- 15.10.2026, 12:26:02
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FPÖ – Royer: „Grüner Bericht belegt das Bauernsterben durch 40 Jahre verfehlte ÖVP-Agrarpolitik“
„Sinkende reale Einkommen, steigende Kosten und immer mehr aufgegebene Betriebe – kleine Nebenerwerbsbauern besonders unter Druck“
„Der Grüne Bericht zeigt einmal mehr die schwierige Lage der heimischen Landwirtschaft. Inflationsbereinigt liegen die bäuerlichen Einkommen auf einem Niveau, das jenem des Jahres 2010 entspricht. Gleichzeitig sind die Investitionskosten enorm gestiegen, die Tierschutzauflagen nehmen zu und Stallneu- sowie Stallumbauten sind kaum noch finanzierbar. Das ist die Folge einer verfehlten Agrarpolitik der ÖVP, die wir seit Jahrzehnten erleben müssen“, erklärte heute der stellvertretende FPÖ-Landwirtschaftssprecher NAbg. Albert Royer in seinem Debattenbeitrag zum Grünen Bericht 2026.
„Was mich immer wieder fasziniert, ist, dass es beim Grünen Bericht abwechselnd zwei Bücher gibt: Einmal das dünne Buch mit nicht einmal 100 Seiten und dann das dicke Buch mit rund 300 Seiten. Das hat eine gewisse Symbolik für die Landwirtschaft in unserem Land. Die Jahre, in denen die Einnahmen einigermaßen passen, sind äußerst selten. Viel häufiger müssen wir die schwierigen Jahre erleben. Das dünne Buch steht für die Einnahmen, das dicke Buch für die Betriebsmittelausgaben und die sonstigen Ausgaben, etwa für Versicherungen. Das passt längst hinten und vorne nicht mehr zusammen. Und es ist absehbar, dass wir nächstes Jahr wieder das dünne Buch bekommen werden. Das ist das Ergebnis der verfehlten ÖVP-Agrarpolitik“, betonte Royer.
Auch die Zahlen aus den einzelnen Bereichen der Landwirtschaft würden die schwierige Situation verdeutlichen. In der Almwirtschaft gebe es 7.971 Betriebe mit insgesamt 260.000 Großvieheinheiten. Bei der Milchanlieferung sei die Entwicklung besonders bemerkenswert: Obwohl die angelieferte Milchmenge im Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen sei, hätten gleichzeitig 4,1 Prozent der Milchlieferantenbetriebe in Österreich zugesperrt. „Bei den Schweinebauern wird die Ertragslage immer schwieriger, die Situation ist wirklich schlimm. Allein von 2024 auf 2025 haben 4,7 Prozent der Betriebe die Schweineproduktion eingestellt. Das ist die Realität der ÖVP-Agrarpolitik. Relativ stabil halten sich hingegen die Biobetriebe. Hier gibt es 23.809 Betriebe, und die Lage ist einigermaßen stabil“, erklärte Royer.
Kritik übte Royer auch an der Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit den Dürrehilfen. „Jetzt werden den Bauern bei der Sozialversicherung der Selbständigen für zwei Monate 140 Millionen Euro erlassen. Dafür müssen sie aber 250 Millionen Euro zurückzahlen. Das ist schon per se kein guter Deal“, erklärte Royer. Besonders unverständlich sei für ihn, dass jahrelange Forderungen nach einer Entlastung der kleinen Nebenerwerbsbetriebe bei der Doppelversicherung nicht umgesetzt worden seien. „In der steirischen Bauernkammer hat man mir erzählt, dass man jahrelang urgiert hat, die kleinsten Betriebe im Nebenerwerb von dieser Doppelbelastung zu befreien. Dabei ging es um rund 28.000 Betriebe in Österreich. Diese Entlastung hätte 17 Millionen Euro im Jahr gekostet. Aber diese 17 Millionen Euro waren angeblich nicht vorhanden“, schilderte Royer.
„Dann erklärt uns der ÖVP-Landwirtschaftsminister plötzlich voller Freude, dass bei der SVS auf einmal Rücklagen von 300 Millionen Euro vorhanden sind, von denen offenbar niemand etwas gewusst hat. Wenn man jedes Jahr 50 Millionen Euro zu viel eingenommen hat, weil die Beiträge zu hoch waren, dann muss man schon klar sagen, was hier passiert ist: Die ÖVP hat die Bauern abgezockt“, kritisierte Royer.
Große Sorgen bereite ihm vor allem die Zukunft der Nebenerwerbsbetriebe. „Bei diesen vielen fleißigen Menschen, die ihren Hof neben ihrem Beruf bewirtschaften, stellt sich wirklich die Frage, ob sich die nächste Generation das noch antun wird. Die Einkommen sind gering, die Arbeitsbelastung ist hoch, und neben der beruflichen Tätigkeit muss auch noch der eigene Betrieb bewirtschaftet werden. Diese Doppelbelastung wird für viele immer schwieriger“, warnte Royer.
„Die Zahlen im Grünen Bericht zeigen deutlich, wohin diese Entwicklung führt. Nach 40 Jahren verfehlter ÖVP-Agrarpolitik ist es höchste Zeit, dass sich etwas ändert. Die Bilanz dieser Agrarpolitik lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Bauernbund ist Bauernschwund. Machen Sie den Weg frei für Neuwahlen und einen Volkskanzler Herbert Kickl. Dann werden wir auch bessere Grüne Berichte bekommen“, erklärte Royer.
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