- 14.10.2026, 09:47:03
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75 Jahre WLV-Kollektivvertrag: Sozialpartnerschaft sichert faire Arbeit und Schutz vor Naturgefahren
Ein Erfolgsmodell für faire Arbeitsbedingungen und den Schutz von Menschen und Regionen
Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) schützt Menschen und Regionen vor Naturgefahren – 75 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit für faire Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit. Langfristige Finanzierung der Schutzmaßnahmen muss gesichert werden.
Seit 75 Jahren gibt es einen eigenen Kollektivvertrag für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung. Dieses besondere Jubiläum wurde am 13. Oktober im Rahmen einer Festveranstaltung in der Südsteiermark gefeiert. Der Kollektivvertrag gilt als Paradebeispiel gelebter Sozialpartnerschaft und zeigt, wie durch gemeinsame Verantwortung über Jahrzehnte erfolgreiche Lösungen für Beschäftigte und Arbeitgeber entstehen.
„Am 26.10.1951 wurde der erste WLV-Kollektivvertrag zwischen dem Bund und der Gewerkschaft Bau-Holz abgeschlossen. Heute, 75 Jahre danach, sind mehr als 700 hochspezialisierte Arbeiter und Arbeiterinnen im Rahmen dieses Kollektivvertrags beschäftigt. In diesem Dreivierteljahrhundert hat sich die Arbeit auf den Baustellen der Wildbach- und Lawinenverbauung technisch und organisatorisch fundamental verändert. Auch die arbeitsrechtlichen Grundlagen wurden immer an die geänderten Anforderungen angepasst. Auf diese gelebte Sozialpartnerschaft der WLV können wir stolz sein“, hebt Bundesminister Norbert Totschnig hervor.
Unverzichtbarer Schutz für Menschen und Regionen
Ob Hochwasser, Muren, Steinschlag oder Lawinen: Die Wildbach- und Lawinenverbauung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit Österreichs. Mit dem Bau und der Erhaltung von Schutzanlagen, der Sicherung von Hängen und Wildbächen sowie vorbeugenden Maßnahmen schützt sie Menschen, Häuser, Infrastruktur und ganze Ortschaften. Besonders im ländlichen Raum ist diese Arbeit von unschätzbarem Wert.
Dahinter stehen hochqualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten, die täglich unter schwierigsten Bedingungen arbeiten – oft in steilem, schwer zugänglichem Gelände und bei nahezu jedem Wetter.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tagtäglich Außergewöhnliches. Sie schützen mit ihrem Fachwissen, ihrer Erfahrung und ihrem persönlichen Einsatz Menschen und ganze Regionen vor Naturgefahren. Dafür brauchen sie nicht nur moderne Ausrüstung, sondern auch faire und zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Unser Kollektivvertrag bildet dafür seit 75 Jahren eine verlässliche Grundlage“, betont Florian Rudolf-Miklau, Abteilungsleiter Wildbach- und Lawinenverbauung, Schutzwaldpolitik und Waldbrandprävention.
75 Jahre erfolgreiche Sozialpartnerschaft
Der eigene Kollektivvertrag trägt seit 75 Jahren den besonderen Anforderungen dieser anspruchsvollen Tätigkeit Rechnung. Gemeinsam ist es Arbeitgebern und Gewerkschaft gelungen, insbesondere bei Mobilität, Entlohnung und Flexibilität Maßstäbe zu setzen und die Arbeitsbedingungen laufend weiterzuentwickeln.
Abg. z. NR Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) unterstreicht die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „75 Jahre WLV-Kollektivvertrag sind ein Paradebeispiel dafür, was gelebte Sozialpartnerschaft leisten kann. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben gemeinsam Lösungen entwickelt, die ihrer Zeit oft voraus waren. Gerade bei Mobilität, Entlohnung und Flexibilität wurden Maßstäbe gesetzt. Das zeigt: Wenn beide Seiten gemeinsam Verantwortung übernehmen, profitieren die Beschäftigten, die Arbeitgeber und letztlich ganz Österreich.“
Finanzierung langfristig sichern – Gemeinden entlasten
Angesichts zunehmender Wetterextreme und Naturgefahren gewinnt die Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung weiter an Bedeutung. Umso wichtiger ist es, die Finanzierung notwendiger Schutzmaßnahmen langfristig sicherzustellen.
„Der Schutz vor Naturkatastrophen darf nicht an der Finanzierung scheitern. Gerade kleinere Gemeinden im ländlichen Raum können die Kosten notwendiger Schutzmaßnahmen nicht alleine tragen. Deshalb ist es wichtig, dass Bund und Länder gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Finanzierung unserer Schutzprojektelangfristig gemeinsam mit den Gemeinden, Wasserverbänden und Wildbachgenossenschaften absichern“, fordern Rudolf-Miklau und Muchitsch im Rahmen der Veranstaltung.
75 Jahre WLV-Kollektivvertrag stehen für erfolgreiche Sozialpartnerschaft, faire Arbeitsbedingungen und eine gemeinsame Verantwortung: Österreich und seine Menschen bestmöglich vor Naturgefahren zu schützen.
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