• 15.10.2026, 08:38:02
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Chemieindustrie zur ETS-Reform: Europas Industrie braucht Rückendeckung von ganz oben

Der FCIO fordert von den Staats- und Regierungschefs entschlossenes Handeln zum Schutz der energieintensiven europäischen Industrie und den Abbau von Wettbewerbsnachteilen.

Wien (OTS) - 

Wie wettbewerbsfähig Europas Industrie künftig bleibt, hängt auch von der Reform des europäischen Emissionshandels (ETS) ab. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt daher, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Emissionshandels beim Europäischen Rat auf höchster politischer Ebene thematisiert werden. Aus Sicht des Verbandes dürfen die weitreichenden Auswirkungen des Emissionshandels auf Produktionskosten, Investitionen und Arbeitsplätze nicht ausschließlich den zuständigen Fachministerräten überlassen werden. Der FCIO fordert die Staats- und Regierungschefs auf, bei der weiteren Ausgestaltung der ETS-Reform klare Leitlinien für den Erhalt der industriellen Wettbewerbsfähigkeit vorzugeben.

„Europa hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Gleichzeitig erleben wir, dass immer mehr Investitionen in andere Weltregionen verlagert werden. Wenn die EU diesen Trend umkehren will, muss sie ihre Klimapolitik stärker an den wirtschaftlichen Realitäten der Unternehmen ausrichten. Die Zukunft unserer Industrie gehört auf die höchste politische Agenda Europas“, erklärt Ulrich Wieltsch, Obmann des FCIO.

Kostenlose Zertifikate als Schutz vor Produktionsverlagerungen

Eine zentrale Forderung des FCIO betrifft die kostenlose Zuteilung von CO₂-Zertifikaten. Sie soll energieintensive Unternehmen vor Wettbewerbsnachteilen gegenüber Produzenten aus Ländern ohne vergleichbare CO₂-Kosten schützen. Der Fachverband spricht sich daher gegen zusätzliche Investitionsauflagen als Voraussetzung für kostenlose Zertifikate sowie gegen drastische Kürzungen der kostenlosen Zuteilung durch regulatorische Mechanismen aus. Auch der europäische CO₂-Grenzausgleich (CBAM) muss verbessert werden, insbesondere hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte.

Voraussetzungen für klimafreundliche Produktion schaffen

Die Umstellung industrieller Prozesse erfordert enorme Investitionen in neue Technologien. Dafür braucht es leistbare Energie, leistungsfähige Stromnetze und eine funktionierende CO₂-Infrastruktur. Vieles davon steht den Betrieben derzeit noch nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung. „Von unseren Unternehmen wird erwartet, dass sie ihre Produktion in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Doch viele der dafür notwendigen Technologien sind noch nicht wirtschaftlich einsetzbar. Zusätzliche Belastungen entziehen den Betrieben genau jene Mittel, die sie für diese Umstellung benötigen. Das kann nicht im Interesse einer erfolgreichen europäischen Klimapolitik sein“, betont Wieltsch.

Der FCIO appelliert an die europäischen Staats- und Regierungschefs, bei den weiteren Verhandlungen zur ETS-Reform die industrielle Realität stärker zu berücksichtigen. Klimaschutz kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn Unternehmen die notwendigen Investitionen auch tatsächlich stemmen können.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in unterschiedlichen Sektoren z. B. Pharmazeutika, Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel sowie organische und anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der Branche stellten 2025 Waren im Wert von 21,3 Milliarden Euro her.

Rückfragen & Kontakt

FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: [email protected]

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