- 12.10.2026, 10:58:32
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Austrian Cloud Atlas: Digitale Souveränität wird zur Standortfrage
UBIT und VÖSI machen Österreichs Cloud- und Infrastrukturangebot sichtbar - Neue Plattform schafft Orientierung in Zeiten wachsender technologischer Abhängigkeiten
Geopolitische Unsicherheit, steigende Cyberrisiken und der rasante Ausbau Künstlicher Intelligenz verändern die Anforderungen an die digitale Infrastruktur grundlegend. Gleichzeitig ist Europa bei zentralen digitalen Technologien weiterhin stark von Anbietern außerhalb der EU abhängig.
Vor diesem Hintergrund präsentieren der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) mit seiner Berufsgruppe Informationstechnologie und der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) den neuen Austrian Cloud Atlas. Die interaktive Karte schafft erstmals einen strukturierten Überblick über Cloud-Anbieter, Rechenzentren, Managed Service Provider, Integratoren und weitere Anbieter digitaler Infrastruktur in Österreich. „Unternehmen müssen wissen, wo ihre Daten liegen, von welchen Technologien sie abhängig sind und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen. Genau hier schafft der Austrian Cloud Atlas Transparenz“, sagt Wilfried Drexler, Obmann des Fachverbands UBIT.
Sichtbarkeit schafft Wahlfreiheit
Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einsatz von KI wächst die Abhängigkeit von leistungsfähigen Cloud- und Rechenkapazitäten. Gleichzeitig werden Fragen nach Datenhoheit, Sicherheit, Resilienz und der Kontrolle kritischer Infrastruktur immer wichtiger. Auch die europäische Cloud-and-AI-Strategie setzt deshalb ausdrücklich auf den Ausbau eigener Kapazitäten und einen gemeinsamen Rahmen zur Bewertung von Cloud- und KI-Souveränität.
„Digitale Souveränität bedeutet österreichische Lösungen fördern. Österreich verfügt über leistungsfähige IT-Unternehmen, Rechenzentren und Cloud-Anbieter. Was bisher gefehlt hat, ist ein transparenter Gesamtüberblick. Der Austrian Cloud Atlas macht diese Kompetenzen sichtbar und gibt Unternehmen eine zusätzliche Grundlage für bewusste Infrastrukturentscheidungen“, erklärt Martin Puaschitz, Sprecher der Berufsgruppe Informationstechnologie im Fachverband UBIT.
Von Cloud bis KI: Europas digitale Handlungsfähigkeit stärken
Der Austrian Cloud Atlas ergänzt bestehende Initiativen wie die Österreichische KI-Landkarte und das DigSOV-Modell des VÖSI. So werden Infrastruktur, Cloud, Künstliche Intelligenz und technologische Abhängigkeiten gemeinsam betrachtet. „Digitale Souveränität bedeutet, selbst entscheiden zu können, welche Technologien wir einsetzen, und auch wechseln zu können, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Dafür müssen Infrastruktur, Software und KI gemeinsam betrachtet werden. Der Austrian Cloud Atlas macht die österreichische Anbieterlandschaft sichtbar. Gemeinsam mit der KI-Landkarte und dem DigSOV-Modell des VÖSI schaffen wir Orientierung: Welche Möglichkeiten gibt es, welche Abhängigkeiten entstehen und wie erhalten Unternehmen ihre Handlungsfähigkeit? Für den Standort Österreich geht es dabei um die Fähigkeit, digitale Wertschöpfung selbst zu gestalten“, sagt Peter Lieber, Vize-Präsident des VÖSI.
Praxisbeispiel: Mehrwert für Unternehmen
Wie der Austrian Cloud Atlas in der Praxis einen konkreten Mehrwert schaffen kann, zeigt das Beispiel von next layer. Der österreichische Internet-Service-Provider und Betreiber digitaler Infrastruktur ist bereits in der Landkarte vertreten. „Für Unternehmen ist es heute entscheidend zu wissen, welche Infrastruktur und welche Leistungen in Österreich verfügbar sind. Der Austrian Cloud Atlas schafft hier einen einfachen Zugang zu dieser Information. Gerade im B2B-Bereich geht es nicht nur darum, einen einzelnen Anbieter zu finden, sondern unterschiedliche Möglichkeiten vergleichen und die für den jeweiligen Anwendungsfall passende Infrastruktur auswählen zu können“, sagt Georg Chytil, Geschäftsführer von next layer. Als Betreiber digitaler Infrastruktur übernimmt next layer dabei eine zentrale Schnittstellenfunktion zwischen Technologie und den Unternehmen, die darauf aufbauen.
Rechenzentren brauchen eine gemeinsame Strategie
Neben der Sichtbarkeit bestehender Angebote braucht es aus Sicht der Branche auch einen gemeinsamen strategischen Rahmen für den weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur. „Während zahlreiche europäische Länder bereits nationale Rechenzentrumsstrategien vorgelegt haben und die Europäische Union mit dem Cloud and AI Development Act (CADA) an einem gemeinsamen europäischen Rahmen arbeitet, entstehen in Österreich zunehmend länderspezifische Einzelregelungen und Beschränkungen.
Was fehlt, ist ein abgestimmtes nationales Zielbild“, sagt Martin Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association (ADCA).
Best-Practice-Beispiele aus anderen Ländern könnten dabei Orientierung geben.
Mit Blick auf den auf EU-Ebene diskutierten Cloud and AI Development Act stelle sich zudem die Frage, wo künftig zusätzliche Cloud- und KI-Kapazitäten entstehen sollen. „Die Branche und die Energieversorger müssen in diese Diskussion stärker eingebunden werden. Rechenzentren, Energieversorgung, Netzausbau und digitale Infrastruktur müssen gemeinsam gedacht werden, wenn Österreich seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will“, so WKÖ-Fachverband UBIT-Obmann Martin Puaschitz abschließend.
Mehr zum Austrian Cloud Atlas unter https://www.austrian-cloud-atlas.at (PWK534/JHR)
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