• 13.10.2026, 13:37:02
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Grüne/Prammer: Frauenhass ist kein Randphänomen

Veranstaltung im Parlament thematisierte die Verbindungen zwischen digitaler Misogynie, Radikalisierung und Gewalt

Wien (OTS) - 

„Frauenhass darf nicht als unvermeidlicher Teil des Internets abgetan werden. Wenn Frauen systematisch abgewertet, bedroht und aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden, betrifft das nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Es geht auch um unsere Demokratie, um Sicherheit und um die Frage, ob Menschen ihre Rechte tatsächlich gleichberechtigt wahrnehmen können“, betont Prammer.

Frauenhass ist mehr als ein Problem aggressiver Kommentare in sozialen Medien. Er kann Ausdruck extremistischer Ideologien sein, Radikalisierung begünstigen und mit realer Gewalt verbunden sein. Darüber diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft, Sicherheitsbereich und Praxis bei der Veranstaltung „Frauenhass ist Extremismus – Gemeinsam vom Doomscrollen zum Handeln“ im österreichischen Parlament.

Die Grüne Sicherheits- und Menschenrechtssprecherin Agnes Prammer lud dazu Expert:innen und Interessierte ein, um die Zusammenhänge zwischen digitaler Frauenfeindlichkeit, extremistischen Weltbildern und Gewalt zu beleuchten. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Radikalisierung entsteht, welche Verantwortung digitale Plattformen tragen und welche konkreten Maßnahmen Politik und Gesellschaft setzen können.

Frauenhass als Nährboden für Radikalisierung ernst nehmen

Die Keynote hielt Berîvan Aslan, Grüne Abgeordnete im Wiener Landtag. In der anschließenden Diskussion beleuchteten Dr. Daniela Pisoiu, wissenschaftliche Leiterin bei SCENOR und Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik, Doris Schaumberger, Koordinatorin des Bundesweiten Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung, sowie Alexander Grohs, Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland, das Thema aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven. Auch Sigi Maurer brachte ihre Erfahrungen mit Angriffen auf Frauen im politischen und öffentlichen Raum in die Diskussion ein.

Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie frauenfeindliche Narrative in digitalen Räumen verbreitet werden, wie sie mit extremistischen Ideologien zusammenhängen und unter welchen Bedingungen aus Hass Radikalisierung und Gewaltbereitschaft entstehen können.

Vom Doomscrollen zum Handeln

Wie man Hass im Netz nicht nur beobachtet, sondern ihm aktiv begegnen kann, stand im Mittelpunkt des anschließenden Workshops von ZARA Training zum Thema „Digitale Zivilcourage – Hass im Netz“. Dabei beschäftigten sich die Teilnehmer:innen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Angriffen und Aggression im digitalen Raum. Weitere Schwerpunkte waren die rechtliche Situation in Österreich, die Unterstützung von Betroffenen sowie die Frage, wo und wie Menschen Hilfe bekommen können, wenn sie selbst von Hass im Netz betroffen sind.

„Wir dürfen nicht dabei stehen bleiben, Hass im Netz zu beklagen. Wir müssen wissen, wie wir darauf reagieren, Betroffene unterstützen und selbst aktiv gegen Hass und Hetze vorgehen können. Dafür braucht es Wissen, Zivilcourage und klare Verantwortlichkeiten von der Politik über die Plattformbetreiber bis hin zu uns allen“, so Prammer.

Die Veranstaltung verband damit die Auseinandersetzung mit den Hintergründen von Frauenhass und Radikalisierung mit konkreten Möglichkeiten, im digitalen Alltag aktiv zu werden. Ziel ist es, Menschen zu stärken, Hass und Hetze nicht unwidersprochen hinzunehmen und Betroffene nicht allein zu lassen.

Fotos der Veranstaltung verschicken wir gerne auf Anfrage [email protected]

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Grüner Klub im Parlament
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