• 15.10.2026, 15:13:02
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Wie steht es um die Zukunft der österreichischen Polizeiärzte?

Veränderte Rahmenbedingungen stellen die polizeiärztliche Versorgung vor große Herausforderungen.

Wien (OTS) - 

„Wenn wir über die Sicherheit in Österreich sprechen, denken wir zunächst an gut ausgebildete Polizistinnen und Polizisten, an eine funktionierende Polizei, an moderne Ausrüstung und an ausreichend Personal. Das ist alles richtig und wichtig. Was dabei allerdings häufig weniger Beachtung findet, ist eine Berufsgruppe, die einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, dass die Polizei ihre Aufgaben erfüllen kann: Polizeiärzte“, sagte Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, heute im Rahmen einer Pressekonferenz. Polizeiärzte würden eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Medizin und öffentlicher Sicherheit übernehmen. „Ihre Arbeit ist anspruchsvoll, sie verlangt medizinische Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfähigkeit und ein hohes Maß an persönlicher Belastbarkeit“, so Steinhart. Das mache deutlich: „Polizeiärztliche Tätigkeit ist keine medizinische Nebenaufgabe, die man bei Bedarf irgendwie mit erledigen kann.“

Eine zentrale Herausforderung sei die Frage, wie die polizeiärztliche Versorgung langfristig sichergestellt werden kann. „Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden Jahren in Pension gehen, wird die Nachbesetzung von Ärztinnen und Ärzten in vielen Bereichen des Gesundheitssystems herausfordernd“, so Steinhart, der auf veränderte Erwartungen an die Arbeitswelt hinwies. Planbare Arbeitszeiten, eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie attraktive Beschäftigungsmodelle würden an Bedeutung gewinnen. „Das betrifft selbstverständlich auch die Polizeiärzte, wobei hier schon einige sinnvolle Maßnahmen in diese Richtung gesetzt wurden, damit die Familie nicht zu kurz kommt“, so der ÖÄK-Präsident.

„Um öffentliche Sicherheit und medizinische Qualität gleichermaßen längerfristig abzusichern, müssen wir qualifizierte Ärztinnen und Ärzte für die polizeiärztliche Tätigkeit gewinnen und dort langfristig halten. Es bedarf der nötigen Informationen und ausreichend Promotion, damit sich Ärztinnen und Ärzte für diese spannende Tätigkeit entscheiden“, sagte Steinhart: „Die Österreichische Ärztekammer ist bereit, diesen Weg gemeinsam mit den zuständigen Stellen zu gehen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die polizeiärztliche Versorgung dauerhaft abzusichern – im Interesse der Ärztinnen und Ärzte, der Polizeibediensteten und der gesamten Bevölkerung.“

Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen

Yasmin Frank-Dastmaltschi, seit zehn Jahren Chefärztin des Innenministeriums, sagte: „Polizeiärzte sind besonders geschulte Kolleginnen und Kollegen aus allen möglichen Fachrichtungen. Wer bei uns anfängt, absolviert einen eigens konzipierten Lehrgang, um für den Dienst fit zu sein. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem rechtliche Vorträge, Verkehrsrecht und Verkehrsmedizin, Forensik, Psychiatrie, Medizinrecht und Kriminalistik. Eine exekutivdienstliche Ausbildung ist nicht erforderlich. Voraussetzung sind eine abgeschlossene Ausbildung als Allgemeinmedizinerin oder Allgemeinmediziner und/oder als Fachärztin oder Facharzt, die österreichische Staatsbürgerschaft, die volle Handlungsfähigkeit, eine polizeiamtsärztlich festgestellte gesundheitliche Eignung und die Lenkberechtigung für die Klasse B. Vor vier Jahren haben wir die Gehälter angepasst und auch Teilzeitstellen eingerichtet, damit sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. Wir haben zunehmend Zulauf von Frauen. Unser Beruf ist sehr abwechslungsreich und spannend und eine gute Alternative zum Spital.“

Patricia Fous-Zeiner, Chefärztin der Landespolizeidirektion Wien sagte: „Es ist kein Routinejob, und genau das macht diesen Job so außergewöhnlich. Mir persönlich gefällt besonders die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Der Job verlangt einerseits Teamarbeit, bringt aber auch die Herausforderung mit sich, selbstständig tätig zu werden und in Stresssituationen rasch zu entscheiden. Dafür braucht es Mut zur Entscheidung, auch unter Zeitdruck. In der LPD Wien sind derzeit 28 Ärztinnen und Ärzte tätig. Seit einer Reform vor einigen Jahren melden sich für den Dienst als Polizeiarzt nicht nur Allgemeinmediziner, sondern auch viele Fachärzte. Ich kann es jedem empfehlen: Es ist ein ganz spannendes Gebiet, in dem man zusätzlich gute Aufstiegschancen hat."

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Ärztekammer / Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sascha Bunda
Telefon: 01/51406-3341
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.aerztekammer.at

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