- 15.10.2026, 14:23:32
- /
- OTS0179
FPÖ – Fürtbauer: „Während unsere Wirte jeden Euro zweimal umdrehen müssen, schafft Regierung einen neuen Förderapparat“
„Volle Betten, leere Kassen - Österreichs Wirte kämpfen ums Überleben“
„157,3 Millionen Nächtigungen klingen grundsätzlich hervorragend, aber volle Betten bedeuten noch lange keine vollen Kassen. Entscheidend ist nicht, wie viele Gäste kommen, sondern wie viel unseren Betrieben am Ende tatsächlich übrig bleibt“, stellte heute FPÖ-KMU-Sprecher NAbg. Michael Fürtbauer in seinem Debattenbeitrag zum Tourismusbericht 2025 klar.
2019, als die Freiheitlichen aus der Regierung ausgeschieden seien, habe der Tourismusindex bei 2,88 Prozent gelegen, 2025 bei 3,04 Prozent und heuer bereits bei 3,2 Prozent. Die Tendenz sei damit weiterhin fallend. Fast jeder zweite Betrieb erwarte eine weitere Verschlechterung. Die Kostensituation werde von den Unternehmen mittlerweile mit der Schulnote 4,3 bewertet. „Die Gäste kommen, aber unseren Wirten vergeht die Freude. Das zeigt sich auch in der dramatischen Entwicklung: Die Zahl der klassischen Hotels, Gasthöfe und Pensionen ist in den vergangenen zehn Jahren um 13,8 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Ferienwohnungen um unglaubliche 183 Prozent gestiegen. Natürlich haben Ferienwohnungen ihre Berechtigung, aber eine Ferienwohnung ersetzt kein österreichisches Gasthaus. Was nützen uns Nächtigungsrekorde, wenn gleichzeitig jene Familienbetriebe verschwinden, die unseren Tourismus großgemacht haben?“, fragte Fürtbauer.
„Unsere Wirtshäuser sind Arbeitgeber, Ausbildungsstätten und ein Stück österreichischer Kultur. Wenn die Ferienwohnungen immer mehr werden, die Wirtshäuser aber weniger, muss man sich schon fragen, was den Gästen künftig noch geboten wird“, so Fürtbauer. Auch die Bilanz des Tourismusausschusses sei ernüchternd: „Ein einziger Tagesordnungspunkt hat es in diesem Jahr aus dem Tourismusausschuss ins Parlamentsplenum geschafft. Unsere Wirte kämpfen ums Überleben und die schwarz-rot-pinke Regierung bringt nichts auf die Reihe.“
Kritik übte Fürtbauer auch am Förderfonds. Ursprünglich sei dieser damit begründet worden, spezielle Weiterbildungen zu ermöglichen und jene Lücke zu schließen, die das AMS nicht fördere. „Und was wird tatsächlich gefördert? Kinderbetreuung, Lehrlingsprämien und sogar ein Sonderzuschuss für Arbeitslose, wenn sie länger als drei Monate arbeitslos sind. In der Tourismusbranche dauert die Zwischensaison ungefähr drei Monate. Welche Förderlücke wird somit eigentlich geschlossen? Während unsere Wirte jeden Euro zweimal umdrehen müssen, schaffen ÖVP, SPÖ und NEOS einen neuen Förderapparat“, kritisierte Fürtbauer.
Nach neun Monaten habe man im Ausschuss nachgefragt, wie viel Geld bereits ausbezahlt worden sei und wie viel davon bei den Beschäftigten angekommen sei. „Nichts. Selbst der Rechnungshof kritisiert die fehlende Begründung für diese zusätzliche Förderaktion. Jetzt kommt aber der Höhepunkt: Der Geschäftsführer hat uns im Ausschuss berichtet, dass dieser Fonds nur einen einzigen Mitarbeiter hat, nämlich ihn selbst. Da stellt sich für mich schon die Frage: Wie funktioniert ein Vier-Augen-Prinzip bei zwei Augen? Wer kontrolliert hier eigentlich wen? Ist es der Vorstand, sind es externe Dienstleister, und was kostet uns das alles zusätzlich?“, fragte Fürtbauer.
„Unsere Wirte brauchen keinen neuen Förderdschungel. Sie brauchen niedrigere Lohnnebenkosten, leistbare Energie und weniger Bürokratie. Nicht diese Bundesregierung schafft die Nächtigungsrekorde, sondern unsere Unternehmer und ihre Mitarbeiter, die jeden Tag harte Arbeit leisten. Tourismuspolitik beginnt nicht am Schreibtisch eines Managers, der irgendwelche Fördergelder verteilt. Sie beginnt beim Wirt, der in der Früh aufsperrt, beim Koch in der Küche und beim Kellner, der unsere Gäste bedient. Diese Menschen müssen am Abend wissen, was ihnen von ihrer harten Arbeit tatsächlich bleibt. Von den Nächtigungsrekorden allein kann nämlich kein Wirt seine Rechnungen bezahlen“, betonte Fürtbauer.
„Wenn diese Bundesregierung nicht endlich handelt, haben wir irgendwann zwar volle Ferienwohnungen, aber keine Wirtshäuser mehr, in denen unsere Gäste einkehren können. Wir brauchen keinen neuen Förderapparat, sondern eine Politik, die unsere Familienbetriebe am Leben hält. Wir brauchen auch im Tourismus einen Systemwechsel“, forderte Fürtbauer.
Rückfragen & Kontakt
Freiheitlicher Parlamentsklub
Telefon: 01/40110-7012
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FPK






