- 14.10.2026, 11:59:04
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ÖVGW präsentiert Leuchtturmprojekte für eine sichere Trinkwasserversorgung
Drei Großprojekte zeigen, wie Österreich seine Trinkwasserversorgung für die Zukunft absichert. Investitionen, die der Versorgungsicherheit der österreichischen Bevölkerung dienen.

Eine sichere Trinkwasserversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Damit Österreichs Bevölkerung auch in Zukunft zuverlässig mit hochwertigem Trinkwasser versorgt werden kann, sind massive Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Anlässlich des bevorstehenden Nationalfeiertags stellt die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) drei wegweisende Infrastrukturprojekte vor. Sie zeigen, wie vorausschauende Planung und gezielte Investitionen die Versorgungssicherheit langfristig stärken. Gleichzeitig unterstreicht der steigende Erneuerungsbedarf die Notwendigkeit einer verlässlichen finanziellen Unterstützung durch Bund und Länder.
Bis 2050 sind für den Werterhalt und die langfristige Absicherung der österreichischen Trinkwasserversorgung Investitionen von insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro erforderlich. Neben der Erneuerung einer zunehmend alternden Infrastruktur stellen insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels die Wasserversorger vor große Herausforderungen. Die notwendigen Investitionen sichern jedoch nicht nur die Versorgung der Bevölkerung, sondern stärken auch die heimische Wirtschaft und tragen zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei.
„Für jeden in die Trinkwasserversorgung investierten ‚Förder-Euro‘ werden bei einer Förderquote von 15 Prozent 6,48 Euro an Investitionen generiert. Das zeigt: Eine Kofinanzierung seitens des Bundes rechnet sich. Von den getätigten Investitionen in die Trinkwasserwirtschaft profitieren alle – und am meisten die Bevölkerung durch eine gesicherte Trinkwasserversorgung“
, betont ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher der Wasserversorger Mag. Nikolaus Sauer.
Drei Leuchtturmprojekte für die Versorgungssicherheit
Wie sich die Trinkwasserversorgung mit vorausschauender Planung und gezielten Infrastrukturinvestitionen für die Zukunft absichern lässt, zeigen drei Projekte, die bei der Pressekonferenz vorgestellt wurden.
Neusiedl am Steinfeld: Eine Milliarde Liter Trinkwasser auf Vorrat. In Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich erweitert die Stadt Wien – Wiener Wasser den bestehenden Wasserbehälter in zwei Etappen um vier zusätzliche Wasserkammern. Dadurch steigt das Speichervolumen von derzeit rund 600 Millionen auf eine Milliarde Liter Wasser. Nach Fertigstellung wird die Anlage weltweit zu den größten geschlossenen Trinkwasserbehältern zählen. Das Projekt ist Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“.
„Der Ausbau des Wasserbehälters Neusiedl am Steinfeld ist ein Jahrhundertprojekt für die Wasserversorgung der Stadt Wien. Wir stellen damit sicher, dass auch in Zukunft jederzeit hervorragendes Trinkwasser zur Verfügung steht“
, sagt Dipl. Ing. Norbert Klicha von Wiener Wasser.
Mühlauer Quelle: Bewährte Ressource für kommende Generationen sichern.
Die Mühlauer Quelle ist die wichtigste Trinkwasserressource Innsbrucks: Rund 90 Prozent des Innsbrucker Trinkwassers stammen aus dieser Quelle. Um diese wertvolle Ressource langfristig zu sichern, hat die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) die seit mehr als 70 Jahren bestehende Stollenanlage umfassend saniert und um einen neuen, 980 Meter langen Quellstollen erweitert. Dadurch stehen der Innsbrucker Wasserversorgung zusätzlich rund 350 Liter Wasser pro Sekunde zur Verfügung. Das Projekt verbindet jahrzehntelange Erfahrung in der Trinkwasserversorgung mit modernen technischen Lösungen und stärkt die Versorgungssicherheit auch mit Blick auf Bevölkerungswachstum und Klimaveränderungen.
