- 14.10.2026, 14:17:33
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ÖGB: Gesunde Arbeitsplätze sind kein Luxus, sondern eine Verpflichtung
Gewerkschaftsbund unterstützt AK-Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und sagt Nein zu höherem gesetzlichen Pensionsantrittsalter
Das Wichtigste in Kürze:
- Wer länger arbeiten soll, braucht gesunde Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen.
- Ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter ohne gesunde Arbeitsbedingungen ist absurd.
- Die Berufskrankheitenliste muss insbesondere in Bezug auf Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie arbeitsbedingte psychische Belastungen erweitert werden.
Wer länger arbeiten soll, braucht gesunde Arbeitsplätze. Der ÖGB unterstützt daher die Forderungen der Arbeiterkammer nach besseren Arbeitsbedingungen. Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu setzen. Gesunde Arbeitsbedingungen müssen deshalb von Anfang an mitgedacht werden – nicht erst dann, wenn Beschäftigte bereits erkrankt sind.
„Es ist dreist und inakzeptabel, nach einem höheren gesetzlichen Pensionsantrittsalter zu rufen, während viele Arbeitgeber sich nicht um gesunde Arbeitsbedingungen kümmern. „Wer verlangt, dass Menschen länger arbeiten, muss ihnen die Chance auf einen Job geben und auch dafür sorgen, dass sie das gesundheitlich können“, sagt Dinah Djalinous-Glatz, ÖGB-Expertin für Arbeitnehmer:innenschutz.
Langfristige Gesundheitsfolgen belasten Beschäftigte und Allgemeinheit
Eine heute präsentierte WIFO-Auswertung zeigt eine Schieflage bei den Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen und Unfälle: Während Betriebe vor allem kurzfristige Krankenstände finanzieren, schlagen sich langfristige Folgen kaum in ihren Kostenrechnungen nieder. Einkommensverluste tragen häufig die Betroffenen selbst; Kosten für Krankengeld, Rehabilitationsgeld und Invaliditätspensionen das öffentliche System.
„Es ist eine eindeutige Schieflage, wenn der überwiegende Teil der Kosten von schlechten Arbeitsbedingungen von den Beschäftigten und der öffentlichen Hand getragen wird, obwohl die Arbeitgeber eigentlich aufgrund ihrer Fürsorgepflicht für sichere und gesunde Arbeitsplätze zu sorgen haben“, betont Djalinous-Glatz.
Berufskrankheitenliste erweitern
Wie die AK fordert auch der ÖGB, die Berufskrankheitenliste an die heutige Arbeitswelt anzupassen. Insbesondere Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates und arbeitsbedingte psychische Belastungen müssen stärker berücksichtigt werden. „Die Arbeitswelt von heute lässt sich nicht mit einer Liste von gestern ausreichend abbilden. Arbeitsbedingte Erkrankungen müssen angemessen berücksichtigt werden“, fordert Djalinous-Glatz.
Der ÖGB fordert:
- Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen.
- Kein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter
- Eine Erweiterung der Berufskrankheitenliste, insbesondere in Bezug auf Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie arbeitsbedingte psychische Belastungen.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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