• 15.10.2026, 09:40:02
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ÖGK-Huss und ÖGB-Stroj zu Selbstbehalten: „Jetzt zeigt sich schwarz auf weiß, wovor wir immer gewarnt haben.“

ÖGK-Obmann Andreas Huss und ÖGB-Expertin Julia Stroj begrüßen Schumanns Nein zu Selbstbehalten und warnen vor den Folgen der Machtverschiebung zulasten der Versicherten.

Wien (OTS) - 

Die klare Absage von Sozialministerin Korinna Schumann an die Vorschläge der Arbeitgebervertreter begrüßen Andreas Huss, Obmann der ÖGK, und Julia Stroj, ÖGB-Gesundheitsexpertin. „Es ist wichtig, dass die Ministerin klarstellt, dass steigende Gesundheitskosten nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten ausgeglichen werden dürfen. Jetzt muss sichergestellt werden, dass solche Belastungen auch künftig nicht durch die Hintertür beschlossen werden.“

Die Gewerkschaftsbewegung hat immer davor gewarnt, dass die Machtverschiebung im Zuge der Zwangsfusion der ÖGK zulasten der Arbeitnehmer:innen geht. Die aktuellen Vorschläge der Arbeitgebervertreter zeigen für Huss und Stroj nun schwarz auf weiß, welche Folgen diese Ungleichverteilung hat: Statt die Versorgung zu verbessern, stehen zusätzliche Belastungen für Versicherte im Raum.

Arbeitgeberinteressen statt Versicherteninteressen

„Wir haben immer davor gewarnt, dass mit der Kassenfusion und der Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen unter die Räder kommen. Jetzt zeigt sich, wohin diese Entwicklung führt: Selbstbehalte, Strafbeiträge für Teilzeitbeschäftigte und weniger Kostenrückerstattung für Wahlarztbesuche sollen auf Kosten der Versicherten gehen“, kritisieren Huss und Stroj.

Krank sein darf kein Luxus sein

„Die Beiträge der Arbeitnehmer:innen sind kein Selbstbedienungsladen für die Wirtschaft. Wer krank ist, braucht medizinische Hilfe und keine zusätzlichen Rechnungen. Wir lehnen Selbstbehalte und jede weitere finanzielle Belastung von Patient:innen entschieden ab“, stellen beide klar. Die Antwort auf steigende Gesundheitskosten müsse eine bessere Versorgung sein – nicht ein erschwerter Zugang zu medizinischer Hilfe.

Die jüngsten Vorschläge unterstreichen für Huss und Stroj, wie wichtig die Selbstverwaltung der Arbeitnehmer:innen in ihren Sozialversicherungsträgern ist. „Ein solidarisches Gesundheitssystem muss den Menschen dienen, die es finanzieren. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung darf nicht vom Einkommen abhängen.“

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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