„Mit der Sanierung und dem Ausbau der Mühlauer Quelle schufen wir die Voraussetzungen, auch kommende Generationen verlässlich mit hochwertigem Trinkwasser zu versorgen“
, erklärt Ing. Mag. (FH) Robert Gschleiner, Geschäftsbereichsleiter Wasser bei der IKB.
Wasserschiene Kärnten: Versorgungssicherheit über Gemeindegrenzen hinweg.
Mit der Wasserschiene Kärnten entsteht ein rund 100 Kilometer langes Infrastrukturprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Euro. Es soll die Trinkwasserversorgung im Kärntner Zentralraum langfristig stärken und einen Ausgleich zwischen Regionen mit Wasserüberschüssen und solchen mit erhöhtem Bedarf ermöglichen. Auch bei Störungen und Notfällen soll die überregionale Vernetzung zusätzliche Sicherheit schaffen. Der Baubeginn für das Kernstück ist ab 2028 geplant.
„Damit sollen regionale Engpässe und Wasserüberschüsse ausgeglichen und bei Ausfällen oder Notfällen zusätzliche Versorgungssicherheit geschaffen werden“
, so DI Erich Eibensteiner.
Alternde Leitungsnetze erhöhen den Erneuerungsdruck
Wie dringlich langfristige Investitionsentscheidungen sind, zeigt eine aktuelle ÖVGW-Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zum „Netzalter, Erneuerungsbedarf und Stand der Wasserversorgungssicherheit im Jahr 2025“. Viele österreichische Wasserversorgungsnetze sind bereits 60 bis 70 Jahre alt. Bis 2050 muss rund die Hälfte der Trinkwasserleitungen erneuert werden. Hier bedarf es laufender Investitionen, damit es nicht zu einem Investitionsstau kommt.
Damit steigt der jährliche Erneuerungsbedarf deutlich: Während derzeit rund 0,8 Prozent des Leitungsnetzes pro Jahr erneuert werden, wird künftig eine Erneuerungsrate von 2,9 Prozent erforderlich sein. Das entspricht nahezu einer Vervierfachung.
„Das ist fast eine Vervierfachung des derzeitigen Erneuerungsbedarfs. Wir dürfen daher nicht erst dann investieren, wenn eine Anlage ausfällt. Versorgungssicherheit entsteht durch vorausschauende Planung, rechtzeitige Erneuerung und ausreichende Reserven“
, betont Sauer.
ÖVGW fordert langfristig gesicherte Finanzierung für die Trinkwasserversorgung
Ob neue Wasserspeicher, zusätzliche Brunnen, die Erneuerung bestehender Leitungsnetze oder der Ausbau überregionaler Transportleitungen: Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Trinkwasserversorgung auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig aufrechtzuerhalten. Zugleich sind sie mit hohen Investitionskosten und langen Planungs- und Umsetzungszeiträumen verbunden. Werden notwendige Maßnahmen aufgeschoben, steigt der Erneuerungsdruck und die langfristige Absicherung der Versorgung wird schwieriger.
Die ÖVGW fordert daher eine verlässliche Finanzierung der Trinkwasserinfrastruktur mit folgenden Schwerpunkten:
Fixe jährlich Kofinanzierung seitens der öffentlichen Hand zur Erneuerung der bestehenden Trinkwasserinfrastruktur, für notwendige Investitionen und Anpassung an den Klimawandel und zur Kostendämpfung für die Kunden.
Vereinfachung und Beschleunigung von wasserrechtlichen Verfahren und der Bewilligung von Bauprojekten zum Erhalt der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser.
Verankerung des Grundsatzes, dass Wasserprojekte „Vorhaben im überragenden öffentlichen Interesse“ sind. Dies erleichtert die Errichtung überregionaler Transportleitungen und die Errichtung neuer Brunnen.
„Eine sichere Trinkwasserversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Planung, laufender Investitionen und vorausschauender Entscheidungen. Jetzt geht es darum, die richtigen Weichen für die nächsten Jahrzehnte zu stellen“
, so ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer.
ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels im Fokus.
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW)
Mag. Georg Amschl
Telefon: +4366488100047
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ovgw.at
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