• 13.10.2026, 13:30:33
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Glasfaser bringt Arbeit aufs Land: Wie schnelles Internet Regionen stärkt und Unternehmen wachsen lässt

Wien (OTS) - 

Früher stand bei EasySol an Schlechtwettertagen mitunter die Arbeit still. Heute ermöglicht Glasfaser die Zusammenarbeit mit Kunden unabhängig vom Standort. Auch im Waldviertel entstehen dadurch neue Chancen für Betriebe, Arbeitsplätze und Gemeinden. Für die Open Fiber Austria zeigen diese Entwicklungen, wie unmittelbar Glasfaser heute die Attraktivität eines Standorts prägt.

Wer am Land lebt, soll dort nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten, Unternehmen gründen und erfolgreich sein können. Dafür braucht es mehr als Straßen und Strom – es braucht Glasfaser. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen wachsen, qualifizierte Arbeitsplätze in der Region bleiben und Gemeinden neue Bewohner und Betriebe gewinnen können.

Schluss mit unfreiwilligen Kaffeepausen

Für das Softwareunternehmen EasySol im oberösterreichischen Wendling gehört eine stabile Internetverbindung zum täglichen Geschäft. Vor dem Glasfaserausbau war das am ländlichen Standort keineswegs selbstverständlich.

„Bei Regenwetter kam es damals durchaus vor, dass sich ein größerer Teil unserer Belegschaft längere Zeit bei der Kaffeemaschine versammelte, weil die Internetverbindung produktives Arbeiten kaum oder gar nicht zuließ“, erzählt Robert Wurm, Geschäftsführer von EasySol.

Webmeetings, Produktvorstellungen, Supporttermine und VPN-Zugriffe auf Kundensysteme gehören zum Arbeitsalltag. Heute läuft all das zuverlässig über Glasfaser.

„Etwas zugespitzt brauchen wir als Softwareunternehmen leistungsfähige Computer, eine zuverlässige Internetanbindung, gute Köpfe und ausreichend Kaffee. Mit Glasfaser verliert die geografische Entfernung für viele unserer täglichen Aufgaben an Bedeutung. Menschen können dort arbeiten, wo sie gerne leben“, sagt Wurm.

Für ihn ist die Infrastruktur damit ein grundlegender Standortfaktor: „So wie Fahrzeuge funktionierende Straßen benötigen, brauchen Unternehmen eine zuverlässige digitale Anbindung. Für uns ist sie bereits heute unverzichtbar.“

Groß Gerungs: Das Waldviertel wird zum digitalen Arbeitsplatz

Wie stark Glasfaser die Entwicklung einer ganzen Region beeinflussen kann, zeigt Groß Gerungs im niederösterreichischen Waldviertel. Gemeinsam mit neun weiteren Gemeinden wurde dort ein großflächiges kommunales Glasfasernetz errichtet.

Die Infrastruktur gehört zu 100 Prozent den zehn Gemeinden und ist als Open-Access-Netz für verschiedene Diensteanbieter geöffnet. Dass dieses Modell angenommen wird, belegt die durchschnittliche Anschlussquote von rund 70 Prozent.

Für Bürgermeister DI Christian Laister ist Glasfaser die „Datenautobahn“ der Region – gerade in einer weitläufigen Gemeinde mit 36 Katastralgemeinden von zentraler Bedeutung. Auch bestehende Betriebe profitieren unmittelbar. Ein Softwareunternehmen mit rund 15 Mitarbeitern entwickelt in Groß Gerungs Datenbanksysteme für internationale Kunden und ist dabei auf eine Glasfaseranbindung angewiesen.

Noch greifbarer wird der Nutzen bei EPS Electric Power Systems. Der Spezialist für Rechenzentrums-, Serverraum- und IT-Infrastruktur will in Groß Gerungs weiter expandieren und plant ein eigenes kleines Datencenter. Die vorhandene Glasfaser schafft dafür die Voraussetzung.

„Glasfaser ist für uns ein Must-have, wenn wir als ländliche Region attraktiv sein und bleiben wollen. Sie gehört heute zur Grundinfrastruktur. Menschen können hier in der Natur leben und gleichzeitig in der digitalen Welt arbeiten“, betont Laister.

Auch beim Wohnen macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Homeoffice eröffnet neue Möglichkeiten, in der Region zu bleiben oder sich bewusst für ein Leben dort zu entscheiden. Für Laister ist das ein wichtiger Beitrag, um Abwanderung zu bremsen und Groß Gerungs langfristig als Lebens- und Wirtschaftsstandort zu stärken.

Gesundheitsversorgung braucht Glasfaser

Dass Glasfaser auch abseits der Technologiebranche den Betrieb trägt, erlebt das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs täglich. Fritz Weber, Geschäftsführer der Einrichtung, bringt es so auf den Punkt:

„Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet eine stabile Internetverbindung mehr Lebensqualität während ihres Aufenthalts. Vor allem aber ist sie für unseren laufenden Betrieb entscheidend: Der sichere und rasche Datenaustausch mit Sozialversicherungsträgern, Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten wird immer wichtiger. Glasfaser ist damit eine wesentliche Grundlage für die digitale Zukunft und die weitere Entwicklung unseres Hauses.“

Wo der Markt nicht trägt, braucht es Förderung

„Ohne öffentliche Förderung wäre das Glasfasernetz in Groß Gerungs in dieser Form nicht entstanden“, sagt Laister. Gerade in dünn besiedelten Regionen stoßen rein eigenwirtschaftliche Modelle rasch an ihre Grenzen.

„Wo Glasfaser in die Regionen kommt, entstehen neue Chancen: Unternehmen investieren, Arbeitsplätze bleiben und Gemeinden gewinnen Perspektiven. Damit das kein Privileg einzelner Standorte bleibt, braucht Österreich einen offenen, flächendeckenden Ausbau und verlässliche Förderung dort, wo der Markt allein nicht trägt. Denn digitale Infrastruktur ist längst keine Frage des Komforts mehr. Sie entscheidet mit darüber, wo Menschen leben und arbeiten, Unternehmen investieren und Regionen Zukunft haben“, sagt Martin Wachutka, Präsident der Open Fiber Austria.

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Open Fiber Austria – OFAA
Kezia Putz
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