeace in Jerewan, Armenien vom 18. Oktober bis 1. November vor Ort. Für Interviews ist sie erreichbar unter: +43 664 960 64 29 (während der COP via Signal) sowie unter [email protected].
Inhalte auf einen Blick:
- Thema/Anlass: Start der UN-Weltnaturkonferenz in Armenien.
- Ausgangslage: Biodiversitäts- und Finanzierungsziele der Staatengemeinschaft werden bei aktuellem Tempo verfehlt, 30x30 Schutzgebiete enden in “Paper-Parks”.
- Hauptforderung: Beteiligung Österreich bei globaler Biodiversitätsfinanzierung und mehr Naturschutz in Österreich.
- Adressat: Umweltminister Norbert Totschnig.
- Quelle: Greenpeace Österreich / act.gp/CBD2026
Rückfragen & Kontakt
Ursula Bittner
Biodiversitätsexpertin
Greenpeace in Österreich
Tel.: +43 664 960 64 29
E-Mail: [email protected]
Magnus Reinel
Pressesprecher
Greenpeace in Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 8817 2210
E-Mail: [email protected]
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